Drei, vier oder doch nur zwei Zinserhöhungen in den USA?


01.03.18 12:00
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die Frage, wie die künftige Grenze zwischen dem EU-Land der Republik Irland und dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland aussehen soll, entpuppt sich immer mehr als Knackpunkt der Brexit-Verhandlungen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Dies sei einmal mehr deutlich geworden, als gestern EU-Chefunterhändler Michael Barnier den ersten Entwurf für den Austrittsvertrag mit Großbritannien vorgelegt habe. Da das Papier nicht ausschließe, dass die britische Provinz notfalls im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion bleibe, hätten in London die Wogen der Empörung hochgeschlagen. Kein britischer Premierminister könnte einer Zoll- und Regulierungsgrenze entlang der Irischen See, die zwischen Großbritannien und Irland liegt, je zustimmen, habe Premierministerin Theresa May in London gesagt.

Würde der Entwurf bei einer Umsetzung laut May doch die freie Wirtschaft von Großbritannien untergraben und dessen Verfassungsintegrität gefährden. Jedoch gelte auch hier: Das Ziel sei der Weg. Denn sei doch 1998 die offene Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland der Schlüssel zur Beendigung des Nordirlandkonflikts gewesen - und damit eine Frage von Krieg und Frieden. Deshalb wolle London auch bei einem harten Brexit offene Grenzen ohne Kontrollen, könne aber bisher keine praktikable Lösung präsentieren. Dies offenbare einmal mehr die Planlosigkeit der britischen Regierung und ihrer Premierministerin.

Und die gerate immer mehr unter Druck. Denn nun biete die britische Labour-Party eine politische Alternative zu einem harten Brexit. So wolle die Oppositionspartei in Westminster nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU für den Verbleib des Landes in einer Zollunion mit der Gemeinschaft kämpfen. Die Partei strebe auch eine "neue, starke Beziehung" zum EU-Binnenmarkt an und schließe eine erneute Teilhabe am Binnenmarkt nicht mehr grundsätzlich aus.

So fordere Parteiführer James Corbyn Verhandlungen über eine "neue und umfassende Zollunion", die britischen Unternehmen auch nach dem Brexit den zollfreien Warenverkehr mit der EU ermöglichen solle. Dies würde einem so genannten weichen Brexit gleichkommen, wie ihn auch eine Reihe von Tory-Rebellen fordere. Corbyn, der sich um die Frage nach einem harten oder weichen Brexit immer herumgedrückt habe, habe sich nun klar positioniert. Damit eröffne Labour den Briten nicht nur eine neue Option, gleichzeitig setze die Opposition auch Premierministerin Theresa May massiv unter Druck. Denn im Unterhaus gebe es mindestens zwölf Abgeordnete von Mays Tory-Party, die ihr Land ebenfalls in der Zollunion halten würden und gegen einen harten Brexit stimmen möchten. Rein rechnerisch würden die Gegner einer harten Linie nun über eine knappe Mehrheit im Unterhaus verfügen.

Theresa May werde damit immer mehr zur schwankenden Lady, denn eine Niederlage der Premierministerin nach Ostern, wenn das Parlament über einen Gesetzentwurf der May-Kritiker abstimmen werde, rücke nun vollends in den Bereich des Möglichen. Mit dem zur Abstimmung stehenden Gesetz solle Großbritannien eng an die EU-Zollunion gebunden werden, um Nachteile für die Wirtschaft zu verhindern und Kontrollen an der künftigen EU-Außengrenze zwischen Irland und dem britischen Nordirland zu vermeiden. Wenn May dieses Votum verliere, müsste sie wohl zurücktreten. Ja, möglicherweise könnte dies auch zu Neuwahlen führen. Der folgende Wahlkampf wäre dann nahezu ausschließlich von Brexit-Themen geprägt. Man dürfe gespannt sein auf den kommenden Freitag, an dem die Premierministerin ihren Standpunkt zu der neuen Situation erläutern wolle. Immerhin, die Hoffnung auf einen sanften Brexit habe wieder neue Nahrung erhalten.

Drei, vier oder doch nur zwei Zinserhöhungen in den USA? Eine Antwort auf diese Frage hätten sich die Marktteilnehmer von der ersten Anhörung des neuen FED-Präsidenten, Jerome Powell, im Kongress erhofft. Das halbjährlich stattfindende Testimony vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses sei die erste Gelegenheit gewesen, eine seriöse Einschätzung der zukünftigen US-Notenbankpolitik vorzunehmen. Die mit Spannung erwarteten Ausführungen würden den Eindruck entstehen lassen, dass die von seiner Vorgängerin eingeleitete behutsame Normalisierung der Geldpolitik auch weiterhin Bestand haben werde. Somit werde sich die Zinspolitik an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen orientieren und nicht als ausgesprochen aggressiv zu bezeichnen sein.

