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Deutsche Produktion unter gemischten Vorzeichen


07.11.17 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Während sich die Unternehmensstimmung in der Eurozone im Dienstleistungssektor leicht eingetrübt hat, erreicht die Anlegerstimmung im November das höchste Niveau seit über zehn Jahren, berichten die Analysten der Helaba.

So sei das sentix-Investorenvertrauen um 4,3 auf 34,0 Punkte gestiegen. Stimmungsverbesserungen würden sich nicht nur in Europa zeigen, auch in anderen Weltregionen sei es zu Aufhellungen gekommen. Positiv überrascht habe auch der deutsche Auftragseingang, der im September, nach einem sehr starken Vormonatsanstieg von revidiert 4,3% VM, erneut um 1,0% habe zulegen können. Vor allem Bestellungen innerhalb der Eurozone würden dafür verantwortlich zeichnen. Könne die heute anstehende Industrieproduktion ebenfalls positiv überraschen? Die Vorgaben vonseiten der Stimmungsindikatoren, insbesondere vom ifo-Geschäftsklimaindex, der auf ein neues Rekordhoch gestiegen sei, seien positiv.

Kritisch anzumerken seien aber die rückläufigen Produktionswerte bei den Automobilherstellern und der Stahlbranche. Ein Rückgang der Industrieproduktion im Monatsvergleich könne daher trotz guter Stimmung und solider Auftragsentwicklung nicht ausgeschlossen werden. Im Hinblick auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank dürfte sich die Erwartungshaltung eines weiterhin sehr vorsichtigen Vorgehens der Geldhüter nicht verändern. Auch die europäischen Einzelhandelsumsätze würden nicht an diesem Bild rütteln, hätten diese generell nur wenig Einfluss auf das Marktgeschehen. Diverse Redebeiträge von Zentralbankratsmitgliedern, so von Mario Draghi und Francois Villeroy de Galhau, würden diesbezüglich ebenfalls keine neuen Impulse geben.

In den USA stünden keine wichtigen Datenveröffentlichungen im Kalender. Interessant werde es erst am Mittwoch mit dem vorläufigen Michigan Sentiment, die wohl wichtigste Verbraucherumfrage des Landes. Für Markteinfluss würden auch Meldungen bezüglich der Besetzung des Board of Governors der US-Notenbank sorgen. Der neue Chefposten sei von Jerome Powell besetzt. Er sei von Präsident Trump nominiert worden und die Zustimmung im US-Senat gelte als sicher. Es werde erwartet, dass Powell für eine Fortsetzung der moderaten Geldpolitik mit vorsichtigen Zinsschritten plädiere. Es seien aber noch weitere Posten im Board zu besetzen, zum Beispiel der Vize-Vorsitz. Auch der Präsident der FED von New York, William Dudley, wolle Mitte 2018 seinen Stuhl räumen und damit vor Ablauf seiner Amtszeit, die im Januar 2019 ende. Dudley gelte als Vertrauter der scheidenden FED-Chefin Yellen, der einen langsamen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik unterstütze. (07.11.2017/alc/a/a)