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Deutschland begibt erstmals eine "grüne" Staatsanleihe - Reges Interesse!


03.09.20 11:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die gestrigen US-Daten enthielten sowohl Licht als auch Schatten, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

So habe der Auftragseingang dauerhafter Güter im Juli etwas stärker zulegen können als erwartet, während gemäß ADP Beschäftigungsbericht im August 428 Tsd. und damit nur knapp halb so viele Stellen geschaffen worden seien wie vom Konsens prognostiziert. Damit sei die "Generalprobe" vor dem morgigen Arbeitsmarktbericht "verpatzt" worden, wobei bereits im Vormonat ADP Beschäftigungsbericht und offizieller Arbeitsmarktbericht weit auseinandergelegen hätten. Neben den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe stehe heute insbesondere der ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe im Fokus. Erwartet werde ein etwas niedrigerer Wert, der aber weiterhin klar über der 50-Punkte-Marke liegen sollte.

Diesseits des Atlantiks hätten gestern die deutschen Einzelhandelsumsätze die Markterwartungen enttäuscht. Statt eines erwarteten Anstiegs seien die Verkäufe (preisbereinigt) im Juli um 0,9% p.m. und damit den zweiten Monat in Folge zurückgegangen, trotz der Anfang Juli in Kraft getretenen befristeten Mehrwertsteuersenkung.

Auf dem Primärmarkt habe es gestern eine Premiere gegeben: Erstmals habe Deutschland eine "grüne" Staatsanleihe begeben und sei damit auf reges Interesse gestoßen. So hätten für die am 15.08.2030 fällig werdende Anleihe Gebote in Höhe von mehr als EUR 33 Mrd. vorgelegen. Zugeteilt worden seien EUR 6,5 Mrd. (ursprüngliches Ziel: EUR 4 Mrd.). Die Emissionsrendite der Anleihe habe bei -0,47% gelegen. Zwar sei Deutschland damit nicht der erste "grüne" Sovereign in der Eurozone, allerdings stehe nun erstmals eine konventionelle "Zwillingsanleihe" zur Verfügung (gleiches Fälligkeitsdatum), die einen genauen Renditevergleich ermögliche (+ 1BP). (03.09.2020/alc/a/a)