Covered Bonds: Gelungener Jahresstart - Aareal mit Hypothekenpfandbrief und Erste Bank mit Dual Tranche


13.01.22 11:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die ersten Marktauftritte des neuen Jahres gehen geballt auf Deutschland und Österreich zurück, so Dr. Frederik Kunze von der NORD/LB.

Bereits am 3. Januar - und damit am ersten Handelstag des Jahres - habe die Aareal Bank ihren Hypothekenpfandbrief (ISIN DE000AAR0314 / WKN AAR031) (EUR 750 Mio.) angekündigt, während die Erste Bank aus Österreich die Mandatierung für eine Dual Tranche (EUR 750 Mio.; 6,5y & EUR 750 Mio. 15y) mitgeteilt habe. Bei Öffnung der Orderbücher am 4. Januar hätten die Emittenten grundsätzlich von einem positiven Marktumfeld profitiert.

Die beiden Bonds der Erste Bank hätten Orderbücher im Volumen von insgesamt EUR 3,7 Mrd. auf sich vereint, wobei insbesondere die Transaktion mit Fälligkeit in 2029 mehr Nachfrage auf sich gezogen habe. Während der 15y-Deal (ISIN AT0000A2UXN9 / WKN EB0F6J) bei ms +5 Bp gepreist worden sei (Guidance: ms +9 Bp area), habe der Emissionsspread des 6,5y Deals (ISIN AT0000A2UXM1 / WKN EB0F6H) bei ms -3 Bp (Guidance: ms +3 Bp area) gelegen. Aus den Reoffer Spreads würden sich Neuemissionsprämien von +1 Bp (15y) bzw. -1 Bp (6,5y) ableiten lassen.

Der auf die Erste Bank folgende Aareal Deal habe sich in der Vermarktungsphase um vier Basispunkte gegenüber der anfänglichen Guidance (ms +3 Bp area) eingeengt. Bei einem Reoffer Spread von ms -1 Bp hätten sich die Orderbücher für den Deal mit achtjähriger Laufzeit auf EUR 1,45 Mrd. (70 Investoren) summiert. Bei einer positiven Emissionsrendite (0,195%) habe sich eine Investorenverteilung ergeben, die neben Banken (44%) und Central Banks/OI (34%) auch einen nennenswerten Anteil von Real Money-Investoren aufgewiesen habe (Funds: 21%). In Bezug auf die geografische Verteilung hätten wenig überraschend Accounts aus Deutschland (79%) dominiert.

Am Mittwoch seien - ebenfalls aus der DACH-Region - Benchmarks von Commerzbank und BAWAG gefolgt. Für beide Bonds hätten die Institute jeweils Laufzeiten von zehn Jahren gewählt. Auch bei diesem etwas längeren Laufzeitenbereich hätten die Neuemissionen ein eindrucksvolles Maß an Orders angezogen. Sowohl der Covered Bond (ISIN DE000CZ45WY7 / WKN CZ45WY) der Commerzbank (EUR 1 Mrd.; Reoffer Spread: ms -1 Bp; NIP: -1 Bp) als auch die BAWAG-Benchmark (EUR 500 Mio.; Reoffer Spread: ms +1 Bp; NIP +1 Bp) hätten sich in der Vermarktungsphase um fünf Basispunkte einengen können und seien nahezu auf der Kurve gepreist worden.

In der ersten Handelswoche des Jahres summiere sich das neu platzierte EUR-Benchmarkvolumen auf EUR 3,75 Mrd., wobei sich nach Auffassung der Analysten der NORD/LB das hohe Investoreninteresse durch die summierten Orderbücher (EUR 9,13 Mrd.) sowie die mittlere Neuemissionsprämie von Null approximieren lasse. Dieses Nachfrageverhalten resultiere nicht zuletzt aus den für den ersten Monat des Jahres zu erwarteten Fälligkeiten im EUR-Benchmarksegment. Von den für 2022 anstehenden Fälligkeiten in Höhe von EUR 138 Mrd. würden immerhin fast EUR 34 Mrd. auf den Januar entfallen. Wenig überraschend liege die Emissionsdynamik in der ersten Handelswoche deutlich über dem von der Unsicherheit zum Jahreswechsel 2020/21 geprägten Jahresstart 2021. Hier habe sich ebenfalls die Aareal als früh aktiver Emittent hervorgetan und sei mit der zweifach überzeichneten EUR-Benchmark über EUR 500 Mio. tatsächlich das einzige Institut geblieben, dass sich damals in der ersten Handelswoche auf die Investoren zubewegt habe.

