Erweiterte Funktionen

EUR-Unternehmensanleihen: Merkliche Fondsabflüsse, Risikoprämien angestiegen


04.01.19 11:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Entgegen der breiten Markterwartung hielt das beschleunigte Re-Pricing u.a. des Credit-Marktes auch im vierten Quartal 2018 an, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Dementsprechend sei es im Jahresverlauf zu merklichen Fondsabflüssen bei EUR-Unternehmensanleihen (seit Jahresanfang -8% (IG) bzw. -17% (HY)) sowie Anstiegen der Risikoprämien (Option Adjusted Spread; OAS) gekommen, sowohl im Investment Grade (IG) als auch High-Yield (HY) Segment von 62 Basispunkten (BP) bzw. 202 BP. In Summe markiere 2018 seit 2005 das zweite bzw. vierte Jahr mit einem negativen Gesamtertrag für IG (-1,3%) sowie HY (-3,1%).

Diese Entwicklung alleine auf das mit Dezember 2018 aktive Ende des Corporate Sector Purchase Programme (CSPP) der EZB zu reduzieren sei wohl zu kurz gegriffen. Vielmehr befinden wir uns unserer Ansicht nach in einem Spätzyklus am Credit-Markt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG. Gepaart mit den aktuellen politischen Themen in Europa und weltweit, sowie dem Handelskonflikt und dem Niedrigzinsumfeld, bedeute dies steigende Nervosität. Darüber hinaus seien die Analysten der Meinung, dass gegen Jahresende eine, vergleichsweise zum restlichen Jahr, niedrigere Liquidität an den Finanzmärkten wie eine Art Hebel wirken dürfte und damit ein deutlich negatives Sentiment auch für signifikantere Spreadausweitungen sorge. (Ausgabe vom 20.12.2018) (04.01.2019/alc/a/a)