Erweiterte Funktionen

Drei interessante Fixed-Income-Bereiche für moderat steigende Zinsen


11.10.17 12:17
NN Investment Partners

Den Haag (www.anleihencheck.de) - Sollte das globale Wirtschaftswachstum wieder kräftiger wachsen, neigen Anleger stärker zu Investitionen in aktienähnliche Vermögenswerte, so Pieter Jansen, Senior Stratege Multi Asset bei NN Investment Partners.

Da Hochzinsanleihen von allen Fixed-Income-Segmenten die höchste positive Korrelation mit Aktien aufweisen würden, dürften diese Papiere im ersten Szenario sehr bevorzugt werden.

Schwellenländeranleihen sollten sowohl bei einem weiter schwachen als auch bei einem kräftigeren Wirtschaftswachstum gute Gesamtrenditen erzielen. Sie dürften aber vor allem im zweiten Szenario gut abschneiden, da Anleger dann weiter nach Rendite suchen würden, die Papiere attraktiv bewertet seien und die Renditen von US-Staatsanleihen wohl nur moderat ansteigen würden.

Innerhalb des Segments der Schwellenländeranleihen würden Frontier-Markets-Anleihen (FMD) in Hartwährungen höhere Renditen und kürzere Laufzeiten als der traditionelle Bereich des Segments bieten. Die höheren Spreads würden eine gewisse Absicherung bieten, und in der Vergangenheit hätten Frontier-Markets-Anleihen eine geringe Korrelation mit US-Staatsanleihen aufgewiesen. Daher könnten sie besser abschneiden als andere Fixed-Income-Klassen. Dies gelte insbesondere, wenn die Rohstoffpreise stabil bleiben oder steigen würden.

Höher verzinsliche Schwellenländeranleihen in Lokalwährung dürften ebenfalls von einer weiteren Suche nach Rendite profitieren. Diese Währungen seien auf handelsgewichteter Basis unterbewertet, und derzeit seien kräftige Kapitalströme in die Schwellenländer zu verzeichnen. Wenn sich das Wachstum der Weltwirtschaft belebe, sollten die Schwellenländerwährungen aufwerten.

Bei Alternative Credit bestehe der entscheidende Faktor darin, ob die Kupons fix oder variabel seien. Variabel verzinsliche Strategien wie beispielsweise Export Credit Agency (ECA) Loans, Gewerbeimmobilienkredite oder Schwellenländer-Credit würden in beiden Szenarien von einem Zinsanstieg profitieren. Im ersten Szenario würden sie allerdings besonders profitieren. Alternative Credit sei in verschiedenen Marktsituationen eine attraktive Option für Anleger. Wenn das Wirtschaftswachstum in seinem bisherigen langjährigen Korridor verharre, dränge das Niedrigzinsumfeld die Anleger weiter zu Investitionen in weniger liquide Kredite, um die Illiquiditätsprämie mitzunehmen. Bei steigenden Zinsen seien vor allem Kreditstrategien mit variablen Kupons attraktiv, weil sie vom Anstieg des EURIBOR oder LIBOR profitieren würden.

Ein Umfeld steigender Zinsen stelle für Anleger eine Herausforderung dar. Dennoch würden Fixed-Income-Anlagen ein wichtiges Element für ein diversifiziertes Portfolio bleiben. Anleger müssten in einem solchen Umfeld allerdings bei ihrem Fixed-Income-Engagement selektiver vorgehen. In beiden potenziellen Szenarien für das Wirtschaftswachstum würden die Experten im spezialisierten Fixed-Income-Bereich ein größeres Potenzial sehen, also außerhalb der traditionellen Vermögenswerte mit langer Duration. Illiquide Vermögenswerte wie Alternative-Credit-Anlagen könnten in beiden Szenarien profitieren, wobei jedoch die spezifischen Eigenschaften der einzelnen Anlageklassen genau bedacht werden müssten.

Allgemein zeige das erste Szenario, dass steigende Renditen von Staatsanleihen nicht unbedingt für das gesamte Fixed-Income-Segment negativ seien. Außerdem sollten Anleger bei der Suche nach Rendite auch Anlageklassen einsetzen, die weniger durationssensibel seien und ein angemessenes Wachstumspotenzial aufweisen würden. Frontier-Market-Anleihen (FMD) seien dafür ein gutes Beispiel. (11.10.2017/alc/a/a)