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EM-Bonds: China könnte zum Problem werden


11.01.22 13:30
Barings

Boston (www.anleihencheck.de) - Omotunde Lawal, Head of Emerging Markets Corporate Debt beim Investmentmanager Barings liefert hiermit einen kurzen Ausblick für 2022.

Auf die Frage "Welches ist das größte Risiko im kommenden Jahr, wo sehen Sie 2022 die attraktivsten Chancen?" antworte die leitende Portfoliomanagerin der Strategie für Unternehmensanleihen aus Schwellenländern wie folgt:

Eines der größten Risiken für Unternehmensanleihen aus Schwellenländern liege in politischen Fehlern seitens der chinesischen Regierung. Die chinesische Wirtschaft verfüge zwar über das politische Instrumentarium, um die aktuellen Veränderungen zu navigieren, doch wenn die Regierung mit ihren Änderungen zu weit gehe und damit eine deutliche Abkühlung der Konjunktur auslöse, könnte dies erheblichen Gegenwind für die gesamte Anlageklasse der Schwellenländer erzeugen. Außerhalb Chinas würden die Experten auch geopolitische Risiken verfolgen, einschließlich der Wahlen in Brasilien und der Spannungen in Regionen wie dem Nahen Osten. Zudem stünden die Entwicklungen rund um Corona weiterhin im Mittelpunkt.

Was die Chancen betreffe, würden die Experten das High-Yield-Segment des Marktes für recht attraktiv halten. Die Spread-Differenz zwischen Investment-Grade- und Hochzinsanleihen habe sich zwar etwas verringert, sei aber im Vergleich zum langfristigen Durchschnitt nach wie vor groß. Im High-Yield-Segment entstünden derzeit immer wieder neue Chancen durch Schwankungen in Ländern wie Brasilien, der Ukraine und der Türkei. Angesichts dieser Volatilität würden sich die Spreads der Unternehmensanleihen oftmals über das Niveau hinaus ausweiten, das die Fundamentaldaten vermuten lassen würden, sodass sich Anlagechancen bei soliden, global diversifizierten Emittenten zu attraktiven Preisen ergeben würden. (11.01.2022/alc/a/a)