Die Schwierigkeit werde also darin bestehen, einen Mittelweg zwischen dem Vermeiden einer Überhitzung der US-Wirtschaft und dem Erreichen des angepeilten Inflationszieles zu finden. Sollte wider Erwarten die Konjunktur zu heiß laufen, so habe Powell bereits jetzt signalisiert, die Zinsen auch schneller anzuheben. Viele Marktbeobachter haben diesen Hinweis als Indiz für vier Zinsanhebungen in 2018 angesehen, jedoch erscheint den Analysten der Baader Bank diese Schlussfolgerung als zu voreilig. Denn die US-Unternehmen und somit die gesamte US-Konjunktur würden aktuell von einer Vielzahl von Faktoren profitieren, die nur eine begrenzte Haltbarkeit hätten. So würden die jetzt wirksam gewordenen steuerlichen Effekte nicht ewig die Ertragslage der Unternehmen verbessern und auch die Schutzzölle seien nicht dazu geeignet, eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit zu erzeugen.

Habe man früher die USA immer als die Lokomotive der Weltwirtschaft bezeichnet, so treffe die Aussage nach der Installation von Schutzzöllen und den damit provozierten Gegenmaßnahmen betroffener Handelspartner mit Sicherheit nicht mehr zu. Somit führe die "America First"-Denkweise des Lokomotivführers D.T., dem Unberechenbaren, für die USA früher oder später aufs Abstellgleis. Es sei also noch nicht sicher, ob die US-Wirtschaft das halten könne, was man sich in den USA von den ganzen Maßnahmenpaketen verspreche und somit Jerome Powell überhaupt auf einen strafferen Kurs umschwenken müsse.

Ob und wann die andere bedeutende Notenbank, die Europäische Zentralbank (EZB), auf den Kurs der US-Notenbank (FED) einschwenken werde, sei die zweite an den Finanzmärkten oftmals gestellte Frage. Jedoch gebe es bereits zwischen Chef und designiertem Vize unterschiedliche Auffassungen hierzu. So sehe der neue Stellvertreter de Guindos eine Annäherung der EZB-Politik an die FED-Vorgaben. EZB-Präsident Mario Draghi betone hingegen bei jeder sich bietenden Gelegenheit - trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Eurozone - die Notwendigkeit einer sehr lockeren Geldpolitik. Habe man nach der Veröffentlichung des Protokolls der Ratssitzung vom 25. Januar noch den Eindruck gehabt, dass sich alle Mitglieder des EZB-Rates inzwischen mit einem Kommunikationswechsel inclusive der Forward Guidance zu Anleihekäufen und Zinsen angefreundet hätten, so sei dies eher als neuerliches Indiz für die Zerrissenheit innerhalb des EZB-Rates zu werten.

Vor diesem Hintergrund bekomme die im Protokoll nachzulesende Ankündigung, "die Sprachregelung zum geldpolitischen Kurs kann im frühen Jahresverlauf 2018 überprüft werden", einen anderen Sinn. Denn dieser Prozess könne sich auch über einen Zeitraum von mehreren Sitzungen hinziehen und nicht Gegenstand eines einzigen Treffens der EZB-Ratsmitglieder sein. Es scheine also weiterhin bei den EZB-Notenbankern so zu sein, dass die Angst vor der eigenen Courage einen eindeutigen Kommunikationswechsel verhindere.

Am 4. März fänden in Italien die Parlamentswahlen statt. Und wieder würden viele Beobachter von einem Schicksalstag für Europa reden. Gar von einem "Countdown ins Chaos" schreibe der "Stern". Denn die volkswirtschaftlichen Herausforderungen des Landes seien enorm. So verharre die italienische Staatsverschuldung zwar wegen des anziehenden Wirtschaftswachstums, das die EU auf unterdurchschnittliche 1,5% für 2018 taxiere, auf stabilem Level. Allerdings befänden sich die wirtschaftlichen Kennzahlen allesamt auf sehr hohem Niveau. Mit 2,3 Bill. Euro oder horrenden 132% des BIPs weise Italien die weltweit dritthöchste Staatsverschuldung auf und mit gut 15% an der Gesamtkreditsumme würden Problemkredite einen dreimal so hohen Anteil wie im Durchschnitt der Währungsunion bilden. Ziehe man die Rückstellungen ab, so hätten die faulen Kredite laut der Italienischen Zentralbank ein Volumen von 81 Mrd. Euro. Und die Jugendarbeitslosigkeit sei mit 32,2% weiterhin extrem hoch.

