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EUR-Geldmarktsätze präsentieren sich weiterhin stabil


08.01.18 15:48
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die ersten Datenmeldungen des neuen Jahres deuten unisono auf eine Fortsetzung des sehr dynamischen Konjunkturaufschwungs in Euroland hin, berichten die Analysten der Nord LB.

So sei die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone so gut wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Der Economic-Sentiment-Indikator habe sich im Berichtsmonat Dezember auf nunmehr 116,0 Punkte erhöht, unterstützt von kräftigen Verbesserungen im Industrie- sowie im Dienstleistungssektor. Der sentix-Konjunkturindex als "First-Mover" sei im Januar auf 32,9 Punkte geklettert. Im Laufe der Woche würden noch die deutsche Industrieproduktion (Dienstag) sowie die Schnellschätzung zum deutschen BIP-Wachstum im Jahr 2017 (Donnerstag) veröffentlicht.

Die Inflation in Euroland habe sich zum Jahresende 2017 hingegen aufgrund von Basiseffekten leicht abgeschwächt. Da zuletzt der Ölpreis jedoch deutlich gestiegen sei, sei der Rückgang der HVPI-Jahresrate auf 1,4% Y/Y im Dezember moderater ausgefallen als zuvor von den meisten Analysten erwartet worden sei. Das Problem eines zu geringen binnenwirtschaftlichen Preisdrucks bleibe jedoch weiterhin bestehen, die Kernrate ohne die volatilen Bestandteile Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak habe auch im Dezember bei 0,9% Y/Y verharrt. Dennoch würden die Analysten dabei bleiben, dass mit zunehmender Auslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten im Laufe dieses Jahres mit einer sukzessiven Steigerung zu rechnen sein werde.

Vor diesem Hintergrund hätten die Marktteilnehmer auch ihre mittelfristigen Leitzinserwartungen spürbar angepasst. Der Eonia 1Y1Y Forward notiere aktuell mit - 0,1756% höher als vor Weihnachten und der Eonia 2Y1Y Forward liege mit 0,1330% fast 15 Basispunkte höher als vor zwei Wochen. Kurzfristig sei allerdings mit keinen Zinsanhebungen durch die EZB zu rechnen. Derzeit würden sich die Diskussionen im EZB-Rat noch um das richtige Ende der Nettoanleihekäufe richten, die Accounts der Dezembersitzung würden am Donnerstag von der EZB veröffentlicht.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann habe in einem Interview mit der spanischen Zeitung El Mundo noch einmal für ein konkretes Enddatum des EAPP geworben, für Zinserhöhungen habe er jedoch noch nicht offensiv werben gemocht. Entsprechend stabil würden sich weiterhin die EUR-Geldmarktsätze präsentieren, die vor allem die kurzfristigen Leitzinserwartungen widerspiegeln würden. Dies auch, weil sich der kurzzeitige Sprung des EONIA auf bis zu -0,241% Ende November wie mehrfach betont als rein temporäre Verzerrung erwiesen habe. Der EONIA notiere aktuell mit -0,357% sogar ganz leicht unter dem Durchschnitt der letzten 200 Tage. Der 3M-EURIBOR liege mit -0,329% ebenfalls wieder auf dem Ausgangsniveau von Mitte November. (08.01.2018/alc/a/a)