Covered Bonds: 8,1 Mrd. EUR an EUR-Benchmarks im Mai


02.06.21 11:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Seit unserer letzten Ausgabe am 19. Mai sah das EUR-Benchmarksegment drei weitere Transaktionen, so Henning Walten, CIIA^, und Dr. Frederik Kunze von der NORD/LB.

So habe die französische BPCE vergangene Woche Dienstag ihre fünfte EUR-Benchmark in 2021 begeben. Zuvor seien Mitte Januar und Anfang März je Dual-Tranchen an den Markt gebracht worden. Dieses Mal sei dem Investorenkreis hingegen nur eine Anleihe (ISIN FR0014003RH7 / WKN A3KRT8) offeriert worden, diese dafür aber im grünen Format, womit es sich um den zweiten Green Covered Bond des französischen Instituts handle. Das ESG-Debüt habe die Bank vor gut einem Jahr über zehn Jahre und mit einem Volumen von EUR 1,25 Mrd. platziert. Der jüngste Bond habe zwar über eine um ein halbes Jahr kürzere Laufzeit verfügt, gleichzeitig aber auch über ein leicht höheres Volumen.

Mit ms +5 Bp habe das Pricing während des Bookbuildings zudem drei Basispunkte reinziehen können. Die Rendite habe bei +0,152% gelegen. Insgesamt hätten sich die Bücher auf EUR 2,7 Mrd. gefüllt, wovon rund EUR 1,7 Mrd. der Nachfrage von nachhaltigen Investoren gekommen seien. Bei der Zuteilung habe diese Investorenklasse sogar 78% erhalten. Geografisch seien die Käufer hauptsächlich aus der DACH-Region (36%), Frankreich (28%) sowie der Benelux-Region (17%) gekommen. Bei der Investorenart seien Central Banks/OI, Banken und Asset Manager & Funds je zu rund einem Drittel an der Zuteilung beteiligt gewesen.

Tags drauf sei dann, sicherlich auch ermutigt von dem ASB-Deal vom 10. Mai, das zweite Institut aus Neuseeland in 2021 gefolgt. Letztmalig sei Westpac mit ihrer neuseeländischen Tochter Anfang 2019 im EUR-Benchmarksegment aktiv gewesen. Der Bond (ISIN XS2348324414 / WKN A3KRYN) über EUR 850 Mio. und einer Laufzeit von sieben Jahren sei zu ms +12 Bp an den Markt gegangen, während die Guidance noch drei Basispunkte weiter gelegen habe. Mit Blick auf die Emissionsrendite bedeute das eine marginal positive Rendite (+0,007%). Das Volumen sei zur Buchöffnung noch nicht bekannt gewesen und dürfte aufgrund der ungewöhnlichen Deal-Size auch von der vorhandenen Nachfrage (EUR 950 Mio.) abhängig gemacht worden sein, womit die Transaktion letztlich nur geringfügig überzeichnet gewesen sei. Mehr als die Hälfte des Volumens sei an DACH-Investoren zugeteilt worden, während 19% in die Benelux-Region und 12% in den skandinavischen Raum gegangen seien. Käufer seien vor allem Banken (46%) sowie Central Banks/OI (35%) gewesen. Insgesamt hätten die zehn im Mai platzierten EUR-Benchmarkanleihen ein Volumen von EUR 8,1 Mrd. zum Gesamtjahresvolumen beigesteuert.

Am gestrigen Dienstag sei dann noch die Bank of Montreal (ISIN XS2351089508 / WKN nicht bekannt) mit einer Benchmark über EUR 1,25 Mio. gefolgt. Der 8y-Deal, dessen Volumen bei Buchöffnung noch nicht festgelegt gewesen sei, sei zunächst mit ms +12 Bp area in die Vermarktung gegangen und der fünfte Marktautritt eines kanadischen Instituts in 2021 gewesen (Gesamtvolumen EUR 4,5 Mrd.). Lediglich aus Frankreich (EUR 8,5 Mrd.) und Deutschland (EUR 6,75 Mrd.) seien im laufenden Jahr mehr Bonds gekommen. Das finale Pricing habe dann vier Basispunkte enger bei ms +8 Bp gelegen.

