Covered Bonds: 2021 startet mit zwei Neuemissionen und zwei nennenswerten Ankündigungen


13.01.21 10:28
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Der Primärmarkt für Covered Bonds ist verhalten in das Jahr 2021 gestartet, so Henning Walten, CIIA, und Dr. Frederik Kunze von der NORD/LB.

So seien in den ersten acht Handelstagen lediglich zwei Deals im Volumen von EUR 2,0 Mrd. im EUR-Benchmarksegment an den Markt gebracht worden. 2020 seien es 14 Transaktionen in Höhe von insgesamt EUR 13,75 Mrd. gewesen; 2019 sogar 20 Deals über 17,75 Mrd.

Den Start in das aktuelle Jahr habe die Aareal Bank gemacht, die am 5. Januar einen Hypothekenpfandbrief (ISIN DE000AAR0280 / WKN AAR028) über EUR 500 Mio. und einer Laufzeit von langen sieben Jahren zu ms +1 Bp emittiert habe. Bei einem Orderbuch von EUR 1,0 Mrd. habe das Pricing damit im Vergleich zur Guidance drei Basispunkte enger erfolgen können. Die Neuemissionsrendite habe mit -0,402% deutlich im negativen Terrain gelegen, was zugleich bedeute, dass im Vorjahr lediglich zwei Deals (DZ HYP 5,0y und Aareal Bank 5,8y) mit einer geringeren Rendite platziert worden seien. Ausgehend von der aktuellen Lage dürften die Renditen in naher Zukunft zudem auf diesem Niveau verbleiben.

Zu Beginn der aktuellen Handelswoche sei dann noch CAFFIL (ISIN FR0014001GV5 / WKN A2867Q) gefolgt. Die Franzosen hätten EUR 1,5 Mrd. über lange zehn Jahre geprintet. Wie beim Aareal-Deal habe das finale Pricing (ms +3 Bp) deutlich enger als im Rahmen der Guidance ausgegeben (ms +7 Bp area) erfolgen können. Die Transaktion habe sich zudem einer ebenfalls doppelten Überzeichnung erfreut (Orderbuch: EUR 3,25 Mrd.). Genau wie die Aareal Bank sei CAFFIL zuletzt im Oktober 2020 im EUR-Benchmarksegment aktiv gewesen. Die Rendite habe, unter anderem laufzeitbedingt, leicht höher bei -0,188% gelegen.

Ausgehend von EUR-Benchmarkfälligkeiten in Höhe von EUR 25,9 Mrd. im aktuellen Monat würden die Analysten der NORD/LB trotz der über das gesamte Jahr laufenden TLTRO III-Tender davon ausgehen, dass in den kommenden Wochen weitere Emittenten den Weg an den Markt für öffentlich-platzierte EUR-Benchmarks suchen würden. Dabei sollten die Spreads sich weiterhin leicht einengen, da die Net Supply in der ersten Hälfte deutlich negativ sein dürfte. So würden rund zwei Drittel der Fälligkeiten in 2021 (EUR 130,6 Mrd.) auf die erste Jahreshälfte entfallen (EUR 88,6 Mrd.), wohingegen das Emissionsverhalten aufgrund der aktuellen pandemischen Lage weiter gedämpft bleiben dürfte.

Neben den beiden ersten Neuemissionen des Jahres hielt der Markt zudem zwei aus unserer Sicht erfreuliche Nachrichten bereit, so die Analysten der NORD/LB. So habe die Komerční Banka aus Tschechien ein EUR-Benchmarkdebüt in Form eines 5y-Bonds in Aussicht gestellt. Tschechische Emittenten seien aktuell nicht im EUR-Benchmarksegment aktiv.

Zu Investorencalls habe ebenfalls die Hana Bank aus Südkorea eingeladen, um in Anschluss daran auch mit einer EUR-Benchmark über fünf Jahre zu debütieren und die Anzahl koreanischer EUR-Benchmarkemittenten auf drei (neben KHFC und der Kookmin Bank) zu erhöhen. Zudem dürfte es sich bei der Debütemission um einen Deal im ESG-Format (Social Covered Bond) handeln.