Auf die Parteien, die um den Einzug ins Parlament ringen würden, würden also riesige Herausforderungen warten. Aber nicht die wirtschaftliche Lage sei es, die zentrales Thema des Wahlkampfes geworden sei. Nach Schlagzeilen über einen angeblich von einem Nigerianer verübten Mord und den darauf folgenden Schüssen eines Neofaschisten auf dunkelhäutige Menschen in der Kleinstadt Macerata drehe sich alles um das Thema Sicherheit. Natürlich sei dies ein wichtiges Thema. Aber den großen wirtschaftlichen Problemen scheine keine Partei in Italien gerecht zu werden. Ein Macron à la Italiana sei nicht in Sicht. Im Gegenteil, sinnvolle Reformen der früheren italienischen Regierungen Monti und Renzi, etwa in puncto Rente und Arbeitsmarkt, würden infrage gestellt. Von Steuersenkungen bis Grundeinkommen würden "vor allem Wahlgeschenke" versprochen, beobachte die Konrad-Adenauer-Stiftung. Anders ausgedrückt, die Parteien versprächen dem Wahlvolk das "Azurblaue vom Himmel" herunter.

Dabei sei völlig unklar, wer Italien künftig regieren werde. Denn drei ähnlich starke Lager würden sich zur Wahl stellen. Stärkste Einzelpartei könnte die populistische, europafeindliche Bewegung "Fünf Sterne" werden. Aber auch die Rechtspopulisten der Lega Nord hätten in den aktuellen Umfragen deutlich zulegen können. Und dann sei da noch Silvio Berlusconi. Auf den Wahlplakaten seiner Forza Italia stehe zwar "Berlusconi Presidente", obwohl er bis Ende 2019 als verurteilter Steuerhinterzieher gar kein politisches Amt bekleiden dürfe. Man dürfe also gespannt sein auf den 4. März und das Ergebnis der italienischen Parlamentswahl - zumal das auch noch der Tag sei, an dem das Ergebnis des Mitgliedervotums der SPD bekannt gegeben werden solle.

Für beide Ereignisse wappne man sich bereits in Brüssel. Die EU-Kommission bereite sich auf mögliche Turbulenzen an den Finanzmärkten nach der Italien-Wahl und dem SPD-Mitgliedervotum zum Koalitionsvertrag in Deutschland vor, habe EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei einer Diskussionsveranstaltung zunächst verraten gehabt, um das Gesagte danach wieder zurückzuziehen. Nein, so sollte seine Aussage nicht fehlinterpretiert werden, habe Juncker betont. Des Weiteren habe er noch angemerkt, dass es seines Erachtens nach der Wahl in Italien eine handlungsfähige Regierung geben werde.

Hans-Werner Sinn sei auf Emmanuel Macron nicht gut zu sprechen. So habe der ehemalige Chef des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung die kommende Bundesregierung in der "Welt am Sonntag" davor gewarnt, dem französischen Staatspräsidenten bei der Reform der Euro-Zone zu weit entgegenzukommen. Bei einer Umsetzung von Macrons Ideen würde die Euro-Zone nur kurzfristig stabilisiert, aber langfristig destabilisiert werden. Dabei drehe es sich im Kern immer wieder um dasselbe Thema: Die Vertiefung der Eurozone als eine Umschreibung für die Vergemeinschaftung von Schulden. Wenn Deutschland für die Schulden der Euro-Partner bürge, so Sinns Argumentation, könnten sich die Länder Südeuropas munter weiterverschulden. Und dies würde eine neue Verschuldungswelle lostreten, die langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des ganzen Kontinents schwächen würde.

Neue Schulden müsse die Bundesrepublik derzeit jedenfalls nicht machen. Mit 1.475 Mrd. Euro Einnahmen und Ausgaben von 1.438 Mrd. Euro habe der deutsche Staat 2017 einen rekordhohen Finanzierungsüberschuss von 36,6 Mrd. Euro erzielt. Noch nehme die Bundesrepublik also mehr ein als sie ausgebe. Ob das mit einer Großen Koalition aus Union und SPD auch noch so sein werde, dürfe zumindest bezweifelt werden. Auch das Versprechen des designierten Wirtschaftsministers Altmaier, die erfolgreiche Arbeit von Wolfgang Schäuble weiterzuführen, habe keine beruhigende Wirkung entfalten können. Zumal den Sozialdemokraten oftmals nachgesagt werde, dass sie am liebsten das Geld der Anderen ausgeben würden.

