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Druck auf EZB hält an


02.05.22 09:00
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Letzte Woche hat der Euro herbe Verluste gegenüber dem US-Dollar eingefahren, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Der EUR/USD-Kurs habe von 1,0840 bis 1,0470 während der Woche nachgegeben. Auslöser sei der russische Gaslieferstopp an Polen und Bulgarien gewesen. Ängste vor einem generellen Lieferstopp für die EU-Wirtschaft, die eine Rezession nach sich ziehen könnte, hätten den Euro geschwächt. Am Freitag habe sich EUR/USD etwas über 1,0500 stabilisieren können. Dennoch seien noch keine positiven Euro-Nachrichten am Horizont auszumachen. Die EU-Verbraucherpreise für April hätten das exakt gleiche Inflationsniveau von 7,5% wie im März ausgewiesen. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrung) sei von 2,9% im März auf 3,5% im April gestiegen.

Mit der hohen Inflation halte der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) an die Leitzinsen bald zu erhöhen. Preisstabilität zu gewährleisten sei das oberste Ziel der EZB. Immer mehr nationale Zentralbankchefs wie z. B. Joachim Nagel von der Deutschen Bundesbank würden sich für eine erste Zinsanhebung im Juli stark machen. Steigende Zinsen würden die Gefahr einer Schwächung für die EU-Wirtschaft bergen, würden aber dem Euro etwas unter die Arme greifen. EUR/USD werde zwischen 1,0470 und 1,0600 erwartet. (02.05.2022/alc/a/a)