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Deutsche Staatsanleihen geben deutlich nach


01.11.21 09:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die deutsche Wirtschaft blieb im Sommer trotz der Industrieschwäche auf Wachstumskurs, so die Analysten der Nord LB.

Das reale Bruttoinlandsprodukt habe erneut kräftig um 1,8% gegenüber dem Vorquartal zugelegt, die Jahresrate habe sich wegen eines Basiseffekts deutlich auf 2,5% Y/Y reduziert. Vor allem Dienstleister und Handel hätten noch einmal stark von den niedrigen Infektionszahlen und den Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen profitiert, der private Konsum habe erneut kräftig zum Wachstum beigetragen. Die Industrie hingegen befinde sich im Zangengriff von Knappheiten und deutlich steigenden Energiepreisen, zwischen guter Auftragslage und gedrosselter Produktion klaffe eine immer größere Lücke. Dies belaste den Ausblick für das Winterhalbjahr, die Wachstumsdynamik werde sich bereits in Q4 deutlich verringern. Dennoch spreche viel dafür, dass der Aufholprozess nur etwas weiter aufgeschoben werde. Für 2022 halten die Analysten der Nord LB daher an ihrer Konjunkturprognose von gut 4% (nach 2,5% in 2021) fest.

Der wirtschaftliche Aufholprozess in der Eurozone habe sich im Sommer wie erwartet fortgesetzt, das BIP-Wachstum sei mit 2,2% Q/Q erneut sehr kräftig ausgefallen. Die Anzeichen für eine Wachstumsmoderation hätten zwar zugenommen, grundsätzlich bleibe das Konjunkturbild einer fortgesetzten Erholung aber intakt. Während die Konjunkturrisiken begrenzt seien, dürfte die Inflation der EZB mehr Sorgenfalten bereiten. Im Oktober habe die Inflationsrate einen Sprung auf den Rekordwert von 4,1% Y/Y gemacht. Zwar könne die EZB gegen die Ursachen der aktuell hohen Preissteigerungsrate (Energie, Sonder- bzw. Basiseffekte) nichts ausrichten. Gleichwohl müsse sie sehr wachsam auf mögliche Zweitrundeneffekte achten.

Die Kurse deutscher Staatsanleihen seien erneut deutlich gefallen. (Grund: steigende Inflations- und Zinserwartungen).

Die Kurse der US-Anleihen hätten sich zwar im Laufe des Handels erholt gezeigt, seien jedoch im negativen Terrain geblieben. (01.11.2021/alc/a/a)