Die drittgrößte Bank Lettlands, die ABLV, stehe vor dem Aus. Nach Einschätzung der EZB stehe das Institut vor dem Zusammenbruch und müsse abgewickelt werden. Eine Rettung sei nicht im öffentlichen Interesse, hätten die EZB und das für die Bankenabwicklung zuständige Gremium, das Single Resolution Board (SRB), mitgeteilt. Erst vergangene Woche habe die EZB gegen die ABLV eine Auszahlungssperre verhängt. Angesichts einer signifikanten Verschlechterung ihrer Liquidität sei die Bank wahrscheinlich nicht in der Lage, ihre Schulden und andere Verpflichtungen zu bedienen, wenn sie fällig würden, habe es bei der EZB geheißen.

Die ABLV gelte in Lettland nicht als systemrelevant, weshalb die Regierung in Riga auch nicht einzugreifen gedenke. Die USA hätten der ABLV, von deren Einlagen 40% aus dem Ausland kämen, vorgeworfen, in Geldwäsche von Kunden aus Russland und der Ukraine verwickelt zu sein. Daraufhin seien rund 600 Mio. Euro an Einlagen abgeflossen. In der Folge habe die lettische Notenbank fast 300 Mio. Euro so genannter ELA-Nothilfen (ELA: Emergency Liquidity Assistance) an das angeschlagene Institut überwiesen.

Diese Maßnahme habe wiederum den Präsidenten der EZB, Mario Draghi, dazu veranlasst, erneut eine Änderung der Regeln für die umstrittenen Notkredite für angeschlagene Banken zu fordern. Nur wenn die Hilfen mit geldpolitischen Aufgaben in Verbindung gestanden hätten, wäre ein Untersagen seitens der EZB möglich gewesen. Daher wolle Draghi die ELA-Notkredite bei der EZB zentralisiert sehen. Erstmals in den Fokus gerückt gewesen seien die ELA-Notkredite in der Griechenland-Krise, als damit griechische Banken mit Milliardenhilfen über Wasser gehalten worden seien.

Und wie es nach seiner Überzeugung in Sachen Regulierung auf keinen Fall weitergehen soll, hat uns Draghi diese Woche ebenfalls mitgeteilt - nämlich mit einer Aufweichung der Regeln, so die Analysten der Baader Bank. Ein Rückbau oder eine Abschwächung der bestehenden Regulierung sei das Letzte, was die EZB sehen wolle. Damit wäre auch das klar!

Noch im Dezember sei der Bitcoin auf ein Rekordhoch von 20.000 US-Dollar geklettert. Anfang Februar sei dann der Absturz der Digitalwährung auf 6.000 US-Dollar erfolgt, bevor sie sich wieder auf über 10.000 US-Dollar erholt habe. Kein Zweifel, der Bitcoin sei heftigen Schwankungen ausgesetzt. Und wie die EU-Kommission es sehe, sei die Kryptowährung in ihrem Wert nicht sicher, sodass Investoren Gefahr laufen würden, ihr Geld zu verlieren. Daher schließe Brüssel ein Vorangehen bei der Regulierung von Kryptowährungen nicht mehr aus, wie jetzt der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, gesagt habe. Bereits vor zwei Wochen habe die Kommission die Finanzaufsichtsbehörden gebeten, die Warnhinweise für Anleger zu verschärfen.

Bei einer künftigen Regulierung gehe es der EU auch darum, die Anti-Geldwäscherichtlinie auf Bitcoins anzuwenden. Für weiterführende Regulierungsschritte bedürfe es aber Absprachen auf internationaler Ebene. Schließlich würden Kryptowährungen auf der ganzen Welt gehandelt. Es sei ein globales Phänomen, und deshalb sei eine globale Antwort nötig, habe Dombrovskis gesagt. Allerdings habe er auch angemerkt, dass Europa die Chancen annehmen müsse, welche die Kryptowährungen bieten würden. Wie die genau aussehen sollten, habe Dombrovskis aber offen gelassen.

