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Deutsche Staatsanleihen: Renditen weiter angestiegen


02.05.22 09:21
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die veröffentlichten Inflationsdaten aus der Euro-Zone ließen die Renditen der deutschen Staatsanleihen weiter ansteigen, so die Analysten der Nord LB.

US-Treasuries seien zum Ende der Woche wenig gefragt gewesen, was auf starke Konjunkturzahlen zurückzuführen sei.

Die Importpreise in Deutschland seien im März so stark gestiegen wie seit September 1974 nicht mehr. Mit plus 31,2% ggü. dem Vorjahr hätten die Einfuhrpreise deutlich über den Erwartungen gelegen. Im Vergleich zum Vormonat habe sich ein Zuwachs um 5,7% ergeben.

Nach einer ersten Schätzung sei das deutsche BIP in Q1 ggü. dem Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 0,2% und kalenderbereinigt im Vgl. zum Vorjahr um 3,7% gewachsen. Während der Außenbeitrag gebremst habe, hätten die Investitionen zum Wachstum beigetragen. Hier dürfte die Dynamik aufgrund der starken Eintrübung des Investitionsklimas jedoch schon bald spürbar zurückgehen. Für 2022 würden die Analysten an ihrer BIP-Prognose von 1,8% festhalten.

Die wirtschaftliche Dynamik in der Eurozone habe sich in Q1 nochmals leicht verringert. Immerhin habe das reale BIP trotz vielfältiger Belastungsfaktoren gegenüber dem Vorquartal um 0,2% zugelegt. Für das Gesamtjahr würden die Analysten ein BIP-Wachstum vom 2,7% erwarten. Zugleich markiere die Inflation im April mit 7,5% Y/Y ein neues Rekordhoch. Die EZB müsse daher trotz der aktuellen Risiken für die Konjunktur entschlossen dem Preisdruck entgegentreten und Nettoankäufe sowie Negativzinsen zügig beenden.

Es beginne eine mit vielen aktualisierten Konjunkturdaten gespickte Woche: Zu den Highlights würden sicherlich aus den USA der ISM PMI (heute), der ISM Services PMI (Mittwoch) sowie der Arbeitsmarktbericht (Freitag) gehören. Die US-Beschäftigungszahlen dürften solide Tendenzen aufweisen, auch wenn die BIP-Zahlen für Q1 schwächer ausgefallen seien als erwartet. Zu den wichtigsten Ereignissen der Woche würden das FOMC-Meeting (Mittwoch) sowie die BoE-Zinsentscheidung (Donnerstag) zählen. Die FED dürfte den Leitzins um 50Bp, die BoE um 25Bp auf dann einheitlich 1,0% anheben. (02.05.2022/alc/a/a)