Covered Bonds: Zwei Emissionen im Benchmarksegment - Italienische Covered Bonds als national-systemrelevant eingestuft


09.05.18 10:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Seit vergangener Woche Mittwoch platzierten nur die Raiffeisen-Landesbank Steiermark und die Deutsche Bank Covered Bonds im Benchmarksegment, so Henning Walten von der Nord LB.

Die RLB Steiermark habe sich erstmals seit Januar 2016 wieder in diesem Segment gezeigt und seinem Investorenkreis einen 15 Jahre laufenden hypothekarisch-besicherten Bond (ISIN AT000B093273 / WKN A190NC) im Volumen von EUR 500 Mio. offeriert, welcher über eine Hard Bullet Struktur verfüge. Starte die Guidance noch bei ms +15 Bp, habe der finale Spread aufgrund der vergleichsweise hohen Nachfrage, welche sich in einer Bid-to-Cover-Ratio von 2,4 widerspiegele, bei ms +11 Bp gefixt werden können.

Die Käufer seien, wie für Covered Bonds aus Österreich typisch, vorwiegend aus Deutschland und Österreich (72%) gekommen. Mit 9% bzw. 8% würden Investoren aus Skandinavien und Italien folgen. Unterteilt nach Art der Investoren hätten sich auf der Buy-Side Asset Manager mit 32% am stärksten gezeigt. Hier seien Zentralbanken (31%) und Banken-Treasuries mit 23% gefolgt. Komplettiert worden sei der Investorenkreis von Versicherungen/Pensionsfonds, welche insgesamt 14% des Emissionsvolumens gekauft hätten. Bei der Anleihe handle es sich um die zehnte Emission seit Jahresbeginn am langen Laufzeitende (≥ 15 Jahre), wobei drei Bonds sogar eine Laufzeit von 20 Jahren aufgewiesen hätten.

Die Deutsche Bank habe einen EUR 500 Mio. Bond (ISIN DE000DL19UA4 / WKN DL19UA) mit einer Laufzeit von fünf Jahren begeben. Nach einer Guidance von ms -5 Bp habe sich der Spread während des Bookbuilding-Prozesses um 4 Bp eingeengt und sei bei ms -9 Bp festgesetzt worden.

Die Ratingagentur DBRS habe Italien auf ihre Liste der Jurisdiktionen, in denen der Covered Bond Markt aus ihrer Sicht systemrelevante Bedeutung habe, gesetzt. Mit Dänemark, Deutschland, Irland, Frankreich, Spanien und Schweden stünden bereits sechs Jurisdiktionen auf der Liste. Unter anderem auf Grundlage des ausstehenden Volumens, der Emissionstätigkeit und der nationalen Gesetzgebung analysiere DBRS in diesem Zusammenhang sowohl das rechtliche und regulatorische Umfeld als auch die Integration und Bedeutung des Covered Bond-Marktes innerhalb der nationalen Finanzsektoren.

Eigentlich sollte die EBA bis zum 30. April der EU-Kommission ein Report vorlegen, in welchem sie darlege, inwieweit "Best Practices" für Covered Bonds auch auf European Secured Notes (ESN) anwendbar seien. Darüber hinaus sollte der Bericht auch Auskunft über eine risikoadäquate Behandlung des zwischen dem Covered Bond- und Verbriefungsmarkt angesiedelten Produkts geben. Zuletzt sollte der Bericht auch mögliche Auswirkungen auf Einzelinstitutsebene mit Blick auf die Asset Encumbrance beinhalten. Wie sich nun herausstelle, scheine der ursprüngliche Zeitplan nicht mehr einzuhalten, weshalb eine Verlängerung von zwei Monaten gewährt worden sei.

In den vergangenen Handelstagen seien neben der geringen Primärmarktaktivität auch am Sekundärmarkt nur geringe Umsätze zu beobachten gewesen. Aufgrund der geänderten Ankaufpolitik der EZB erfolge weiterhin eine Anpassung auf der Käuferseite, durch welche vermehrt Real Money-Investoren am Markt aktiv seien. Die Core- als auch Periphery-Spreads hätten sich zuletzt leicht eingeengt. (09.05.2018/alc/a/a)





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