Nachdem sich die erste Handelswoche bereits lebhaft präsentiert habe, obwohl sie durch gesetzliche Feiertage (u.a. in UK und einigen deutschen Bundesländern) etwas ausgebremst worden sei, bleibe die Emissionsaktivität wenig überraschend auch in der Woche zwei auf einem hohen Niveau. Zum Wochenstart sei die UniCredit Bank auf ihre Investoren zugegangen und habe einen Covered Bond (ISIN DE000HV2AYS3 / WKN HV2AYS) über EUR 1 Mrd. bei ms flat platziert. Nach der anfänglichen Guidance (ms +4 Bp area) habe auch für diesen Deal eine Einengung um vier Basispunkte zu Buche gestanden. Die Bid-to-Cover Ratio habe bei EUR 2 Mrd. gelegen.

Am gestrigen Dienstag hätten sich sowohl die Helaba als auch CAFFIL - als "First Mover" aus Frankreich mit einer Dual Tranche am Markt gezeigt. Die Helaba sei sowohl mit einem Hypothekenpfandbrief (ISIN XS2433126807 / WKN nicht bekannt) (5,5y; Guidance: ms flat area) als auch mit einem Öffentlichen Pfandbrief (ISIN XS2433240764 / WKN nicht bekannt) (15y; Guidance: ms +6 Bp area) an den Markt gegangen. Der Hypothekenpfandbrief (EUR 1,25 Mrd.) sei schließlich bei ms -5 Bp gepreist worden, während beim deutlich länger laufenden durch öffentliche Assets besicherten Covered Bond über EUR 1 Mrd. der Reoffer Spread bei ms +3 Bp gelegen habe. Die zusammengefassten Orderbücher (EUR 4,9 Mrd.) würden ein insgesamt hohes Investoreninteresse anzeigen, wobei der kürzer laufende Hypothekenpfandbrief eindeutig stärker gefragt gewesen sei.

Die IPT der CAF-FIL-Transaktion (ISIN FR0014007PY7 / WKN nicht bekannt, ISIN FR0014007PX9 / WKN nicht bekannt) hätten bei ms +5 Bp area (EUR 750 Mio. WNG; 10y) bzw. bei ms +10 Bp area (EUR 500 Mio. WNG; 20y) gelegen. Auf Basis von Orderbüchern in Höhe von EUR 1,6 Mrd. (10y) bzw. EUR 900 Mio. (20y) hätten sich die finalen Reoffer Spreads spürbar, auf ms flat bzw. ms +6 Bp, eingeengt. Auch in den ersten beiden Handelstagen der zweiten Handelswoche habe das Angebot auf eine mehr als nur robuste Nachfrage getroffen. Die Neuemissionsprämien hätten das mit einem Mittel anhaltend niedrigen Niveau entsprechend eindrucksvoll.

Sekundärmarktseitig hätten die neu emittierten EUR-Benchmarks insgesamt performen können. In diesem Kontext sei es nach Auffassung der Analysten der NORD/LB auch von Bedeutung, dass die EUR-Swapsätze insbesondere in den für Covered Bonds relevanten Laufzeitbereichen jüngst deutlich angestiegen seien. Eine Folge davon sei die Rückkehr in Renditebereiche spürbar oberhalb der Nulllinie, was letztlich auch von Bedeutung für die Investorenseite sei. Die Marktbewegungen seien aber auch eine Folge neuerlicher Unsicherheit mit Blick auf den pandemischen Verlauf aber auch in Bezug auf mögliche Reaktionen der EZB auf die Preisentwicklung. Nicht zuletzt aufgrund der Beschaffenheit der aktuellen Zinskurve würden die Analysten der NORD/LB bei der Einschätzung bleiben, dass insbesondere das ganz lange Ende weniger stark nachgefragt werde, wobei hier das Angebot ohnehin begrenzt bleiben sollte, auch da attraktivere Renditen nunmehr auch am kürzeren bzw. mittleren Ende realisierbar seien.

