EU-Rat pfeift EZB bei faulen Krediten zurück


01.12.17 12:00
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) überschreitet nach einer Rechtseinschätzung des Europäischen Rates mit ihrer jüngsten Initiative zur Vermeidung fauler Kredite ihre Kompetenzen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Die EZB-Bankenaufsicht sei durch die geltenden Gesetze rechtlich nicht ermächtigt, derartige Leitlinien zu verabschieden, heiße es laut Reuters in einem Dokument des Europäischen Rates. Die EU folge Beobachtern zufolge üblicherweise derartigen rechtlichen Einschätzungen, obgleich die endgültigen Entscheidungen politisch seien. Ein entsprechender Vorschlag der EU-Kommission zur weiteren Vorgehensweise sei für den 28. März anvisiert.

Die EZB habe im Oktober neue Leitlinien veröffentlicht, nach denen Banken vom 1. Januar 2018 an alle faulen Kredite schrittweise in voller Höhe über Rückstellungen abdecken müssten. Dies sei insbesondere in Italien auf Kritik gestoßen, wo befürchtet werde, dass künftig noch mehr Kredite abgeschrieben werden sollten. In der Euro-Zone würden rund 25% des zuletzt rund 844 Mrd. Euro hohen Berges an Problemdarlehen auf Banken in Italien entfallen. Doch nach bisher unbestätigten Meldungen werde diese Regelung auf Druck der Politiker um mindestens drei Monate verschoben. Befremdlich sei hierbei, dass Druck von Politikern auf die unabhängige EZB Früchte trage, aber die Appelle der Notenbanker an die Adresse der Politiker zur Haushaltssanierung auf taube Ohren stoßen würden.

In diesem Zusammenhang habe die EZB auch einen Handelsplatz für Problemkredite ins Spiel gebracht. Dies könnte dazu beitragen, den großen Gebirgskamm an ausfallgefährdeten Darlehen abzubauen. Mit solchen Plattformen, die an den Märkten schon mal als "Schrottplatz" bezeichnet würden, könnten einheitliche Kreditdaten bereitgestellt, Prüfungskosten gesenkt und mehr Investoren angelockt würden, so das Kalkül der EZB.

Um die Sinnhaftigkeit eines solchen "Schrottplatzes" endgültig bewerten zu können, fehle es allerdings noch an Details. Aber schon jetzt lasse sich sagen, dass eine solche Einrichtung die Handelbarkeit und damit die Verlässlichkeit von Preisen sicherstellen müsste. Hinzu käme ein Höchstmaß an Transparenz, um zu verhindern, dass sich Käufer womöglich ein Überraschungsei ins Nest legen würden. Ob dann Pakete an faulen Krediten tatsächlich ihre Besitzer wechseln würden, müsse letztendlich die Praxis zeigen.

Ja, das mute schon seltsam an, wenn man lese, dass bestimmte britische Regionen weiter die Annehmlichkeiten der EU-Mitgliedschaft genießen möchten, die Einwohner dieser Regionen aber für den Brexit gestimmt hätten. So habe der Gemeinderat von South Tyneside im englischen Nordosten von der Regierung in London gefordert, diese solle doch die Zahlungen, die bisher aus Brüssel gekommen seien, ersetzen. In Tyneside hätten sie mehrheitlich für den EU-Austritt gestimmt, ebenso in Grimsby östlich von Leeds, Stoke-on-Trent oder Cornwall, wo man nun um die Zukunft der jeweiligen Industrie fürchte und Extrawürste in Form von Finanzspritzen gebraten bekommen möchte.

Eine Sonderregelung strebe man auch in Dublin an, allerdings aus anderen Gründen. Sobald Großbritannien aus der EU austrete, werde die Grenze zwischen Irland und Nordirland zur EU-Außengrenze, was dem dortigen Handel enorm schaden würde. Deshalb poche Dublin auf eine schriftliche Zusicherung aus London, wie eine feste Grenze zwischen Irland und Nordirland vermieden werden könne. Als Ausweg werde immer wieder ein Verbleib Großbritanniens in der Zollunion und im Binnenmarkt vorgebracht, weil es dann auch keine Grenzfrage gäbe. London aber spiele hier auf Zeit und wolle die Grenzfrage erst klären, wenn Klarheit über die künftigen Handelsbeziehungen der EU zu Großbritannien herrsche.

