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Deutsche Staatsanleihen zugelegt


11.05.22 09:27
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Deutsche Staatsanleihen haben am Dienstag zulegen können, so die Analysten der Nord LB.

Zwar hätten sich die Konjunkturerwartungen in Deutschland aufgehellt, sie seien allerdings immer noch auf niedrigem Niveau. US-Treasuries hätten in einer Gegenbewegung freundlich tendiert.

Die Stimmung der vom ZEW befragten Finanzmarktexperten und -expertinnen habe sich im Mai etwas verbessert. Die Konjunkturerwartungen für die nächsten sechs Monate seien um 6,7 Punkte auf -34,3 Saldenpunkte angestiegen. Dennoch werde die aktuelle Lage (-36,5 Punkte) erneut deutlich schlechter als im Vormonat bewertet, was insgesamt zu einem weiter pessimistischen Bild führe. Zu viele Unsicherheitsfaktoren (Ukraine-Krieg, hohe Energiepreise, Corona-Lockdowns in China) würden sich momentan auf die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands auswirken, als dass von einer Erholung gesprochen werden könnte. Die EZB werde auf ihrer Sitzung im Juli vermutlich einen Kurswechsel verkünden, um der anhaltend hohen Inflation zu begegnen.

Heute sei der Tag der Inflationszahlen: Während die Preisdaten aus China und Deutschland bereits am frühen Morgen über den Ticker gelaufen seien, richte sich der Fokus auf die Verbraucherpreise aus den USA um 14:30 Uhr. Dabei sei zwar mit dem nunmehr 22. Monatsanstieg in Folge zu rechnen (die Analysten würden von einem Plus von 0,2% M/M ausgehen), da allerdings ein hoher Wert vom April 2021 aus der Statistik herausfalle, dürfte die Jahresrate auf 8,1% immerhin leicht zurückgehen.

Ein (zwischenzeitlicher) Rückgang bei den Benzinpreisen deute diese Tendenz an, wobei dabei das Märzhoch aktuell schon wieder erreicht sei. Also fundamental eigentlich noch keine Entwarnung! Grundsätzlich werde sich in der Jahresrate eine basisbedingte Entlastung auch in den kommenden Monaten zeigen: Die US-Inflation sollte in Q4 in einen Bereich von unter 6% und zum Jahreswechsel knapp unter 4% fallen können - sofern es bei dem Russlandkrieg und der Energieversorgung nicht noch unangenehmere Überraschungen gebe. (11.05.2022/alc/a/a)