Abseits des EUR-Benchmarksegments habe die National Australia Bank (NAB) dem Sterling Covered Bond-Market die erste Platzierung verschafft. Nach zwei Jahren Abwesenheit in diesem Teilmarkt sei NAB mit einer Soft Bullet Benchmark (4y) bei SONIA +30 Bp area in die Vermarktungsphase gestartet. Der Deal sei schließlich bei SONIA +27 Bp mit einem Volumen von GBP 1,5 Mrd. emittiert worden. Die australischen Emittenten würden auch nach Erachten der Analysten der NORD/LB zu denjenigen Häusern gehören, die bei der gedeckten Refinanzierung durchaus regelmäßig Rückgriff auf das FX-Segment nähmen.

Eine auf ihrem Social Financing Framework basierende GBP-Benchmark im Social Format habe außerdem die Yorkshire Building Society (YBS) platziert. Der Covered Bond über GBP 500 Mio. (WNG; 5y) sei ebenfalls bei SONIA +30 Bp area in die Vermarktung gestartet. Der Reoffer Spread habe schließlich bei SONIA +27 Bp gelegen. Bereits im November 2021 habe YBS mit einem Social Covered Bonds im EUR-Benchmarkformat (YBS 0.01 11/16/28) debütiert und sei damit gleichzeitig die erste UK-Emittentin überhaupt, die hier im ESG-Segment bisher aktiv gewesen sei.

Die erste USD-Benchmark in 2022 gehe auf die Canadian Imperial Bank of Commerce (CIBC) zurück, die erfolgreich einen Deal über USD 2,5 Mrd. bei SOFR +48 Bp habe platzieren können.

Pünktlich zum Jahresstart habe die European Banking Authority (EBA) Daten zur Asset-Qualität im europäischen Bankensektor vorgelegt. Der Datenkranz schließe nunmehr auch das 3. Quartal 2021 mit ein. Wie bereits in den vorherigen Veröffentlichungen deute sich auf Basis der EBA-Statistik in Summe eine weitere Verbesserung der Asset-Qualität an. Offenkundig werde dies nicht zuletzt durch die sowohl absoluten als auch relativen NPL-Rückgänge. Nicht ganz unabhängig davon würden sich auch die Kapitalquoten der Institute oberhalb der regulatorischen Mindestwerte halten. Gleichwohl gelte es bei einer differenzierten Bewertung der Datenlage auch weiterhin Unterschiede zwischen einzelnen Regionen und Sektoren zu berücksichtigen. In der sektoralen Betrachtung sei z.B. ein anhaltend hohes - wenngleich rückläufiges - NPL-Niveau zu konstatieren. Die EBA weise zugleich auf zu berücksichtigende Unsicherheiten mit Blick auf diejenigen Darlehen, die von Moratorien und/oder öffentlichen Garantieprogrammen profitieren würden, hin und stelle in diesem Kontext auch auf die aktuellen Entwicklungen - insbesondere den Pandemieverlauf - ab. In Bezug auf Liquiditätsausstattung bzw. Erfüllung der LCR-Anforderungen zeige sich ein unverändert robustes Bild.

Auch wenn die Aussagekraft der Daten aufgrund des Berichtsstichtages zu relativieren sei, sähen sich die Analysten der NORD/LB durch das aktuelle Risk Dashboard darin bestätigt, dass der EBA-relevante Covered Bond-Markt mit Blick auf die Asset-Qualität keine unmittelbaren negativen Auswirkungen aus der Coronakrise zu verzeichnen habe. Die Emittenten würden demnach z.B. nicht systematisch Gefahr laufen Ratingherabstufungen zu erfahren, was sich auch mit den Ausblicken der Ratingagenturen decke. Qualitätsverschlechterungen bei den Bankaktiva, die es zweifelsohne im Einzelfall zu beklagen gebe, kämen außerdem allein aufgrund der gesetzlichen Anforderungen für Covered Bonds nicht nachhaltig in den Deckungsstöcken an. Diese grundsätzliche Sichtweise lässt nach unserem Dafürhalten auch auf andere Regionen (so z.B. die APAC-Region, UK oder Kanada übertragen), so die Analysten der NORD/LB. Wehrmutstropfen bleibe hingegen die Fundingseite, wenngleich die Analysten der NORD/LB es als positives Signal werten würden, dass immerhin 25% der von der EBA befragten Institute über einen Zeitraum von zwölf Monaten bei der Refinanzierung auch Rückgriff auf Covered Bonds nehmen möchten. Wir würden sogar so weit gehen zu unterstellen, dass diese Quote bei einer heute durchgeführten Befragung signifikant darüber liegen würde, so die Analysten der NORD/LB. (Ausgabe 1 vom 12.01.2022) (13.01.2022/alc/a/a)





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