Covered Bonds: CFF erster Benchmarkemittent in Q2/2018 - S&P erhöht Ratings für sieben spanische Cédulas


04.04.18 10:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Aufgrund des Osterfestes entfielen mit dem Karfreitag und dem Ostermontag jüngst zwei Handelstage, sodass sich nicht zuletzt deshalb auch die Aktivitäten am Primärmarkt verhalten präsentierten, so Frederik Kunze von der Nord LB.

Den Start in das zweite Quartal 2018 markiere der französische Emittent CFF mit einem Covered Bond (ISIN FR0013328218) über EUR 1,5 Mrd. Es handle sich dabei um die zweite Benchmarkanleihe von CFF in diesem Jahr. Der Reoffer-Spread der Transaktion mit fünfjähriger Laufzeit sei auf ms -8 Bp festgesetzt worden, nachdem die Vermarktungsphase mit ms -5 Bp area aufgenommen worden sei. Die Bid-to-Cover-Ratio habe bei 1,5 gelegen. Der Sekundärmarkt habe sich in den vergangenen Handelstagen erneut durch eine hohe Beharrlichkeit ausgezeichnet, sodass - wenn überhaupt - nur minimale Spreadausweitungen zu verzeichnen gewesen seien.

Das am 23. März erfolgte Upgrade der Kreditwürdigkeit Spaniens durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) sei erwartungsgemäß nicht ohne Auswirkungen für spanische Cédulas geblieben. Der Verbesserung des spanischen Sovereign Ratings um ein Notch von BBB+ auf A- seien Upgrades der Programme von insgesamt sieben Emittenten von Covered Bonds gefolgt. Die Ratingverbesserungen seien eine Folge der Ratingmethodik, die für die spanischen Cédulas nur Bewertungen zulasse, die um bis zu drei Notches über dem Sovereign-Rating lägen. Der Schritt um einen Notch schlage entsprechend auf die Covered Bond-Emissionen durch, sodass für die Cédulas Hipotecarias von BBVA, Bankia, CaixaBank, Ibercaja Banco und Kutxiabank ein S&P-Upgrade von A+ auf AA- zu Buche stehe. Für die Deutsche Bank SAE sei ebenfalls eine Heraufstufung um ein Notch von A auf A+ erfolgt.

Wie auch für das Sovereign Rating habe S&P den Ausblick für die Cédulas auf "positiv" gesetzt. Die Ratingverbesserungen würden im Fall der Cédulas Hipotecarias der Bankinter sowie der Programme der Kutxiabank zu Veränderungen in Bezug auf die regulatorische Behandlung führen. Dies habe Auswirkungen insbesondere für die Einordnung der Cédulas im Rahmen der Nutzbarkeit für die LCR-Anrechnung sowie für die Ableitung des Risikogewichts. Die Cédulas Hipotecarias der Bankinter sowie der Kutxiabank würden sich mit dem Upgrade von S&P auf AA- nunmehr für den Credit Quality Step (CQS) 1 qualifizieren. Die Ratingagentur Moody's habe die beiden Cédulas zwar bereits jeweils mit Aa2 bewertet, was isoliert betrachtet die Anforderungen für CQS 1 erfülle. S&P's A+ Rating bzw. der damit vorliegende Ratingsplit habe allerdings diese Einstufung bisher nicht zugelassen.

Auch wenn derzeit weiterhin ein Splitrating mit Blick auf die Einstufungen von S&P und Moody's vorliege, habe das S&P-Upgrade dazu geführt, dass nunmehr die Kriterien für CQS 1 erfüllt seien. So könnten die Covered Bonds sowohl der Bankinter als auch der Kutxiabank von einem niedrigeren Risikogewicht profitieren, nach bisher 20% reduziere sich das Risikogewicht auf 10%. In Bezug auf die LCR-Anrechnung hat das S&P-Upgrade außerdem konkret dazu geführt, dass wir die Klassifizierung für beide Emittenten von Level 2A auf Level 1B angepasst haben, so die Analysten der Nord LB.

Der französische Emittent Caisse Française de Financement Local (CAFFIL) plane Pressemitteilungen folgend die Begebung der ersten sozialen bzw. grünen Covered Bonds Frankreichs. Der erste soziale Covered Bond des Emittenten, der seine Darlehen an die öffentliche Hand über Covered Bonds refinanziere, werde sich dabei auf das Segment Healthcare fokussieren, welches aufgrund der Finanzierungen für öffentliche Krankenhäuser einen bedeutenden Anteil am CAFFIL Deckungsstock aufweise.

Bisher hätten ein deutscher Emittent (MünchenerHyp), zwei spanische Adressen (Kutxiabank und Caja Rural de Navarra) sowie die Kommunalbank Österreich nennenswerte Social Covered Bonds emittiert. CAFFIL werde sich bei der Emission angabegemäß an die Social Bond Principles (S BP) der International Capital Market Association (ICMA) halten. Dem Social Covered Bond solle außerdem eine grüne Covered Bond Emission folgen. Auch das aktuelle Universum an Green Covered Bonds bleibe bisher überschaubar. So habe die Berlin Hyp zwei Green Covered Bonds begeben. Mit der Deutschen Hypo gebe es einen weiteren Emittenten aus Deutschland sowie mit der SpareBank 1 Boligkreditt eine norwegische Adresse, die grüne Covered Bonds ausstehend hätten.

HSBC Canada trage sich offensichtlich mit dem Gedanken, einen kanadischen Covered Bond zu emittieren. Darauf deute - zumindest indirekt - die Auflistung der HSBC Canadian Covered Bond (Legislative) Gp Inc. im aktuellen HSBC Geschäftsbericht für das Jahr 2017 hin. Auch wenn die Registrierung des kanadischen Covered Bond Programms bei der Canada Mortgage and Housing Corporation noch aussteht, spreche dies dafür, dass HSBC Canada unseres Verständnisses zur Folge kurz- bis mittelfristig Covered Bonds in Kanada begeben könnte, so die Analysten der Nord LB. Das wäre der erste Emittent, der einem nicht-kanadischen Konzern zuzuordnen sei.

Weiterhin seien auch feiertagsbedingt nur sehr dünne Umsätze am Sekundärmarkt zu verzeichnen, wobei Investoren eher Geld-Kurse suchen würden. Konsequenterweise würden sich die Spreads leicht ausweiten, ohne dass es aber aktuell zu größeren Verkäufen komme. (04.04.2018/alc/a/a)