Deka-EZB-Kompass: Draghi schnürt sein letztes großes Paket


10.09.19 09:15
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit -19,2 Punkten lag der Deka-EZB-Kompass im August auf einem Niveau, bei dem die EZB ihre Geldpolitik in der Vergangenheit typischerweise gelockert hat, so die Analysten der DekaBank.

Die niedrigen Werte der Konjunktur- und der Inflationssäule würden Handlungsbedarf signalisieren, während der positive Wert der Finanzierungssäule die Frage aufwerfe, wo die EZB überhaupt noch ansetzen könnte.

Für eine weitere Senkung des Einlagensatzes dürfte sich am leichtesten ein Konsens unter den Ratsmitgliedern herstellen lassen. Auf der Pressekonferenz Ende Juli habe Präsident Draghi jedoch klargestellt, dass ein solcher Schritt nur im Kontext mit ausgleichenden Maßnahmen, wie etwa einem gestaffelten Einlagensatz in Betracht käme. Da hiervon vor allem Banken aus den Kernländern profitieren würden, könnte die EZB ihr Gesamtpaket ausgewogener gestalten und auch die Interessen der Eurolandperipherie stärker berücksichtigen, indem sie die Konditionen der Langfristtender TLTRO-III nachbessere.

Eine Wiederaufnahme der Nettowertpapierkäufe sei die unter den Notenbankern am stärksten umstrittene Maßnahme. Dennoch würden die Analysten der DekaBank davon ausgehen, dass die EZB ihrer Tradition treu bleibe und auf ein breites Spektrum an Instrumenten setze. Die Analysten der DekaBank würden daher neben einer Senkung des Einlagensatzes um 10 Basispunkte mit zusätzlichen Wertpapierkäufen von bis zu 30 Mrd. Euro im Monat rechnen. Auf der Pressekonferenz dürfte Präsident Draghi bemüht sein glaubhaft zu machen, dass auch nach dieser Sitzung noch Potenzial für eine weitere Lockerung bestehe. (10.09.2019/alc/a/a)