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Deutsche Staatsanleihen: Rückwärtsgang eingelegt


09.11.21 08:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nach den deutlichen Kurszuwächsen der letzten beiden Tage haben deutsche Staatsanleihen den Rückwärtsgang eingelegt und dabei ein wenig unter positiven EU-Konjunkturdaten gelitten, so die Analysten der Nord LB.

Die Notierungen der US-Treasuries seien gefallen und hätten damit auf die Kursgewinne der vorangegangenen Tage reagiert.

EZB-Chefvolkswirt Lane sehe in dem aktuellen Inflationsschub im Euro-Raum kein dauerhaftes Problem. "Die derzeitige Inflationsphase ist sehr ungewöhnlich, vorübergehend und kein Anzeichen für eine chronische Situation", so Lane. Die EZB gehe davon aus, dass die jetzigen Materialengpässe nachlassen und die Energiepreise sinken oder sich stabilisieren dürften. Sein Kollege, EZB-Vizepräsident de Guindos, sei jüngst weniger optimistisch gewesen und habe die Erwartungen an ein deutliches Abebben des Inflationsschubs im nächsten Jahr etwas gedämpft. Zwar werde sich die Teuerung 2022 zweifellos verlangsamen. Doch die Intensität des Rückgangs sei vielleicht nicht so stark wie vor ein paar Monaten erwartet, habe de Guindos gesagt.

Börsianer seien überraschend optimistisch für die Konjunktur im Euro-Raum. Das entsprechende Sentix-Barometer sei im November auf 18,3 Zähler von 16,9 Punkten im Oktober geklettert. Es sei der erste Anstieg seit Juli gewesen. Der Durchschnitt der Ökonomen habe sogar einen Rückgang erwartet. Während die Börsenexperten die Lage zwar schlechter beurteilt hätten, hätten sie optimistischer auf die nächsten sechs Monate geschaut, habe Sentix mitgeteilt. (09.11.2021/alc/a/a)