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EM-Rentenmärkte: Robuste Wirtschaftsdaten und steigender Ölpreis unterstützen


09.08.17 11:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Trotz einiger Widrigkeiten zu Monatsbeginn entwickelten sich die Rentenmärkte der Emerging Markets (EM) im Juli positiv, so die Experten von Union Investment.

Ein temporärer Renditeanstieg bei Staatsanleihen aus den Industrienationen - die Verzinsung zehnjähriger US-Treasuries habe innerhalb weniger Tage um knapp zehn Basispunkte zugelegt - habe zunächst für Verkaufsdruck bei EM-Staatspapieren gesorgt. Zur Monatsmitte hätten sich aber die positiven Treiber durchgesetzt, sodass EM-Rentenmärkte per saldo ein Plus von 0,8 Prozent verzeichnet hätten (JP Morgan EMBI Global Div. Index). Auch die Risikoaufschläge (Spreads) seien um fünf auf 302 Basispunkte zurückgekommen.

Positiv für die stark vom Welthandel abhängigen Schwellenländer seien die erneut festen Wachstumszahlen aus China gewesen. Das Bruttoinlandsprodukt habe im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 6,9 Prozent zugelegt. Das eröffne den Behörden Spielraum, stabilisierende Maßnahmen im Banken- und Immobilienbereich durchzuführen, ohne das Wachstum zu stark zu gefährden. Für das Gesamtjahr strebe Peking eine Steigerung um 6,5 Prozent an.

Unterstützung sei auch vom kräftig erholten Ölpreis (Brent: +10,4 Prozent) gekommen. Auf ihrem Treffen in St. Petersburg hätten die vier OPEC-Staaten Saudi-Arabien, Algerien, Kuwait und Venezuela zusammen mit Russland und dem Oman von den weiteren Mitgliedern der Allianz zur Förderbegrenzung eine stärkere Disziplin eingefordert.

Signale einer leichten Entspannung seien zudem aus dem Nahen Osten gekommen, wo die Krise um Katar zumindest nicht weiter eskaliert habe. Das von Saudi-Arabien und seinen Verbündeten gesetzte Ultimatum an das Emirat sei zwar ergebnislos abgelaufen, allerdings hätten sich die Staaten nicht auf eine Verschärfung der Sanktionen einigen können. Insbesondere die zuvor stark unter Druck stehenden katarischen Staats- und Unternehmensanleihen hätten positiv reagiert. Der Konflikt schwele gleichwohl weiter und noch sei unklar, wie eine nachhaltige Lösung aussehen könnte.

EM-Rentenanlagen würden von anhaltenden Mittelzuflüssen (im Juli über vier Milliarden US-Dollar) und konstruktiven Wirtschaftsdaten unterstützt bleiben. Mögliche Risikofaktoren seien geopolitische Krisen sowie ein kräftiger globaler Renditeanstieg. (Ausgabe Juli 2017) (09.08.2017/alc/a/a)