Deutscher Rentenmarkt: Gute Wirtschaftsdaten lassen Renditen steigen


12.01.18 11:20
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die deutsche Wirtschaft ist 2017 so kräftig gewachsen wie seit sechs Jahren nicht mehr, so die Analysten der Nord LB.

Das Bruttoinlandsprodukt sei um 2,2% gestiegen. Bereinigt um Arbeitstage-Effekte -drei Arbeitstage weniger als im Jahr 2016 - ergebe sich gar eine Expansionsrate in Höhe von 2,5%. Damit habe das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr deutlich über dem Potenzialpfad gelegen.

Der deutsche Staatshaushalt habe 2017 einen Rekordüberschuss erzielt. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung hätten zusammen 38,4 Mrd. EUR mehr eingenommen als sie ausgaben. Der hohe Überschuss sei vor allem wegen der guten Konjunktur und niedriger Zinskosten entstanden.

Am heutigen Tag stehe die Veröffentlichung der US-Konsumentenpreise an. Konkret würden die Analysten die Konsumentenpreise um 0,2% M/M höher erwarten, was eine Jahresrate von unveränderten 2,2% ergäbe. Auch bei der für die Notenbanker sehr relevanten Kernrate (ohne Nahrung & Energie) sei mit einem Plus von 0,2% M/M zu rechnen, was jedoch die Jahresrate bei moderaten 1,7% beließe. Insgesamt dürfte also nicht unbedingt zusätzlicher Handlungsbedarf für die FED aufkommen.

Nachdem das Weihnachtsgeschäft in den USA im November gut angelaufen sei, scheine der Spielraum für weitere größere Anstiege der Einzelhandelsumsätze im Dezember nun begrenzt zu sein. Die Analysten würden mit einem Zuwachs von 0,4% M/M rechnen, wobei dieser "nur" recht moderate Anstieg ohne jeden Zweifel vor allem das Resultat der sehr ausgeprägten Stärke im Vormonat sein dürfte.

Abermals gute Wirtschaftsdaten aus Deutschland und der Eurozone hätten die Renditen am deutschen Rentenmarkt steigen lassen. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe bei 160,31 (161,07) notiert, die Rendite der zehnjährigen Bund habe bei 0,525%(0,477%) gelegen.

Das Dementi der chinesischen Devisenbehörde hinsichtlich eines möglichen Kaufstopps für US-Staatsanleihen habe die Lage am amerikanischen Rentenmarkt entspannt und für etwas höhere Notierungen gesorgt. Die 10J-Treasury habe bei 2,53% (2,55%) notiert. (12.01.2018/alc/a/a)