Jedenfalls scheine es, als hätten die Austrittsbefürworter bei dem Brexit-Referendum auch diesen Punkt vollkommen übersehen. Irland fürchte bei einer festen Grenze nicht nur Handelshemmnisse, sondern auch Spannungen in der früheren Bürgerkriegsregion. Und damit wäre wirklich keinem gedient.

Es werde also immer deutlicher, dass der Brexit eine Menge an unkalkulierbaren Folgen haben werde. Die wirtschaftlichen Konsequenzen des britischen EU-Ausstiegs könnten jedenfalls weitaus drastischer sein, als es die jüngsten Wirtschaftszahlen aus London vermuten lassen würden. Einem Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge seien die Wachstumserwartungen für das britische Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum 2016 bis 2020 inzwischen um 5 Prozentpunkte niedriger als vor dem Brexit-Wahlkampf. Die Erwartungen für das Wachstum der Firmeninvestitionen für den gleichen Zeitraum seien sogar um 30 Prozentpunkte geschrumpft. Der Brexit schwäche also schon jetzt und in der nahen Zukunft die ehemals so starke britische Wirtschaft, schlussfolgere das IW.

Die britische Finanzbranche dagegen, die in den zwölf Monaten bis März 2017 mit 72 Mrd. GBP Rekordsteuern gezahlt habe, sei in der Lage, den EU-Austritt zu verkraften. So laute zumindest die Lesart der Bank of England nach einem aktuellen Stresstest für die Banken. Erstmals seien bei dem Stresstest keine Institute durchgefallen. Barclays und die Royal Bank of Scotland hätten dies allerdings nur geschafft, weil sie im Jahresverlauf ihr Eigenkapital aufgebessert hätten.

Um nun etwas Druck aus dem Verhandlungskessel mit Großbritannien zu nehmen, habe indessen die Europäische Union weitere zehn Tage Zeit für Zugeständnisse beim Brexit gemacht. Damit sei der Start der zweiten Verhandlungsphase Mitte Dezember wieder möglich geworden. Nun solle London am 4. Dezember neue Angebote etwa zur Behandlung der EU-Bürger in Großbritannien vorlegen.

In die Frage der Scheidungskosten scheine indessen Bewegung gekommen zu sein. Wie Reuters berichte, stünden beide Seiten kurz vor einer Einigung. Laut dem britischen Blatt Daily Telegraph solle die Schlussrechnung zwischen 45 und 55 Mrd. Euro liegen, nachdem die EU 60 Mrd. Euro gefordert habe. Wie die "Financial Times" schreibe, habe Großbritannien inzwischen akzeptiert, dass die Gesamtverpflichtungen des Landes gegenüber der EU bis zu 100 Mrd. Euro umfassen würden. Die tatsächlichen Nettozahlungen dürften sich demzufolge aber über mehrere Jahrzehnte gerechnet auf etwa die Hälfte dieses Betrages reduzieren.

Am kommenden Montag solle in Brüssel beim Treffen der Euro-Finanzminister ein neuer Vorsitzender für die Euro-Gruppe gekürt werden. Noch sei man auf der Suche nach dem geeigneten Kandidaten. Doch die Zeit dränge, denn heute um 12:00 Uhr ende offiziell die Bewerbungsfrist für den Euro-Gruppen-Vorsitz. Dass sich die Suche nach einem Nachfolger für den Niederländer Jeroen Dijsselbloem nicht einfach gestalten werde, sei zwar vielen Marktbeobachtern klar gewesen. Aber so schwer habe man es sich dann doch nicht vorgestellt. Inzwischen gebe es sogar Anzeichen dafür, den Vertrag mit dem amtierenden Vorsitzenden vorerst um ein weiteres halbes Jahr zu verlängern. "Zeit zu erkaufen", scheine also auch in anderen europäischen Angelegenheiten unverzichtbar geworden zu sein.

