Covered Bonds: Investoren stürzen sich auf zehnjährigen Green Covered Bond von BPCE


21.05.20 09:30
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nachdem in der Vorwoche die österreichische Hypo NOE die Serie französischer Neuemissionen unterbrochen hatte, zeigte sich in den vergangenen fünf Handelstagen Primärmarktaktivität im EUR-Benchmarksegment wieder ausschließlich aus Frankreich, so Henning Walten, CIIA bei NORD/LB.

So habe die AXA Bank Europe ihren im Oktober 2018 (EUR 500 Mio.; ms +10 Bp) begebenen und bis April 2033 laufenden Bond um EUR 250 Mio. aufgestockt. Das Pricing habe bei ms +23 Bp gelegen, die Rendite bei 0,156%.

Am Dienstag habe dann die ebenfalls französische BPCE noch für die einzige Neuemission (ISIN FR0013514502 / WKN nicht bekannt) gesorgt. Dabei handle es sich bereits um den vierten Primärmarktauftritt des Instituts, das bereits im Januar mit einer Dual-Tranche (EUR 1,0 Mrd.; 15y; ms +9 Bp sowie EUR 1,25 Mrd.; 8,2y; ms +5 Bp) und im März (EUR 1,0 Mrd.; 5y; ms +40 Bp) auf seine Investoren zugegangen sei. Darüber hinaus sei der Deal nicht nur die erste EUR-Benchmark im Laufzeitsegment "10Y" seit der Commerzbank-Emission von Anfang März (EUR 1,25 Mrd.; 10y; ms +8 Bp) und damit seit der Verschärfung der Corona-Krise in Europa, sondern auch das Green Covered Bond-Debüt von BPCE gewesen.

Die Antwort auf die Frage nach dem Investorenappetit nach Benchmarks mit zehn Jahren Laufzeit im aktuellen Marktumfeld habe das Orderbuch gegeben, das mit EUR 6,4 Mrd. mehr als fünffach überzeichnet gewesen sei. Während bereits die Emission der Hypo NOE vom 12. Mai mehr als fünffach überzeichnet gewesen sei und damit erneut signalisiert werde, wie sehr aufseiten der Investoren nach Investitionsmöglichkeiten gesucht werde, seien Orderbücher jenseits von EUR 6,0 Mrd. äußerst selten. Uns sind derzeit nur fünf weitere Emissionen bekannt, die Nachfrage von mehr als EUR 6,0 Mrd. generieren konnten, so die Analysten der NORD/LB. Ausgehend von dem massiven Investoreninteresse habe das Pricing gegenüber der ursprünglichen Guidance sechs Basispunkte enger bei ms +17 Bp erfolgen können. Verglichen mit der BPCE-Emission von Ende März, die jedoch über eine Laufzeit von "nur" fünf Jahren verfügt habe und nicht in Form eines Green Covered Bonds begeben worden sei, habe der Reoffer-Spread der jüngsten Transaktion damit bemerkenswerte 23 Basispunkte niedriger gelegen.

Wichtigste Erkenntnis der Transaktion von BPCE dürfte sein, dass der Markt auch im langen Laufzeitbereich aufnahmefähig sei und Emissionen auf massive Investorennachfrage treffen würden. Aus diesem Grund dürften, trotz des bevorstehenden TLTRO-III.4-Tenders im Juni, weitere Emittenten eine öffentliche Platzierung in Betracht ziehen. Gerade für Kerneurozonen-Emittenten könne eine Kombination aus TLTRO-III-Mitteln mit einer Laufzeit von maximal drei Jahren und extrem attraktiven Konditionen und der Inanspruchnahme des Kapitalmarktes mit Laufzeiten von mittlerweile wieder bis zu zehn Jahren nach Erachten der Analysten der NORD/LB einen attraktiven Fundingmix darstellen. Die weiterhin auf breiter Front voranschreitende Spreadeinengung sowie die Nachfrage seitens des Eurosystems, das in der vergangenen Reportingwoche unter dem CBPP3 netto Bonds im Volumen von EUR 1,02 Mrd. angekauft habe, dürften für einige Emittenten weitere Argumente für eine Erwägung einer baldigen Rückkehr an den Primärmarkt sein.

Die Verschmelzung der DB Privat- und Firmenkundenbank (ehemals Postbank) auf die Deutsche Bank sei vollzogen. Dies habe das Institut zu Beginn der aktuellen Handelswoche in einer Pressemitteilung mitgeteilt. Die beiden hypothekarischen Deckungsstöcke beider Institute würden aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen ebenfalls zusammengeführt, wodurch bereits zum 2. Quartal ein gemeinsames Reporting nach §28 PfandBG erfolgen dürfte. Ausgehend von dem zum Ende des 1. Quartals reporteten Zahlen, ergebe sich ein aggregiertes ausstehendes Volumen von EUR 11,462 Mrd., dem Deckungswerte in Höhe von EUR 16,287 Mrd.

Während der Umbau im Konzern der Deutschen Bank weiter voranschreite, sei bei der Commerzbank die bisher geplante Veräußerung der Mehrheitsbeteiligung am polnischen Covered Bond-Emittenten mBank vorerst auf Eis gelegt worden. Wie die Commerzbank mitgeteilt habe, sei der Verkaufsprozess beendet worden, da aufgrund der Corona-bedingten Marktsituation ein Verkauf nicht zu ausreichend attraktiven Konditionen durchgeführt werden könne. Im September 2019 habe die Bank angekündigt, ihre Beteiligung (69,3%) an dem polnischen Institut verkaufen zu wollen, um im Rahmen der Strategie "Commerzbank 5.0" Risikoaktiva signifikant zu reduzieren und gleichzeitig Kapital für den Umbau freizusetzen. Die Commerzbank sehe sich dennoch mit ausreichend Spielraum ausgestattet, um die Umsetzung der Strategie auch ohne den Verkauf voranzubringen und die dafür geplanten Investitionen tätigen zu können.

Covered Bonds würden weiter gegen Swaps performen. Ausnahme seien Pfandbriefe, die aber zumindest auch sehr stabil quotieren würden. Das lange Ende habe erneut outperformt. Peripherie mit einer sehr starken Einengung (>10 Bps). Frankreich, Belgien und Niederlande ebenfalls. Non Eurozonen Kurven würden ebenfalls profitieren und sich weiter einengen. Neuemissionen seien deutlich überzeichnet und würden sich direkt im Nachgang weiter einengen. Bids seien nach wie vor auf und meist oberhalb der Mitte und Angebot im Sekundärmarkt nehme deutlich ab. (Ausgabe 20 vom 20.05.2020) (21.05.2020/alc/a/a)






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