Bisher jedenfalls eröffne insbesondere die Nicht-Regulierung von Bitcoin und Co. die Chance für wilde Spekulationen.

Nach drei Jahren Abstinenz habe sich der börsennotierte Großhandelskonzern METRO wieder an die Börse gewagt und einen 5-jährigen Bond (ISIN XS1788515788 / WKN A2LQJK) begeben. Das Unternehmen mit der Zentrale in Düsseldorf zahle den Investoren bis zur Fälligkeit am 06.03.2023 einen jährlichen Zins in Höhe von 1,125%. Der Ausgabepreis des 500 Mio. Euro schweren Bonds habe bei 99,706% gelegen, was einem Emissionsspread von +72 Bps über Mid Swap entsprochen habe. METRO habe wie die ebenfalls in dieser Woche am Primärmarkt aktiven Unternehmen Red Eléctrica und Securitas die Mindeststückelung von nominal 100.000 Euro festgelegt.

Red Eléctrica, ein spanischer Versorger, habe einen Bond (ISIN XS1788586375 / WKN A19XB3) mit einem Emissionsvolumen von 600 Mio. Euro und einer Laufzeit bis zum 13.03.2027 begeben. Diese 9-jährige Anleihe sei zu 99,443% begeben worden und mit einem jährlichen Kupon in Höhe von 1,25% ausgestattet. Dies sei einem Spread von +32 Bps über Mid Swap gleichgekommen. Das in Spanien für den Betrieb des elektrischen Höchstspannungsnetzes zuständige Unternehmen habe sich eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen aufnehmen lassen. Ferner sei das Wertpapier drei Monate vor Endfälligkeit, sprich am 13.12.2026, zu 100% kündbar.

Der schwedische Sicherheitskonzern Securitas mit Sitz in Stockholm habe 300 Mio. Euro frisches Geld am Kapitalmarkt eingesammelt. Die Anleihe (ISIN XS1788605936 / WKN A19XBX) habe ebenfalls einen jährlichen Kupon von 1,25% und ist am 06.03.2025 fällig. Begeben worden sei das Papier zu 99,257%, was einem Emissionsspread von +60 Bps über Mid Swap entsprochen habe. Securitas habe sich ein jederzeitiges Kündigungsrecht ab dem 06.12.2024 zu 100% in die Anleihebedingungen schreiben lassen.

Es sei zwar nur ein kleines Gap gewesen und viele Marktbeobachter hätten es nicht mehr für möglich gehalten, doch nun endlich könne auch daran ein Haken gemacht werden. Am 25. auf den 26. Januar sei eine Handelslücke zwischen 159,64% und 159,66% entstanden, die nun endlich einen Monat später habe egalisiert werden können. Dadurch würden sich die Chartisten wieder in ihrer Aussage bestätigt fühlen, dass jedes Gap geschlossen werde. Das Schöne daran sei aber auch, dass es noch vor dem Roll-Over in den Juni-Kontrakt erfolgt sei. Doch wie gehe es weiter?

Die Schwierigkeit einer seriösen Prognose für die Kursentwicklung an den Bondmärkten sei zum einen in den unterschiedlichen Signalen der Notenbanken dies- und jenseits des Atlantiks begründet und zum anderen seien innereuropäische Themen wie Brexit, Wahlen in Italien und die Regierungsbildung in Berlin Unsicherheitsfaktoren für die Finanzmärkte. Deshalb greife man in solchen Zeiten gerne auf die Chartanalyse zurück und diese bestätige dem Rentenbarometer eine Aufwärtstendenz. Diese verhältnismäßig sehr steile Unterstützungslinie verlaufe aktuell bei der psychologisch wichtigen Marke von 159,00% und erfordere täglich eine Fortsetzung des positiven Trends.

Sollten sich allerdings auf diesem Niveau Ermüdungsanzeichen einstellen und der Euro-Bund-Future eine Seitwärtsbewegung beschreiben, so werde bereits in den kommenden Tagen der Aufwärtskanal verlassen und ein Test der Unterstützungslinie bei ca. 158,60% sehr wahrscheinlich. Insgesamt sei in den kommenden Wochen mit einer Erhöhung der Volatilitäten am Rentenmarkt zu rechnen und deshalb sollte man sich nicht zuletzt auch wegen des nahenden Roll-Overs mehr an der Rendite 10-jähriger Bundesanleihen orientieren. Die Tradingrange werde hierbei zwischen 0,60% und 0,75% zu sehen sein.

