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Deutsche Anleihen anfällig für negative Überraschungen


07.08.17 11:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die laufende Woche ist passend zur Urlaubssaison arm an Ereignissen und Datenveröffentlichungen in der Eurozone, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Mit dem sentix-Index stehe der erste Konjunkturumfrageindikator für den Monat August am Programm. Die Analysten der RBI rechnen mit einem kleinen Rückgang, welcher vor allem auf die etwas weniger positive Einschätzung der Zukunftsaussichten zurückzuführen sein sollte. Die Beurteilung der aktuellen Lage würden die Analysten unverändert positiv erwarten. Die anstehenden Ergebnisse zur Industrieproduktion in Deutschland, Frankreich und Italien dürften im Juni im Vergleich zum Vormonat unisono einen kleinen Rückgang ausweisen (Gegenbewegung zur starken Ausweitung des Outputs im Mai).

Am Staatsanleihemarkt sei in den letzten Tagen ein weiterer Renditerückgang zu beobachten gewesen. Von der Emissionsseite sei auffällig, dass Deutschland im restlichen August noch eine Mittelaufnahme von EUR 12 Mrd. (Schatz, Bobl und Bund) plane, gleichzeitig aber keine Tilgungen von Anleihen anstünden. Nach Berücksichtigung der voraussichtlichen EZB-Anleihekäufe werde August folglich einer der wenigen Monate mit einem positiven Nettoangebot an deutschen Staatsanleihen in diesem Jahr sein. Da die Handelsvolumina in diesen Wochen des Jahres zudem deutlich geringer seien als im Jahresschnitt, seien deutsche Anleihen in den kommenden Wochen prinzipiell anfällig für negative Überraschungen. Die in den kommenden Tagen anstehenden Veröffentlichungen seien jedoch wenig geeignet, dem Marktgeschehen einen entscheidenden Impuls zu geben. Somit rechnen die Analysten der RBI eher mit einem fortgesetzten Abwärtsdrift bei der Rendite von deutschen Anleihen sowie einer weiteren leichten Verflachung der Renditekurve. (Ausgabe vom 04.08.2017) (07.08.2017/alc/a/a)