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Covered Bonds: Willkommen in der Sommerpause


23.07.20 08:30
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - In den vergangenen fünf Handelstagen wurde keine einzige neue Benchmark am Primärmarkt platziert, so die Analysten der Nord LB.

Die letzte Transaktion im EUR-Benchmarksegment, das EUR-Debüt der koreanischen Kookmin Bank, liege somit mittlerweile genau zwei Wochen zurück. Das bis zum jetzigen Zeitpunkt in diesem Jahr öffentlich-platzierte Benchmarkvolumen belaufe sich somit auf EUR 67,25 Mrd. Dabei seien Emittenten aus insgesamt 15 Jurisdiktionen aktiv gewesen, wobei aus Frankreich (11 Deals über EUR 22,25 Mrd.), Deutschland (17 Deals über EUR 12,75 Mrd.) und Kanada (7 Deals über EUR 8,25 Mrd.). Jeweils nur eine Emission seien aus UK, Estland, der Slowakei und Luxemburg gekommen.

Mit vier Transaktionen über insgesamt EUR 4,5 Mrd. sei BPCE aus Frankreich am aktivsten im Segment der öffentlich-platzierten Benchmarks gewesen. Mit Blick auf den Primärmarkt würden die Analysten erwarten, dass Emittenten ab der zweiten Augusthälfte wieder an ihre Investoren herantreten würden. So sei das Ende der Sommerpause in den beiden Vorjahren am 20. bzw. 21. August eingeläutet worden.

Die derzeitige Ruhe am Markt spiegele sich dabei auch in der Ankauftätigkeit der Europäischen Zentralbank wider. So sei das Volumen des APP zum Stichtag 17. Juli um EUR 1,58 Mrd. gesunken, wobei das CBPP3 um immerhin EUR 270 Mio. habe zulegen können. Auch das Tempo unter dem PEPP nehme erwartungsgemäß mit Beginn der Sommerpause am Primärmarkt ab. Mit EUR 20,2 Mrd., EUR 17,5 Mrd. und EUR 20,6 Mrd. seien in den vergangenen drei Wochen deutlich weniger Wertpapiere angekauft worden als noch im Juni (Wochendurchschnitt: EUR 27,7 Mrd.).

Trotz der Sommerpause dürfte für das PEPP der Monatswechsel Juli/August von Bedeutung sein, da hier ein weiteres detailliertes Reporting mit Blick auf die Zusammensetzung erwartet werde und damit erneut wichtige Einblicke in das Ankaufverhalten der EZB unter ihrem wichtigsten Ankaufprogramm geben werde.

Mit dem Beginn der Sommerpause habe sich auch bei den Sekundärmarktspreads wenig Bewegung gezeigt. Während auf Sicht von drei Monaten die Spreads in nahezu allen Jurisdiktionen weiter eingeengt hätten, habe auf Wochensicht eine marginale Ausweitung im Bereich von gut einem Basispunkt beobachtet werden können. Ausgehend vom wenig lebhaften Marktgeschehen dürften sich die Spreads in den nächsten Wochen zunächst weiter seitwärts bewegen, bevor die Analysten nach der Rückkehr aus dem Sommerurlaub wieder mit mehr Marktaktivität rechnen würden, was wiederum auch die EZB erneut stärker am Markt intervenieren lassen werde und damit spreadunterstützend wirken dürfte. (Ausgabe vom 22.07.2020) (23.07.2020/alc/a/a)