Wie manche Medien berichten würden, gelte eine Verlängerung von Dijsselbloems Amtszeit um ein halbes Jahr für viele schon als ausgemacht. Normalerweise würde die Amtszeit im Januar 2018 enden, aber in Ermangelung eines Kandidaten, der einerseits willens und andererseits auch mit den EU-Regularien vereinbar wäre, werde man wahrscheinlich diese Karte ziehen müssen. Viele EU-Finanzminister würden es zwar begrüßen, wenn der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos den Vorsitz übernehme, aber der ziere sich noch. Dagegen stünden der Franzose Bruno Le Maire und der Luxemburger Pierre Gramegna definitiv nicht zur Verfügung, da bereits ein anderes EU-Spitzenamt von Landsleuten besetzt sei. Ebenso könnten mögliche Kandidaten aus Italien und Österreich nicht sicher sein, ob sie im Frühjahr in ihrem eigenen Land noch der Regierung angehören würden.

Nicht zuletzt verhindere auch die politische Hängepartie in Deutschland die Lösung dieser wichtigen Personalie. So dürfe man gespannt sein, mit welchem Winkelzug man dieses Problem lösen werde. Zumal die Euro-Gruppe in Zeiten des Brexits und vieler anderer Unwägbarkeiten in Europa eine Führungsperson benötige, die in der Lage sei, die unterschiedlichen Interessen zu bündeln und eine klare Position nach innen und außen zu vertreten. Die nächsten Tage würden zeigen, ob dieses Vorhaben - die Suche nach dem starken Mann oder der starken Frau - von Erfolg gekrönt sein werde.

Griechenland werde nach Einschätzung des Eurorettungsfonds ESM das laufende Hilfsprogramm nicht komplett ausschöpfen und wohl deutlich unter dem ESM-Programmdeckel von 86 Mrd. Euro bleiben. Allerdings könnten nicht abgerufene Gelder teilweise dazu genutzt werden, Griechenlands Darlehen an andere Gläubiger zurückzuzahlen. Voraussetzung für derartige Schuldenerleichterungen sei aber, dass Athen die Reformauflagen umsetze und dass alle Euro-Staaten zustimmen würden, habe ESM-Chef Klaus Regling dem Handelsblatt gesagt. Das sei zwar besser, als wenn Athen das Rettungspaket voll hätte ausschöpfen müssen, aber dennoch erinnere eine solche Vorgehensweise an das Prinzip "Rechte Tasche, linke Tasche" und bedeute eben nicht, dass Griechenland seinen Schuldendienst selbst leiste.

Ab Sommer 2018 wolle das Krisenland - nach mehr als acht Jahren am finanziellen Tropf - wieder selbstständig wirtschaften können. Bis dahin, so hoffe man in Athen, solle an den Finanzmärkten wieder so viel Vertrauen eingekehrt sein, dass sich das Land am Kapitalmarkt zu auskömmlichen Zinsen Geld leihen könne. Aktuell habe Griechenland fünf neue Staatsanleihen (ISIN GR0114030555 / WKN A19S2W, ISIN GR0124034688 / WKN A19S2V, ISIN GR0128015725 / WKN A19S2U, ISIN GR0133011248 / WKN A19S2T und ISIN GR0138015814 / WKN A19S2S) mit Laufzeiten zwischen fünf und 25 Jahren aufgelegt, in welche die Altanleihen hätten getauscht werden können. Die Kupons der Titel würden von 3,5% bis 4,2% reichen.

Inzwischen habe auch die EZB auf die verbesserte Liquiditätslage in Griechenland reagiert. So sei der Umfang der Notkredite um 1,1 Mrd. Euro auf 25,8 Mrd. Euro zurückgefahren. Diese so genannten ELA-Kredite gebe es seit 2015 und werden gegen Sicherheiten von der Notenbank in Athen vergeben. ELA-Kredite seien teurer als eine direkte Geldversorgung über die EZB, von der Griechenlands Banken abgeschnitten seien.

