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Deka-EZB-Kompass: Zurück zur Normalität


15.07.20 10:30
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach zwei Monaten an seiner absoluten Untergrenze von -100 Punkten hat der Deka-EZB-Kompass im Juni einen deutlichen Sprung nach oben auf -66,6 Punkte gemacht, so die Analysten der DekaBank.

Ausschlaggebend hierfür seien Signale der Konjunktursäule gewesen, dass der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Aktivität mittlerweile durchschritten sei. Die Finanzierungssäule habe sich den dritten Monat in Folge verbessert, während die Inflationssäule weiterhin nach unten tendiere.

Diese Ratssitzung verspreche die erste seit dem Corona-Ausbruch zu werden, bei der die EZB keine neuen Maßnahmen ankündige. Aber auch nach der umfangreichen Aufstockung und Verlängerung des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) würden viele Fragen offen bleiben. Bereits kurz nach der Sitzung vom 4. Juni hätten einige Ratsmitglieder auf die Möglichkeit hingewiesen, dass der beschlossene Rahmen des Programms von 1.350 Mrd. Euro gar nicht im vollen Umfang ausgeschöpft werde. Gleichzeitig hätten andere die argumentative Basis für eine potenzielle Fortsetzung der Wertpapierkäufe auch über Mitte nächsten Jahres hinausgelegt. Forderungen nach einer wieder stärkeren Orientierung am Eigenkapitalschlüssel stehe die Betonung einer größtmöglichen Flexibilität des PEPP gegenüber.

Die Analysten der DekaBank würden nicht davon ausgehen, dass diese Widersprüche in der Kommunikation der EZB durch die bevorstehende Ratssitzung und Pressekonferenz erheblich kleiner würden. Angesichts der immer noch großen Unsicherheiten sowohl im wirtschaftlichen Ausblick als auch auf den Finanzmärkten dürften Präsidentin Lagarde und ihre Ratskollegen vorerst keine Aussagen tätigen, die ihre zukünftigen Handlungsspielräume gravierend einengen würden. (15.07.2020/alc/a/a)