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Covered Bonds: Sehr ruhiger Primärmarkt


16.05.18 13:30
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die vergangenen fünf Handelstage haben sich mit nur einer neu begebenen in Euro denominierten Benchmark durch eine sehr zurückhaltende Primärmarktaktivität ausgezeichnet, so die Analysten der Nord LB.

Mit der Emission der Deutschen Pfandbriefbank (pbb) vom gestrigen Dienstag über EUR 500 Mio. seien nach den Platzierungen der Raiffeisen-Landesbank Steiermark (EUR 500 Mio., Laufzeit 15 Jahre) und der Deutschen Bank (EUR 500 Mio., Laufzeit 5 Jahre) im laufenden Monat Mai nunmehr insgesamt drei Euro-Benchmarks an den Markt gebracht worden. Das damit auch vergleichsweise geringe Emissionsvolumen von bisher EUR 1,5 Mrd. müsse aber auch im Kontext der zahlreichen Bankfeiertage im Mai bewertet werden. Außerdem habe sich der Vormonat April mit einem Emissionsvolumen von EUR 16,75 Mrd. durch eine hohe Aktivität am Primärmarkt ausgezeichnet.

Der Covered Bond der pbb sei gestern mit ms -6bp area in die Vermarktungsphase gestartet und bei einem Reoffer-Spread von ms -9bp gefixt worden. Das Orderbuch für die Anleihe mit einer Laufzeit von sechs Jahren habe sich schließlich auf EUR 625 Mio. summiert. Die Bid-to-Cover Ratio habe entsprechend bei 1,3 gelegen. In Bezug auf die geografische Verteilung falle insbesondere der mit 80% hohe Anteil von Investoren aus Deutschland und Österreich auf. Die Aufteilung nach Investorenklassen zeige einen Bankenanteil von 53%. Auf Asset Manager sowie Zentralbanken und offizielle Institutionen würden jeweils 21% entfallen.

Mit Blick auf die kommenden Handelstage sei insbesondere der für den morgigen Donnerstag terminierte Abschluss der Roadshow Aktias hervorzuheben. So plane der finnische Emittent, eine Benchmark im mittleren Laufzeitenbereich an den Markt zu bringen. Insgesamt sei nach Auffassung der Analysten außerdem davon auszugehen, dass die Primärmarktaktivitäten in der zweiten Maihälfte etwas an Dynamik gewinnen würden, was auch auf die aktuellen Spreadniveaus zurückzuführen sein sollte.

Als Reaktion auf ein herausforderndes Wettbewerbsumfeld würden sich dänische Kreditinstitute im stärkeren Umfang Marktpreis- und Liquiditätsrisiken aussetzen. Darauf hätten zumindest hochrangige Vertreter der in Kopenhagen ansässigen nationalen Aufsichtsbehörden hingewiesen. Demnach hätten Banken im verstärkten Ausmaß Pricing-Vorteile genutzt, die aus der Emission von Covered Bonds in Euro resultieren würden und als Konsequenz der aktuellen EZB-Geldpolitik anzusehen seien.

Darüber hinaus greife die Praxis Raum, Abstand von einer strengen Fristenkongruenz bei der Refinanzierung von Wohnungsbaudarlehen zu nehmen. So würden variabel verzinsliche Immobilienkredite mit längerfristigen Bonds refinanziert. Auch wenn sich diese Risiken durch Swaps weitgehend mittigeren ließen, würden die Aufseher in Kopenhagen durchaus systemische Gefahren für den ansonsten konservativ aufgestellten Covered Bond-Markt sehen. Entsprechend überrasche die Ankündigung einer Befragung der betroffenen Kreditinstitute, die schließlich auch in regulatorischen Anpassungen münden dürfte, nicht wirklich. Tatsächlich müssten die aktuellen Entwicklungen aber auch in den Kontext einer sich perspektivisch verändernden Einflussnahme der EZB mit Blick auf die Spreadlevel in der Eurozone gestellt werden.

Die Umsätze im Covered Bond-Segment seien insgesamt weiterhin unterdurchschnittlich. Es würden sich vermehrt Käufer am Markt zeigen. Das CBPP3 sei deutlich aktiver. Die Spreads würden sich stabil bis leicht enger präsentieren. Darüber hinaus hätten Neuemissionen zuletzt besser performt. (16.05.2018/alc/a/a)