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Deutsche und US-Staatsanleihen: Der Abgabedruck weiter fortgesetzt


11.11.20 10:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Auch wenn es im Tunnel noch sehr dunkel ist, blicken die Märkte bereits auf das sich aufgrund der "Impfstoffnews" abzeichnete Licht am Ende desselben, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

So habe sich der Abgabedruck bei sicheren Häfen wie deutschen oder US-Staatsanleihen gestern weiter fortgesetzt, wenn auch nicht in dem Maße wie zu Wochenbeginn. So hätten zehnjährige US-Staatsanleihen mit in der Spitze 0,97% die 1% Marke ins Visier genommen. Der bereits seit einer Woche zu beobachtende beschleunigte Abwärtstrend bei den Euro-Risikoaufschlägen habe sich weiter fortgesetzt, der italienische Spread zu Deutschland (10J) notiere aktuell auf dem niedrigsten Niveau seit Mai 2018.

Unterstützt haben (obwohl großteils eingepreist) dürfte hier wohl auch die gestrige Einigung der Unterhändler von EU-Parlament und Mitgliedsstaaten auf das neue EU-Budget und - aus Sicht der südlichen Eurozone maßgeblich - den "Wiederaufbaufonds", wobei die formale Absegnung durch Parlament, Mitgliedsstaaten (einstimmig!) sowie einige Parlamente noch ausstehe. Dass das hier und jetzt jedoch weiterhin vom wenig erbaulichen Infektionsgeschehen bestimmt werde, habe gestern der ZEW-Index in Erinnerung gerufen. Während sich die Eintrübung der Lageeinschätzung in Deutschland im Rahmen der Erwartungen bewegt habe, hätten sich die Aussichten unter dem Eindruck steigender Neuinfektionen und vermehrter Lockdowns geringfügig stärker verschlechtert als erwartet.

Für heute stünden keine relevanten Veröffentlichungen auf dem Datenkalender, am ehesten könnten noch Redebeiträge von EZB-Offiziellen (Lagarde, de Guindos, Lane) für Aufmerksamkeit abseits des Infektionsgeschehens (samt nachgelagerter Themen wie Lockdowns und Impfnews) sorgen. (11.11.2020/alc/a/a)