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Deka-EZB-Kompass: Neue Strategie soll Klarheit schaffen


21.07.21 08:45
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Deka-EZB-Kompass nahm im Juni weiter auf 50,3 Punkte zu, so die Analysten der DekaBank.

Wichtigste Triebfeder sei dabei der außergewöhnlich hohe Wert seiner Konjunktursäule gewesen, während die Finanzierungs- und die Inflationssäule jeweils nur leicht zugelegt hätten. Einerseits bringe der Kompass damit zum Ausdruck, dass die EZB den monetären Stimulus allmählich zurückfahren könnte. Andererseits sei er aufgrund der heftigen Schwankungen der makroökonomischen Daten, die die Corona-Pandemie hervorgerufen habe, nach wie vor schwierig zu interpretieren.

Nachdem die EZB ihre neue geldpolitische Strategie bekanntgegeben habe, hätten einige Notenbanker auf die Notwendigkeit hingewiesen, entsprechende Anpassungen an der Forward Guidance vorzunehmen. Würde die EZB hier Inflationsraten von vorübergehend über 2% als Voraussetzung für zukünftige Leitzinserhöhungen definieren, müsste man sich auf einen noch längeren Zeitraum mit stark expansiver Geldpolitik einstellen. Jedoch scheine ein absichtliches Überschreiten des Inflationsziels unter den Ratsmitgliedern nach wie vor umstritten zu sein, weshalb die Analysten der DekaBank mit einer weniger verbindlichen Formulierung rechnen würden. Zudem scheine nicht geklärt, welche Konsequenzen sich aus der neuen Strategie für das Wertpapierkaufprogramm PEPP ergeben würden. Die Analysten der DekaBank würden deshalb davon ausgehen, dass sich die EZB zumindest bei dieser Sitzung mit Signalen über zusätzliche Wertpapierkäufe zurückhalten werde. (21.07.2021/alc/a/a)