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EUR-Benchmark-Bankanleihen: Q3 weit schwächer als erwartet


13.10.17 11:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Emissionstätigkeit bei Bankanleihen im EUR-Benchmark-Format fiel im dritten Quartal 2017 überraschend schwach aus, so die Analysten der Helaba.

Das umfangreich in Anspruch genommene langfristige Refinanzierungsprogramm der EZB Ende des 1. Quartals 2017 wirkt noch immer nach. Die Emissionspläne sind vor allem regulatorisch getrieben: Insbesondere bei den relativ neuen Non-preferred Senior Bonds rechnen wir mit einem Anstieg der Emissionstätigkeit. Insgesamt dürfte das Emissionsvolumen 2017 jedoch niedriger als im Vorjahr ausfallen.

Vor allem in Frankreich, Italien und Großbritannien seien im dritten Quartal 2017 vergleichsweise geringe Volumina an den Markt gekommen. Bei erstrangig unbesicherten Festzinsanleihen sei das Emissionsvolumen gegenüber dem zweiten Quartal 2017 um 26% und gegenüber dem dritten Quartal 2016 um 4% auf 13,0 Mrd. EUR gesunken. Das Emissionsvolumen der gedeckten Anleihen mit fixem Kupon sei gegenüber dem zweiten Quartal 2017 um 53% gefallen, sei jedoch gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal relativ stabil gewesen. Es habe im dritten Quartal 2017 15,7 Mrd. EUR betrage und sei somit nur noch geringfügig höher ausgefallen als das Volumen unbesicherter Anleihen.

Im Zeitraum Januar bis September 2017 habe das Covered-Bond-Volumen im Festzinsbereich mit 101,0 Mrd. EUR das unbesicherte Volumen von 55,7 Mrd. EUR aufgrund des starken Auftaktquartals dennoch weiterhin deutlich überstiegen. Dies sei vor allem mit der starken Beteiligung der Banken am langfristigen Refinanzierungsgeschäft der EZB (TLTRO II.4) vom März 2017 zu erklären. Dieses Programm habe bei vierjähriger Laufzeit ein Volumen von 234 Mrd.EUR erreicht.

Gegenüber den Sommermonaten habe die Emissionstätigkeit zuletzt langsam angezogen. Vor allem bei den relativ neuen Non-preferred Senior Bonds (NPS-Anleihen) bestehe hoher Emissionsbedarf zum Erreichen der ab 2019 gültigen Mindestquoten für das gesamte Haftkapital von Banken. Aus der Beobachtungsliste der Analysten hätten seit Jahresanfang BNP Paribas, Société Générale, Banco Santander und zuletzt auch ING Groep sowie BBVA mit der Emission der neuen Anleihekategorie begonnen.

Mit zunehmender Klarheit über die rechtlichen Rahmensetzungen für Preferred und Non-preferred Senior Bonds in den europäischen Ländern würden die Analysten bei stabilem Kapitalmarktumfeld mit einem Anstieg der Emissionstätigkeit seitens der Banken rechnen. Dies werde nicht zuletzt durch hohe Fälligkeiten und die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gestützt. Für kurzzeitige Zurückhaltung könnten nochmals das EZB-Meeting am 26. Oktober und die mit Spannung erwarteten Aussagen zur Geldpolitik mit entsprechenden Implikationen für die Finanzierungsbedingungen sorgen. Im Gesamtjahr 2017 werde das Emissionsvolumen aber nach Einschätzung der Analysten niedriger als im Vorjahr ausfallen. (13.10.2017/alc/a/a)