Mit der jüngsten BPCE-Transaktion habe auch das ESG-Segment einen weiteren Bond verzeichnet, womit sich die Anzahl der nachhaltigen Transaktionen im EUR-Benchmarksegment in 2021 auf acht Anleihen erhöhe. Ausgehend von 52 Benchmarks entspreche dies einem ESG-Anteil von 15,4%. 2020 habe der Anteil an ESG-Deals noch bei 9,0% gelegen (volumengewichtet 8,4%). Der Wert im laufenden Jahr werde dabei sowohl durch die bisher vergleichsweise rege Emission von ESG-Anleihen als auch durch den trägen Gesamtmarkt positiv beeinflusst. Mit EUR 6,5 Mrd. an platzierten ESG-Covered Bonds sei zudem der Vorjahreswert (EUR 7,75 Mrd.) in greifbarer Nähe und dürfte nach Einschätzung der Analysten der NORD/LB in diesem Jahr übertroffen werden.

Das lettische Parlament habe am 27. Mai ein überarbeitetes Covered Bond-Gesetz verabschiedet. Damit sei ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem perspektivisch angestrebten pan-baltischen Covered Bond-Markt erreicht. Im Jahr 2019 hätten bereits die Gesetzgeber im benachbarten Estland erstmalig ein Gesetz zur Emission von Covered Bonds aus Estland verabschiedet. Seitdem seien aus Estland die Luminor Bank bzw. die LHV Pank mit EUR-Bench- bzw. Subbenchmarks an den Markt für öffentlich-platzierte Covered Bonds gegangen und hätten diese Covered Bond-Segmente damit um eine weitere Jurisdiktion erweitert. Ziel eines baltischen Covered Bond-Marktes sei es, die grenzüberschreitende Emission von Anleihen aus den drei Ländern Estland, Lettland und Litauen zu fördern. Während der Cover Pool des Subbenchmark-Emittenten LHV Pank aktuell ausschließlich über estnische Assets verfüge, sei jener der Luminor Bank seit der Einrichtung des Cover Pools sowohl um Deckungswerte aus Lettland (aktuell 31,5%) als auch Litauen (40,3%) ergänzt worden. Ein Weg, der durch entsprechend aufeinander abgestimmte Rechtsrahmen im baltischen Raum ermöglicht bzw. gefördert werden solle.

Mit einem Anstieg von 12,3% gegenüber dem Vorjahr blicke der Immobilienmarkt Österreichs auf ein sehr dynamisches 1. Quartal 2021 zurück. Die Risikoexperten von Scope würden diesen Anstieg vor allem mit den Sondereffekten der Pandemie verbinden, sähen aber gleichzeitig am aktuellen Rand geringe Gefahren für eine starke Preiskorrektur. Die Scope-Analysten würden diese Einschätzung insbesondere auf die moderate Verschuldung, die Funktionsfähigkeit des Marktes für Vermietungen sowie die regulatorischen Rahmenbedingungen zurückführen.

Mit Blick auf die Covered Bond-Bewertung sehe Scope durchaus geringere marktwertbasierte LTVs. Für die Kreditqualität sei der Einfluss aber begrenzt, da bei der Ratingeinschätzung überhöhte Marktwerte entsprechend berücksichtigt würden. Für die Darlehensnehmer sei außerdem das Risiko eines Zinsanstiegs dadurch begrenzt, dass weitgehend feste Zinsvereinbarungen getroffen würden. Auch das Risiko einer Abhängigkeit von Wechselkursbewegungen (insbesondere vom Schweizer Franken) sei in den letzten Jahren zurückgegangen. So würden die Scope-Analysten berichten, dass der Anteil von FX-Darlehen bei 10% liege, während der Wert vor zehn Jahren fast viermal so hoch gewesen sei.

Die Analysten der NORD/LB würden die Einschätzung der Risikoexperten von Scope insbesondere im Hinblick auf die Kreditqualität von Covered Bonds teilen. Gleichwohl könnten sich überhitzende Immobilienmärkte für die Finanzmarktstabilität insgesamt zu einer Belastung werden. Die negativen Begleiterscheinungen von steigenden Wohnkosten stünden auch unter Beobachtung der Währungshüter des gemeinsamen Währungsraums, wenngleich die EZB im Rahmen ihrer Geldpolitik Assetpreise nicht direkt mit einbeziehe. (Ausgabe 19 vom 02.06.2021) (02.06.2021/alc/a/a)





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