Aktuell notiere das Sorgenbarometer der Eurozone (März-Kontrakt) bei 159,59%, was einer Rendite von 0,645% bei der 10-jährigen Bundesanleihe entspreche.

Nachdem das US-Schatzamt in der vergangenen Handelswoche den Investoren ein Potpourri an Wertpapieren offeriert habe, habe man in dieser Woche lediglich T-Bills zum Kauf angeboten. Insgesamt seien dennoch 156 Mrd. USD mit den üblichen Laufzeiten (vier Wochen sowie drei und sechs Monate) refinanziert worden. Bemerkenswert hierbei sei gewesen, dass bei den vierwöchigen Geldmarktpapieren in dieser Woche ein nicht unbeträchtlicher Renditeanstieg von 1,38% auf 1,495% zu registrieren gewesen sei. Der 23. März lasse grüßen!

In der Eurozone habe Italien mit Aufstockungen und einer 5-jährigen Neuemission kurz vor den Parlamentswahlen nochmals bei den Anlegern Geld aufgenommen und zur Wochenmitte habe die Finanzagentur des Bundes die aktuelle 10-jährige Benchmark-Anleihe (ISIN DE0001102440 / WKN 110244) um weitere 3 Mrd. Euro auf insgesamt 11 Mrd. Euro aufgestockt. Aufgrund der nicht von allen Marktteilnehmern erwarteten Marktbewegung hätten sich die Investoren allerdings merklich zurückgehalten und so seien lediglich Aufträge für 2,865 Mrd. Euro aufgegeben worden. Die Zuteilung der technisch unterzeichneten Anleihe sei bei einer Durchschnittsrendite von 0,67% erfolgt und zur Marktpflege seien 587,25 Mio. Euro zurückbehalten worden.

Am heutigen Donnerstag würden Frankreich (ISIN FR0013131877 / WKN A18YPD, 2026; ISIN FR0013286192 / WKN A19QFA, 2028; ISIN FR0010773192 / WKN A1AJL2, 2041; ISIN FR0013257524 / WKN A19HR9, 2048) und Spanien (ISIN ES00000128X2 / WKN A19JJJ, 2021; ISIN ES0000012A97 / WKN A19P6R, 2022; ISIN ES00000124C5 / WKN A1HNMJ, 2028; ISIN ES00000127C8 / WKN A1ZZBE, 2030) mit der Aufstockung von jeweils vier Altemissionen den Reigen beschließen. Insgesamt seien von den Staaten der Eurozone in dieser Woche am Kapitalmarkt ca. 26 Mrd. Euro aufgenommen worden.

In den vergangenen Tagen habe der Winter seinem Namen alle Ehre gemacht und europaweit die Temperaturen in den zweistelligen Minusbereich abstürzen lassen. Es scheine so, als ob der harte Winter auch die europäische Gemeinschaftswährung kalt erwischt hätte. So sei die Einheitswährung zur Wochenmitte zeitweise bis auf 1,2184 USD zurückgefallen und habe damit ein neues Monatstief markiert. Mitte Februar habe der Euro noch auf einem Dreijahreshoch bei 1,2555 USD gehandelt. Die aktuelle Schwäche der Gemeinschaftswährung sei teilweise auf den ersten öffentlichen Auftritt des neuen FED-Chefs Jerome Powell zurückzuführen. Dessen Ausführungen vor dem US-Kongress seien am Markt leicht "hawkish" interpretiert worden. In der Folge habe der Greenback aufwerten können und der Euro sei unter Druck geraten. Damit gehe eigentlich ein starker Februar für die Einheitswährung schwach zu Ende. Heute Morgen starte der Euro bei ca. 1,22 USD in den neuen Monat März.

Bei den Olympischen Winterspielen habe sich Schweden überraschend Deutschland im Eishockey geschlagen geben müssen. Beim Währungspaar EUR/SEK (Schwedische Krone) sei die Überraschung nicht so hoch, jedoch habe auch hier die Schwedische Krone das klare Nachsehen. So sei der Euro in den vergangenen Handelstagen bis auf 10,1403 SEK und damit auf den höchsten Stand seit Januar 2010 gestiegen.

Ausgewählte Fremdwährungsanleihen seien bei einer abnehmenden Umsatztätigkeit dennoch nachgefragt gewesen. Dazu würden Anleihen auf US-Dollar, Türkische Lira, Südafrikanische Rand sowie vereinzelt auch Bonds auf Mexikanische Peso und Russische Rubel zählen.

Disclaimer:

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (01.03.2018/alc/a/a)





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