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Deka-EZB-Kompass: In kleinen Schritten zum Ausgang


11.09.18 09:15
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wir haben die Berechnung des Deka-EZB-Kompasses umfassend überarbeitet, so die Analysten der DekaBank.

Demnach sei er im August leicht auf 7,7 Punkte gesunken. Sein Rückgang sei breit basiert gewesen, allerdings lägen seine Konjunktursäule, seine Finanzierungssäule und seine Inflationssäule weiterhin über der neutralen Marke von null. Der EZB-Kompass deute damit an, dass das Wertpapierkaufprogramm mittlerweile redundant geworden sei. Für eine zeitnahe Anhebung der Leitzinsen sei sein Signal jedoch immer noch zu schwach.

Auf der Pressekonferenz dürften sowohl die generelle Zuversicht der EZB für die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum als auch die derzeit erhöhten makroökonomischen Risiken zur Sprache kommen. Vor diesem Hintergrund sollte die EZB ihre Geldpolitik nur in kleinen Schritten anpassen. Sie dürfte zwar die Reduktion der monatlichen Wertpapierkäufe auf 15 Mrd. Euro ab Oktober verbindlich beschließen, die komplette Einstellung des Programms zum Jahresende aber weiterhin unter den Vorbehalt eines ausreichend guten Inflationsausblicks stellen.

Auch die Aussage, die Leitzinsen voraussichtlich bis Sommer nächsten Jahres auf ihren derzeitigen Niveaus zu belassen, dürfte sie in unveränderter Weise wiederholen. Die Analysten würden aus einem taubenhaften Tonfall dieser Pressekonferenz nicht die Schlussfolgerung ziehen, dass die EZB die Geldpolitik noch langsamer normalisieren werde als angekündigt. Vielmehr betone sie ihre Flexibilität im geldpolitischen Ausstiegsprozess, um es den Finanzmärkten etwas leichter zu machen, die derzeit erhöhten Risiken zu ertragen. (11.09.2018/alc/a/a)