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Deutsche Staatsanleihen: Kursgewinne wegen trüber Aktienmarktstimmung


09.09.21 09:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Das Fehlen wichtiger Wirtschaftsmeldungen hat zu einem ruhigen Geschäft bei dt. Staatsanleihen geführt, so die Analysten der Nord LB.

Dass es trotzdem Kursgewinne gegeben habe, habe an der trüben Aktienmarktstimmung gelegen. Die Kurse der US-Staatsbonds seien u.a. wegen der schwächeren Aktienmärkte etwas gestiegen. Der Konjunkturbericht der FED (Beige Book) habe keinen Einfluss auf die Kursfindung gehabt. Nach Einschätzung der Notenbank habe sich das Wirtschaftswachstum in den USA zuletzt etwas abgeschwächt.

US-Währungshüter Bullard mache sich, ungeachtet des zuletzt verlangsamten Stellenwachstums, für ein Abschmelzen der Konjunkturhilfen der FED stark. "Es gibt eine große Nachfrage nach Arbeitskräften, und es gibt mehr offene Stellen als Arbeitslose", so Bullard. Er habe damit Befürchtungen zurückgewiesen, wonach der Aufschwung am US-Arbeitsmarkt ins Stocken geraten könnte. Bullard zufolge könne die FED, ungeachtet des Rückschlags am Arbeitsmarkt, mit dem Herunterfahren der Anleihekäufe und Konjunkturhilfen ("Tapering") beginnen. "Das Tapering wird in diesem Jahr beginnen und irgendwann in der ersten Hälfte des nächsten Jahres enden", habe er gesagt.

Europas Banken müssten sich aus Sicht der EZB-Bankenaufsicht mit dem Aufbau von Risiken im Finanzsystem infolge der Corona-Krise beschäftigen. Bislang hätten die Institute zwar mithilfe staatlicher Stützungsmaßnahmen die Pandemie relativ robust durchstanden, so Chefaufseher Enria. Doch nach vorne blickend müssten sie wachsam sein. "Entscheidend ist, dass die Kontrolle von Kreditrisiken bei einigen Banken nicht hinreichend auf die Eigenschaften dieses Schocks zugeschnitten wurde", habe der Aufseher erläutert. Eine rechtzeitige und proaktive Bewertung der Entwicklung dieser Risiken sei so nicht möglich. (09.09.2021/alc/a/a)