Im Rahmen eines aktuellen Sektorberichts hätten sich die Risikoexperten von Moody's mit dem Entwurf zur lettischen Covered Bond-Gesetzgebung auseinander gesetzt und in diesem Zuge insbesondere die Implikationen für einen sich neu ausbildenden pan-baltischen Covered Bond-Markt hervorgehoben. Demnach würde die Umsetzung des Vorschlags (erwartet für das Ende des 2. Quartals 2021) gesetzliche Unsicherheiten in Bezug auf lettische Deckungswerte für nicht-lettische Covered Bonds aus dem EU-Ausland - zu denken sei hier vor allem an die baltischen Nachbarländer Estland und Litauen - ausräumen.

Die gesetzlichen Risiken, die nach Moody's-Angaben in Verbindung mit der aktuell geltenden Rechtslage schlagend werden könnten, würden sich auf die Nichtanerkennung der Befugnisse des Sachwalters durch lettische Gerichte beziehen. Zudem sähen die lettischen Gesetze keine Aufhebung des Bankgeheimnisses vor, die dem Sachwalter die Erfüllung seiner Aufgabe erleichtern würde. Des Weiteren sei es derzeit nicht möglich, die Übertragung eines lettischen Cover Pools an Dritte zu genehmigen. Die Gesetzgebung zur Emission von Covered Bonds nach lettischem Recht adressiere auch diese Unzulänglichkeiten. Neben der Reduzierung der Rechtsrisiken werde zudem klargestellt, dass estnische Banken auch für lettische Cover Assets nicht von ihrem Covered Bond-Modell, welches ein Verbleib der Deckungswerte auf der Bilanz vorsehe, abweichen müssten. In Lettland finde hingegen das SPV-Modell Anwendung.

Aus dem kürzlich von Fitch veröffentlichten Covered Bonds Protection Dashboard gehe hervor, dass die Entwicklung der Covered Bond-Ratings im 4. Quartal 2020 eine hohe Konstanz aufgewiesen habe. Demnach sei es im letzten Quartal bei 102 gerateten Covered Bond-Programmen lediglich zu einer Ratingänderung gekommen, welche zudem ein Uplift um zwei Notches bedeutet habe. 87 der Programme hätten zum 31. Dezember 2020 zudem über einen stabilen Rating Outlook verfügt, während der Ausblick für zwölf Programme negativ gewesen sei. Mit Blick auf die theoretischen Puffer gegenüber einem Issuer Downgrade hätten im Vergleich zu Ende September weiterhin die Kategorien "3 Notches" und "4 Notches" dominiert, wobei auch insgesamt 16 Programme über keinen Puffer verfügt hätten. Zehn Programme seien davon der iberischen Halbinsel zuzuordnen gewesen.

Unserer Ansicht nach zeigen die Daten, dass Covered Bond-Ratings eine vergleichsweise hohe Stabilität aufweisen, auch wenn mit Blick auf die mittel- bis langfristigen Folgen der Corona-Pandemie, welche sich in 2020 noch weniger zeigten, 2021 an Bedeutung gewinnen dürften und daher auch die Entwicklung von Covered Bond-Ratings genau beobachtet werden sollte, so die Analysten der NORD/LB.

Mit Ablauf des Kalenderjahres 2020 habe die EZB zu Beginn des neuen Jahres erstmals ihre für das Gesamtjahr 2021 erwarteten Fälligkeiten unter dem APP offengelegt. Demnach würden nach aktuellem Stand in den kommenden zwölf Monaten insgesamt Wertpapiere im Volumen von EUR 246,0 Mrd. unter den vier Teilprogrammen des APP fällig. Dies bedeute zwar ein geringeres Volumen als im Jahr 2020 (EUR 262,1 Mrd.), aber auch ein höheres Volumen als in 2019 (EUR 204,5 Mrd.). Mit 77,7% (EUR 191,3 Mrd.; 2020: 77,5%) entfalle der größte Anteil auf das PSPP, was vor dem Hintergrund der Programmgröße (80,5% des APP) nicht überrasche. 12,1% der Fälligkeiten würden zudem auf das CBPP3 (APP-Anteil: 9,9%) entfallen, wodurch der Anteil im Vergleich zu 2020 um 3,2 Prozentpunkte angestiegen sei. Die höchsten Fälligkeiten seien dabei im Januar (EUR 5,1 Mrd.), November (EUR 4,6 Mrd.) und April (EUR 4,2 Mrd.) zu verzeichnen. (Ausgabe 1 vom 13.01.2021) (13.01.2021/alc/a/a)





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