Indessen würden die internationalen Gläubiger seit dieser Woche wieder Griechenlands Reformbemühungen unter die Lupe nehmen. Die Prüfungen, bei denen es um die Entwicklung der Staatsfinanzen gehe, würden mindestens bis Januar andauern. Griechenland hoffe aufgrund einer anziehenden Wirtschaft und sinkender Arbeitslosigkeit auf bessere Haushaltszahlen als von den internationalen Geldgebern gefordert. So solle 2018 der so genannte Primärüberschuss, also ohne die Kosten für Schuldendienste, bei 3,8% der Wirtschaftsleistung liegen. Die internationalen Kreditgeber hätten zuletzt für 2018 3,5% vorgegeben. Die Arbeitslosenquote solle um 1,5 Prozentpunkte sinken, läge dann 2018 aber immer noch bei 20,2%.

Die Geldentwertung wachse mit zuletzt rund 12% zweistellig und die eigene Währung sinke von einem auf das nächste Tief. Das passe einem wie Recep Erdogan nicht in den Kram. Und natürlich mache der türkische Staatspräsident einen anderen dafür verantwortlich. Diesmal sei es die Türkische Zentralbank. Weil sie nicht eingreife, sei es so weit gekommen, mäkle er und ziele damit auf diejenigen, die immer noch auf die Unabhängigkeit der Notenbank pochen würden. 20% habe die Türkische Lira im Jahresverlauf schon gegenüber dem Euro verloren. Auch gegenüber anderen Währungen sei die Lira so schwach wie nie zuvor.

Ok, Branchen, wie die heimische Tourismusindustrie, würden von der Entwicklung profitieren. Sei der Urlaub in der Türkei damit doch sehr günstig geworden. Was viele Besucher von einem Urlaub allerdings abschrecke, sei die unsichere Lage in dem Mittelmeerland.

Während die Zentralbank nach gängiger Lehre die Zinsen deutlich erhöhen müsste, um die Inflation abzubremsen und den Zerfall der Lira zu stoppen, beschimpfe Erdogan die Befürworter einer solchen Strategie. "Zinslobby" nenne er sie und bescheinige ihnen eine "westliche Geisteshaltung". Diese mache sich in Erdogans Augen auch am Rentenmarkt bemerkbar, wo türkische Staatsanleihen tendenziell unter Druck seien. So bewege sich ein Titel (ISIN US900123AL40 / WKN 451038) mit Laufzeit bis 1/2030, der in US-Dollar notiere, auf einem Kursniveau von ca. 154%, nachdem Anfang September mit 162,525% noch ein Zwölfmonatshoch erreicht worden sei.

Die Investoren hätten in dieser Berichtswoche wieder die Qual der Wahl. Insgesamt habe es vier nennenswerte Neuemissionen aus diversen Sektoren der Industrie gegeben. Mit der Deutschen Bahn, Arcelormittal, Cemex und Prosegur Cash dürfte somit für jeden Investor in dieser Handelswoche etwas dabei gewesen sein.

Die Deutsche Bahn habe dabei die Privatanleger mit einem Bond (ISIN XS1730863260 / WKN A2G868) erfreut, der mit einer kleinsten handelbaren Einheit von 1.000 Euro aufgelegt worden sei. Der Reisedienstleister habe erfolgreich einen Floater im Volumen von 300 Mio. Euro mit einem variablen Zins in Höhe des 3-Monats-Euribor +0,37 PP platzieren können. Der 7-jährige Bond sei am 06.12.2024 fällig und zu 101,428% emittiert worden.

Als nächster im Bunde habe ArcelorMittal einen 6-jährigen Bond (ISIN XS1730873731 / WKN A19S70) mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro aufgelegt. Fällig werde das Papier am 17.01.2023. Das Unternehmen ArcelorMittal sei ein Stahlkonzern mit Hauptsitz in Luxemburg und zahle den Investoren für Ihr Investment jährlich 0,95% Zinsen. Der Emissionspreis habe sich auf 99,38% belaufen, was einem Spread von +85 Bps über Mid Swap entsprochen habe. Das Unternehmen räume sich neben einer Make Whole Option ein Kündigungsrecht ab dem 17.10.2022 zu 100% ein. Die Mindeststückelung sei wie auch bei Cemex und Prosegur Cash auf 100.000 Euro festgelegt worden und dürfte daher eher für institutionelle Investoren interessant sein.

