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Deutscher Bundestag akzeptiert EZB-Anleihekäufe


03.07.20 09:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Der gestrige mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht enttäuschte die hochgesteckten Erwartungen nicht, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Es seien im Juni 4,8 Mio. neue Stellen geschaffen worden, was um 1,8 Mio. über der Konsensusschätzung gelegen habe. Die Arbeitslosenquote habe sich von 13,3% auf 11,1% (Konsens 12,3%) reduziert. Erfreulich dabei sei gewesen, dass gleichzeitig die Partizipationsquote von 60,8% auf 61,5% habe zulegen können. Die positiven Überraschungen müssten aber im Lichte der historisch schlechten Ausgangslage betrachtet werden. In Summe liege die Zahl der Beschäftigten noch immer um rund 14,7 Mio. unter dem Februar-Niveau. Es bedürfe also noch einiger Monate mit starken Job-Zuwächsen bis sich die Lage am Arbeitsmarkt entspanne. Angesichts steigender Covid-19-Fallzahlen und neuerlichen Wirtschaftsbeschränkungen in einigen US-Bundesstaaten bestehe somit weiterhin ein hohes Risiko einer anhaltenden Wirtschaftskrise.

Aufgrund eines Feiertags würden heute keine US-Wirtschaftsdaten veröffentlicht, auch das Marktgeschehen dürfte sich ruhiger gestalten . In der Eurozone würden Einkaufsmanagerindices (PMI) für den Dienstleistungsbereich veröffentlicht. Die Ergebnisse für Italien und Spanien sollten mit kräftigen Anstiegen den bereits bekannten Schnellschätzungen aus Deutschland und Frankreich folgen.

Der Deutsche Bundestag habe gestern in einem mehrheitlichen Beschluss bescheinigt, umfassend zu den EZB-Anleihekäufen informiert worden zu sein. Somit sollte die Vorgaben des deutschen Verfassungsgerichts erfüllt sein und einer weiteren Teilnahme der Bundesbank am PSPP nichts im Wege stehen.

Am Primärmarkt hätten sich gestern Frankreich und Spanien via vier Anleihen ein Gesamtvolumen von 11,75 Mrd. und EUR 6,75 Mrd. geholt. (03.07.2020/alc/a/a)