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Deutsche Anleihen: Renditeanstieg in den kommenden Monaten erwartet


14.05.18 11:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Der Finanzmarkt in der Eurozone erhielt in der abgelaufenen Woche wertvolle Hinweise zu den anstehenden geldpolitischen Entscheidungen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Der belgische Notenbankgouverneur Jan Smets habe sich in einem Interview in Bezug auf die Meinungslage im EZB-Rat überraschend offen gegeben. Seinen Ausführungen zufolge werde die weitere Vorgehensweise beim Anleihekaufprogramm nach September auf der Juli-Sitzung verabschiedet. Sollte sich die Wirtschaft wie erwartet entwickeln, dürfte das Anleihekaufprogramm im September nicht abrupt enden, sondern ab Oktober bis Jahresende allmählich auf null zurückgefahren werden.

Die Analysten der RBI erachten die Ausführungen Smets als glaubwürdig und den dargelegten zukünftigen Werdegang als sehr realistisch. Vor diesem Hintergrund erscheine eine Zinsanhebung Ende zweites Quartal 2019 der wahrscheinlichste Zeitpunkt. Für einen früheren Zinsschritt müsse sich die aktuelle Kommunikation bzw. Meinungslage des EZB-Rats deutlich ändern. Ein späterer Zeitpunkt komme infrage, sollte sich der Preisdruck als schwächer erweisen als angenommen. In Summe denken die Analysten der RBI, dass der Markt aktuell die erste Zinsanhebung ein wenig zu spät, und den anschließenden Zinsanhebungspfad als zu flach preist. Dementsprechend gehen die Analysten der RBI in den kommenden Monaten von einem Renditeanstieg bei deutschen Anleihen und einer Versteilung der Renditekurve aus. (Ausgabe vom 11.05.2018) (14.05.2018/alc/a/a)