Cemex habe einen 650 Mio. Euro schweren Bond (ISIN XS1731106347 / WKN A19S7N) mit Fälligkeit am 05.12.2024 aufgelegt. Die Anleihe sei mit einem Zins von jährlich 2,75% ausgestattet, welcher im Juni und Dezember eines jeden Jahres zur Auszahlung komme. Cemex, ein global operierender Baustoff- und drittgrößter Zementhersteller der Welt, habe neben einer Make Whole Option drei weitere Kündigungstermine in die Anleihebedingungen aufgenommen. So könne der Emittent den Bond jederzeit ab dem 05.12.2020 zu 101,375%, ab dem 05.12.2021 zu 100,688% und ab dem 05.12.2022 zu 100% kündigen. Ausgegeben worden sei das Papier zu pari, was +283 Bps über der vergleichbaren Bundesanleihe bedeutet habe.

Zu guter Letzt sei Prosegur Cash, ein weltweit agierender Sicherheitsdienstleister mit Sitz in Spanien, am Kapitalmarkt aktiv geworden und habe eine Anleihe (ISIN XS1729879822 / WKN A19S32) mit einem Volumen von 600 Mio. Euro begeben. In Deutschland agiere das Unternehmen unter drei rechtlich selbstständigen Firmen und sei Marktführer im Geld- und Werttransport. Prosegur Cash habe den Bond mit einem Zins von 1,375% p.a. ausgestattet. Fällig werde die Anleihe am 04.02.2026 und begeben worden sei sie zu 99,252% (+87 Bps über Bund). Ebenfalls sei eine Make Whole Option in die Emissionsbedingungen aufgenommen worden.

Ob es mit der vorweihnachtlichen Ruhe oder gar mit dem kurz bevorstehenden Roll-Over des Euro-Bund-Future zusammenhänge, könne man nicht genau sagen. Aber momentan sei das Handelsgeschehen beim Rentenbarometer als sehr überschaubar zu bezeichnen. So sei in den vergangenen Handelstagen lange Zeit nur eine kleine Tradingrange von 0,65 Prozentpunkten "bespielt" worden und man habe den Eindruck gehabt, dass der Ausbruch wie beim Vulkan Agung auf Bali, kurz bevorstehen würde. Dies habe sich am gestrigen Mittwoch bewahrheitet und so sei es infolge von Gewinnmitnahmen zu einem Rücksetzer auf 162,40% gekommen. Es bleibe abzuwarten, ob es sich hierbei lediglich um die Vorboten des Ausbruchs gehandelt habe.

Über den Kurs der Benchmark-Anleihe beim entsprechenden Bund-Futures ergebe sich eine Rendite-Tradingrange, die von Roll-Over-Verzerrungen verschont bleibe. Dabei falle auf, dass die 10-jährige Bundrendite seit Oktober des Jahres den Bereich zwischen 0,316% und 0,557% nicht verlassen habe. Noch bezeichnender sei aber die Tatsache, dass seit der Wahl von D.T. zum US-Präsidenten - vor mehr als einem Jahr - diese Rendite lediglich zwischen 0,64% und 0,10% gependelt sei. Diese Entwicklung entspreche sicherlich nicht den diversen Zinserhöhungen in den USA, sondern sei eher der EZB-Geldpolitik geschuldet.

Dennoch werde es früher oder später zu einer Zerreißprobe kommen, denn man sollte sich nicht blenden lassen, dass die EZB mit ihrem finanziellen Füllhorn auch die nächsten Zinserhöhungen in den USA werde ausgleichen können. Oftmals werde in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass die Notenbanken über unbegrenzte Liquidität verfügen würden, aber hierbei sollte man sich auch an die Reaktion der Schweizerischen Notenbank im Jahre 2015 erinnern. Noch sind wir nicht soweit, aber "Holzauge sei wachsam", so die Analysten der Baader Bank.

