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DWS sieht Riesenprobleme auf Zentralbanken zukommen


10.11.21 14:08
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Der weltweite Handel ist seit Monaten aufgrund von Lieferketten-Unterbrechungen eingebremst, so die Experten von "FONDS professionell".

Wann der richtige Zeitpunkt für die geldpolitische Straffung sei, würden die Notenbanken daher vermutlich erst im Nachhinein wissen, würden DWS-Experten vermuten.

Derzeit herrsche auf den Welthandelsplätzen jede Menge Chaos: So sei die globale Schifffahrt seit Monaten gebremst, weil Häfen überlastet seien. Die Transportkosten würden dabei durch die Decke gehen und hätten sich im Schnitt innerhalb der vergangenen anderthalb Jahre versechsfacht, wie die Fondsgesellschaft DWS nachrechne. Indessen würden sich die Container an Häfen stapeln, zum Beispiel in China. Da ein Großteil des Welthandels über den Seeweg verlaufe, würden diese Entwicklungen die Verbraucherpreise zusätzlich treiben - auch wenn gestiegene Versandkosten nur einen kleinen Teil der Endverbrauch-Preise ausmachen würden. Wie lange die Transportkosten so hoch bleiben würden, sei für Experten derzeit schwierig einzuschätzen.

In der Zwischenzeit könnten es die Notenbanken nicht allen recht machen: Die einen würden seit der deutlich gestiegenen Inflation endgültig ein Ende der Geldschwemme fordern, andere Marktbeobachter würden den "Whatever-it-takes"-Kurs weiterhin für sinnvoll halten. Die DWS mahne allerdings in der aktuellen Situation zu mehr Nachsicht gegenüber den Notenbanken. "Bei so viel Komplexität ist es vielleicht ein wenig unfair, von den Zentralbanken zu erwarten, dass sie geldpolitische Fehler gänzlich vermeiden", würden die Experten in ihrer Analyse schreiben. Erst hinterher werde man beurteilen können, ob die Zentralbanken ihre Geldpolitik zu schnell oder zu langsam gestrafft hätten. (Ausgabe vom 09.11.2021) (10.11.2021/alc/a/a)