Erweiterte Funktionen

EM-Rentenmärkte: Anhaltender Wachstumstrend


08.11.17 11:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Staatsanleihen aus den Schwellenländern setzten im Oktober ihre seit Monaten andauernde Aufwärtsbewegung fort, so die Experten von Union Investment.

Auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) hätten die in US-Dollar und Euro notierenden Papiere 0,4 Prozent gewonnen. Die Risikoprämien hätten leicht enger bei 284 Basispunkten geschlossen. Einfluss auf die Kurse habe die Entwicklung von Anleiherenditen und Währung in den Vereinigten Staaten gehabt. Getrieben von neuen Steuerplänen der Trump-Regierung habe die Verzinsung von US-Staatspapieren mit zehnjähriger Laufzeit um fünf Basispunkte auf 2,38 Prozent zugelegt. Der US-Dollar habe gegenüber Schwellenländer-Devisen teils kräftig aufgewertet.

Zentralbank-Nachrichten aus den USA und der Eurozone hätten ebenfalls die Anleihen der aufstrebenden Volkswirtschaften belastet. So hätten Spekulationen um die Nachfolge von FED-Chefin Janet Yellen die US-Renditen in die Höhe getrieben: Von den gehandelten Kandidaten werde überwiegend eine straffere Geldpolitik erwartet. Höhere Zinsen in den USA würden Schwellenländer-Investments relativ gesehen unattraktiver machen. Einen ähnlichen Effekt habe die Ankündigung der Europäischen Zentralbank gehabt, ihr Anleiheankaufprogramm ab Januar 2018 weiter zu drosseln. Zum Monatsende hätten aber positive Signale die Oberhand gewonnen: Der Ölpreis (Brent) habe im Monatsverlauf über sieben Prozent zugelegt und dabei erstmals seit Juli 2015 wieder die 60-US-Dollar-Marke übersprungen.

Die Aktivitäten am Primärmarkt seien unvermindert hoch geblieben. Unter anderem hätten Jordanien, Abu Dhabi, Ungarn und Ecuador neue Papiere platziert. Im Fokus habe zudem die Neuemission Chinas gestanden. Das erste Mal seit 2004 habe der Staat Geld am Kapitalmarkt aufgenommen. Die Platzierung sei mit einem Volumen von zwei Milliarden US-Dollar - im Verhältnis zu den Gesamtfinanzen des Staates - relativ klein gewesen und habe vor allem Raritätswert gehabt. Dennoch sei die Nachfrage nach den teuer gepreisten und ohne Rating daherkommenden Anleihen immens gewesen.

Nach vorne gerichtet würden die global straffere Geldpolitik und die teils hohe Bewertung die Aussichten für Schwellenländer-Anlagen leicht dämpfen. Unterstützung komme hingegen weiterhin von anhaltenden Mittelzuflüssen und steigenden Rohstoffpreisen. (Ausgabe Oktober 2017) (08.11.2017/alc/a/a)