Covered Bonds: Ein weiterer Deal aus Norwegen und die erst zweite EUR-Benchmark aus UK in 2020


07.10.20 10:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Mit der DNB Boligkreditt und der Yorkshire Building Society waren in den vergangenen fünf Handelstagen zwei Institute mit EUR-Benchmarktransaktionen am Markt aktiv, so Henning Walten, CIIA bei NORD/LB.

Für die Norweger sei es dabei die erste EUR-Benchmarkanleihe (ISIN XS2238292010 / WKN A283FH) im laufenden Jahr gewesen. Zuletzt sei das Institut im Januar 2019 am Markt aktiv gewesen. Genau wie damals hätten sie einen EUR 750 Mio. großen Covered Bond mit einer Laufzeit von sieben Jahren platziert. Mit einer Bid-to-Cover-Ratio von 1,4 sei der jüngste Deal zudem ähnlich nachgefragt gewesen wie in der ersten Januarwoche 2019 (1,3). Mit Blick auf das Pricing würden sich hingegen deutliche Unterschiede zeigen. So sei die jüngste Transaktion mit einer Guidance von ms +10 Bp area in die Vermarktung gegangen und habe letztlich vier Basispunkte enger bei ms +6 Bp gefixt werden können. Die Emissionsrendite habe bei -0,291% gelegen. Zu Beginn des Jahres 2019 habe das Pricing noch bei ms +20 Bp und die Rendite bei +0,650% gelegen. Der nun platzierte Deal sei vorwiegend an Investoren aus der DACH-Region (34%), den Benelux-Ländern (23%) sowie UK & Irland (29%) gegangen. Bei der Investorenart hätten mit 78% Banken-Treasuries dominiert.

Am gestrigen Dienstag sei dann mit der Transaktion der Yorkshire Building Society die erst zweite EUR-Benchmarkanleihe (ISIN XS2243314528 / WKN nicht bekannt) des Jahres aus UK gefolgt. Santander UK habe Anfang Januar einen Deal über sieben Jahre und EUR 1,25 Mrd. bei ms +17 Bp emittiert. Die Platzierung von gestern besitze eine Laufzeit von ebenfalls sieben Jahre, falle mit einem Volumen von EUR 500 Mio. jedoch deutlich kleiner aus. Der Soft Bullet-Bond sei dabei zunächst mit ms +28 Bp area in die Vermarktung gegangen und habe final zu ms +22 Bp an den Markt gebracht werden können. Das finale Orderbuch habe sich auf beachtliche EUR 3,0 Mrd. belaufen, was eine sechsfache Überzeichnung nach sich ziehe. Die Emissionsrendite habe bei -0,130% gelegen. Im laufenden Jahr sei lediglich die Transaktion der Belfius Bank aus Belgien Mitte Januar (EUR 500 Mio.; 10y; ms +4 Bp) mit einer Ratio von 6,6 stärker überzeichnet gewesen.

Im USD-Markt habe Desjardins aus Kanada bereits vergangenen Mittwoch einen Bond über USD 750 Mio. über die in diesem Segment fast schon üblichen drei Jahre zu ms +25 Bp platziert. Es sei die erste USD-Benchmark seit der Transaktion der HSBC Bank Canada vom 7. Mai gewesen. Zu Beginn der aktuellen Handelswoche habe dann noch die französische My Money Bank für Investorencalls am gestrigen Dienstag mandatiert. Ein Deal mit Laufzeit von zehn Jahren und in Höhe von EUR 500 Mio. solle zeitnah folgen.

Seit der Rückkehr der Emittenten an den Primärmarkt nach der Sommerpause seien insgesamt EUR-Benchmarkanleihen im Volumen von EUR 13,6 Mrd. am Markt platziert worden. Mit EUR 3,5 Mrd. entfalle der größte Anteil dabei auf Emittenten aus Norwegen, gefolgt von Frankreich (ERU 3,35 Mrd.) und Deutschland (EUR 3,0 Mrd.). Zudem seien je ein Institut aus Kanada, Japan, den Niederlanden und UK sowie zwei Banken aus Österreich auf ihre Investoren zugegangen. Und auch im Fremdwährungssegment habe sich mit dem USD-Deal von Desjardins und der GBP-Transaktion der pbb wieder Emissionsaktivität gezeigt.

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) habe vergangenen Freitag einen Referentenentwurf eines Gesetztes zur Umsetzung der Vorgaben der Richtlinie zur Harmonisierung des Europäischen Covered Bond-Marktes auf ihrer Homepage veröffentlicht. Dabei solle der Gesetzesentwurf im Wesentlichen der Umsetzung der Vorgaben im Rahmen der Harmonisierungsinitiative dienen, enthalte im Zuge der Anpassung des Pfandbriefgesetztes aber auch andere Anpassungen, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der europäischen Initiative zu sehen seien, sowie redaktionelle Anpassungen beispielsweise zur sprachlichen Vereinfachung.

Eine der bedeutendsten Änderungen ergebe sich dabei aus Artikel 17 der Covered Bond-Richtlinie, welcher den nationalen Gesetzgebern ein Wahlrecht bezüglich der Möglichkeit von Fälligkeitsverschiebungen von gedeckten Anleihen einräume. So sehe der Entwurf mit Blick auf §30 des Pfandbriefgesetztes eine Anpassung vor, die künftig dem Sachwalter im Bedarfsfall die Möglichkeit einer Fälligkeitsverschiebung der Tilgungszahlungen von Pfandbriefen um maximal zwölf Monate, verteilt auf je zwei Zeiträume von sechs Monaten) einräume. Die Tilgungsreihenfolge dürfe dabei durch eine Laufzeitverschiebung nicht verändert werden. §30 PfandBG enthalte hierzu weitere Publikationspflichten sowie die Voraussetzungen, unter denen eine solche Verschiebung der Fälligkeit durch den Sachwalter möglich sei. Des Weiteren würden im Rahmen der Harmonisierungsinitiative insbesondere Anpassungen bezüglich der Verwendung von Derivaten zu Absicherungszwecken (Neuschaffung des §4b PfandBG zur Umsetzung des Artikel 11 der Richtlinie) und der Transparenzangaben erfolgen (Anpassung des §28 PfandBG zur Umsetzung der Vorgaben des Artikels 14 der Covered Bond-Richtlinie). (Ausgabe 38 vom 07.10.2020) (07.10.2020/alc/a/a)





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