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Deka-EZB-Kompass: Salamitaktik


05.09.17 12:55
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Deka-EZB-Kompass hat über die Sommermonate ein wenig nachgegeben und erreichte im August ein Niveau von 43,1 Punkten, so die Analysten der DekaBank.

Ein negativer Impuls sei erneut von den Inflations- und Kostenindikatoren gekommen. Für die nächsten Monate würden die Analysten mit weiteren, wenn auch nur leichten Rückgängen der Kompasswerte rechnen. Das sich dahinter verbergende makroökonomische Umfeld sollte die EZB veranlassen, den geldpolitischen Ausstieg langsam und vorsichtig anzugehen.

Auf dieser und der kommenden Ratssitzung würden die Notenbanker über Strategien für den Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik beraten wollen. Mit konkreten Ergebnissen sei jetzt noch nicht zu rechnen. Jedoch könnte Präsident Draghi darlegen, dass Entscheidungen über eine zukünftige Drosselung der Wertpapierkäufe schrittweise, flexibel und in Einklang mit dem Inflationsausblick getroffen würden. Auf diese Weise würde die EZB dem Risiko vorbeugen, dass die Finanzmärkte unerwünscht heftig auf zukünftige Änderungen am Wertpapierankaufprogramm reagieren würden.

Mit dieser Vorbereitung könnte die EZB auf ihrer Pressekonferenz am 26. Oktober ankündigen, das monatliche Volumen ihrer Wertpapierkäufe ab Januar auf 40 Mrd. Euro zu reduzieren. Anschließend dürfte die EZB erst dann über den nächsten Tapering-Schritt entscheiden, wenn sich der Inflationsausblick in ihren Augen hinreichend stark verbessert habe. (05.09.2017/alc/a/a)