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Deutsche Anleihen: Kurse deutlich bergab


07.01.19 10:19
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Deutlich bergab ging es mit den Kursen der deutschen Anleihen, so die Analysten der Nord LB.

Die erfreulichen US-Arbeitsmarktzahlen und die Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit hätten Bundesanleihen wenig attraktiv erscheinen lassen. Bei den US-Anleihen habe sich dasselbe Bild gezeigt: Fallende Kurse, steigende Renditen -bspw. zehnjährige Staatsanleihen hätten 31/32 Punkte auf 103 30/32 Punkte verloren und mit 2,66% rentiert.

Bröckelnde Energiepreise hätten die Inflation in der Euro-Zone deutlich unter den Zielwert der EZB sinken lassen. Die Teuerungsrate sei im Dezember auf 1,6 von 1,9% im November gefallen.

Die chinesische Notenbank senke überraschend den Mindestreservesatz um einen Prozentpunkt: Ab dem 15. Januar zunächst um 0,5 Prozentpunkte und zum 25. Januar abermals um 0,5 Prozentpunkte. Die PBoC reagiere damit auf das sich zunehmend verschlechternde wirtschaftliche Umfeld. Sie verschaffe dem Finanzsystem zusätzliche Liquidität und verbessere die Kreditbedingungen der Wirtschaft. Dass die Maßnahme mit der Aufnahme neuer Verhandlungen im Handelskonflikt mit den USA erfolge, sei eine interessante Randnotiz.

Die Analysten würden glauben, dass auch staatliche Stimuli folgen würden. Die Auswirkung der aktuellen Mindestreservesatzsenkung dürfte überschaubar bleiben, wenn es keine Sekundierung durch andere Konjunkturprogramme gebe. Allerdings werde es auch nicht die einzige Liquiditätsmaßnahme bleiben, sodass die PBoC in 2019 einen deutlichen Anteil an Konjunkturimpulsen haben werde.

Die Beschäftigungssituation in den USA bleibe sehr erfreulich: Im Dezember sei es zu einem beeindruckenden Aufbau von 312.000 Stellen gekommen, die Vormonate seien zudem nach oben revidiert worden. Die Arbeitslosenquote klettere zwar auf 3,9%, sei allerdings dem Anstieg der Erwerbstätigen geschuldet. Die Löhne hätten deutlich zugelegt, was perspektivisch stützend auf das Konsumverhalten der US-Bürger wirken dürfte. Nach der Stimmungseintrübung auf den Kapitalmärkten zuletzt könne festgehalten werden, dass sich der US-Arbeitsmarkt - wie ein Fels in der Brandung - weiterhin positiv präsentiere.

Dieser Bericht sollte die Gemüter etwas beruhigen. Die FED sollte in jedem Fall im ersten Quartal abwarten: Letztlich werde es in 2019 auf die beiden Megathemen Handelskrieg und Brexit ankommen, die möglicherweise in den ersten drei Monaten entschieden würden. (07.01.2019/alc/a/a)