Erweiterte Funktionen

Covered Bonds: Trend zu längeren Laufzeiten hält an


01.11.17 11:13
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Im Vorfeld sowie im Nachgang der EZB-Sitzung sahen die Analysten der Nord LB bisher keine in Euro-denominierte Benchmarkemission eines Covered Bonds, was unter anderem auch auf den gestrigen Feiertag in Deutschland zurückzuführen ist.

Damit betrage das diesjährig emittierte Benchmarkvolumen inklusive der durchgeführten Taps EUR 102,6 Mrd. Hiervon entfalle der höchste Anteil auf französische Emittenten (24,8%), gefolgt von deutschen Pfandbriefen (16,5%) sowie Covered Bonds aus den Niederlanden (8,7%). Bei den Laufzeiten halte der Trend zu längeren Laufzeiten weiter an. So hätten Emittenten im laufenden Jahr den Fokus auf Laufzeiten im Bereich von sieben bis zehn Jahren sowie fünf bis sieben Jahre gelegt, in denen rund 36% bzw. 35% des Emissionsvolumens platziert worden seien. Des Weiteren würden auch Laufzeiten von mehr als zehn Jahren an Bedeutung gewinnen, so sei immerhin 12% des Emissionsvolumens in diesem Bereich begeben worden.

Für Emissionen aus der Kern-Eurozone liege der Anteil sogar bei 17%. Die Deutsche Hypothekenbank werde ab dem 6. November eine europaweite Roadshow zur Vermarktung eines grünen Hypothekenpfandbriefs durchführen. Damit wäre die Transaktion die vierte nachhaltige Pfandbriefemission nach dem ESG-Pfandbrief der Münchener Hypothekenbank und den zwei Grünen Pfandbriefen der Berlin Hyp.

Im Segment der Subbenchmarks habe die Sparkasse Hannover Anfang der Woche ihr Syndikat zur Platzierung eines Hypothekenpfandbriefs mandatiert. Der hypothekarische Pool sei erstmals von Fitch beurteilt und mit einem Rating von AAA eingestuft worden. Ab dem 8. November befindet sich der Emittent auf einer Roadshow, an deren Anschluss die Analysten der Nord LB die Emission in Abhängigkeit des Marktumfeldes erwarten. Außerhalb des Euro führe die norwegische Sparebank 1 Boligkreditt seit heute im Rahmen einer Roadshow mit potenziellen Investoren Gespräche darüber, wie eine in GBP denominierte Emission mit mittlerer Laufzeit hinsichtlich des Kupons idealerweise ausgestattet sein sollte, sodass zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststehe, ob die Debüt-Emission mit einer fixen oder einer variablen Verzinsung ausgestattet sein werde.

Von dem Upgrade Italiens von BBB- auf BBB (stabil) dürften perspektivisch auch italienische Covered Bonds profitieren, da S&P im Rahmen seiner Ratingmethodologie eine Beschränkung des Covered Bond Ratings für hypothekarisch besicherte Programme, deren Emissionen nicht mit einer CPT-Struktur ausgestattet seien, auf maximal vier Notches über dem Länderrating vorsehe.

Im Segment Euro-denominierter Benchmarks werde derzeit jedoch ausschließlich das Soft Bullet-Programm der UniCredit von S&P beurteilt. Derzeit werde das Programm mit einem Rating von A beurteilt. Daher könnte aufgrund des Upgrades Italiens das Rating nach Erachtens der Analysten auf A+ angehoben werden.

Im Vorfeld der EZB-Sitzung habe man nur verhaltene Handelsaktivitäten am Markt verzeichnet, wobei Käufer sämtliche Laufzeiten und Jurisdiktionen angefragt hätten. Einzelne Anfragen seien auch am ultralangen Ende der Kurve verzeichnet worden. Während im Nachgang der EZB-Sitzung am Markt die Verkaufsanfragen leicht überwogen hätten, seien die Spreads zum Wochenanfang gut unterstützt. (01.11.2017/alc/a/a)