Aktuell notiere der Euro-Bund-Future bei 162,41%. Widerstände seien im Bereich um die Marken von 162,80% und 163,32% auszumachen. Die entsprechende Unterstützungslinie sei bei 162,22% angesiedelt und nicht mehr weit entfernt.

In dieser Handelswoche könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Finanzminister der Euroländer im Geld schwimmen würden und deshalb nur das ewig "klamme" Italien am Kapitalmarkt aktiv geworden sei. Diese Anleihen würden aus steuer- und abwicklungstechnischen Gründen weiterhin nicht an deutschen Regionalbörsen gehandelt. Die ursprünglich für Mittwoch geplante Aufstockung der fünfjährigen Bundesobligation Serie 176 (ISIN DE0001141760 / WKN 114176) sei bereits zum Quartalsbeginn seitens der Deutschen Finanzagentur abgesagt worden. Die deutsche Vorgehensweise verdeutliche zum wiederholten Male die unterschiedlichen finanziellen Rahmenbedingungen innerhalb der Eurozone.

In den USA hingegen sei kurz vor der Neuadjustierung der Schuldenobergrenze nochmals kräftig refinanziert worden. So seien insgesamt für 123 Mrd. USD T-Bills emittiert und mit zwei-, fünf- und siebenjährigen T-Notes weitere 88 Mrd. USD aufgenommen worden.

Die Internetwährung Bitcoin habe es erstmals geschafft, die unglaubliche Marke von 10.000 US-Dollar zu überspringen und weil es so schön gewesen sei, auch noch die 11.000 US-Dollar, bevor Gewinnmitnahmen eingesetzt hätten. Damit habe die Krypto-Währung alleine in 2017 ihren Wert in der Spitze mehr als verzehnfacht.

Solche Entwicklungen seien an dem gesetzlich geregelten und unter Aufsicht stehenden Devisenmarkt unvorstellbar. Aber auch dort seien von Zeit zu Zeit bei vereinzelten Währungen größere Volatilitäten zu beobachten. Ein Beispiel dafür sei die aktuelle Entwicklung der Türkischen Lira sowie der Landeswährung von Südafrika.

So habe der Südafrikanische Rand (ZAR) Ende März dieses Jahres bei 13,3792 ZAR gehandelt. In den darauf folgenden Handelsmonaten habe er allerdings kontinuierlich an Wert verloren und sei zeitweise bis auf 17,0683 ZAR (15.11.2017) zurückgefallen, was einem neuen Jahrestief entspreche. Vergangene Woche sei nun auch noch die Bonität des Landes durch die Ratingagenturen S&P und Fitch herabgesetzt worden. Somit habe das Land bei zwei von drei Agenturen das Investmentgrade verloren. Nur noch Moody's bewerte die Papiere bei Baa3, allerdings mit negativem Ausblick. In erster Reaktion sei der Rand von 16,4313 ZAR bis auf 16,90 ZAR gefallen. Jedoch habe sich die Währung wieder etwas erholen können und notiere derzeit bei 16,22 ZAR.

Bei dem wohl wichtigsten Währungspaar EUR/USD seien außergewöhnliche Schwankungen eher eine Seltenheit. In der vergangenen Berichtswoche habe sich die europäische Gemeinschaftswährung robuster gezeigt und sei von 1,1733 bis auf 1,1961 USD gestiegen und damit in die Nähe der psychologischen wichtigen Marke bei 1,20 USD. Heute Morgen handle der Euro in der Handelsspanne der Tage zuvor bei 1,1855 USD.

Um ihr Depot breiter aufzustellen, hätten Privatanleger in dieser Berichtswoche vornehmlich Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, Südafrikanische Rand, Norwegische Kronen sowie Russische Rubel und Türkische Lira gesucht.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (01.12.2017/alc/a/a)





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