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Corporate Bonds Österreich: UniCredit Bank Austria ist nach über drei Jahren zurück am Covered Bond Primärmarkt


10.01.19 11:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - 2018 gab es 670 Neunotierungen bei Anleihen an der Wiener Börse von denen mehr als ein Drittel internationalen Emittenten zuzurechnen ist, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Allgemein habe die Wiener Börse zuletzt einen verstärkten Zulauf europäischer Anleiheemittenten verzeichnen können. Laut Angabe der Wiener Börse habe diese (14. Dezember 2018) zuletzt 3.651 Anleihen gelistet - ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr (Dezember 2017: 3.594). Hingegen weniger erfreulich sei die Bilanz des platzierten Anleihevolumens von in Österreich ansässigen Unternehmen. Nach einem negativen Nettoemissionsjahr 2017 (EUR -459 Mio.) dürfte auch 2018 OENB Daten zufolge negativ ausgefallen sein (EUR -527 Mio. Stand Oktober 2018).

Man habe lange im Emissionskalender zurückblättern müssen, um die letzte Emission, des neben der Ersten Bank, größten Covered Bond (CB) Emittenten Österreichs der UniCredit Bank Austria zu finden. Diese sei aus dem Jahr 2015. Damals habe die Bank eine Emission mit fünf Jahren Laufzeit gepreist. Diese Woche sei es soweit gewesen, der Emittent sei mit einem Hypothekenpfandbrief im Benchmark Format an den Covered Bond Markt zurückgekehrt und sei somit gleichzeitig der erste österreichische Emittent gewesen, welcher 2019 CBs begeben habe.

Die Emission habe eine Laufzeit von sieben Jahren gehabt und sei bei MS+18 BP gepreist worden. Die Orderbücher für die EUR 500 Mio. schwere Emission hätten im Bereich von EUR 650 Mio. gelegen. Unter anderem die Ablöse von TLRTO Finanzierungen habe eine Rolle bei dieser Emission gespielt. Es sei zu erwarten, dass der Emittent nun wieder regelmäßig am Covered Bond Markt aktiv sein werde und eine zweite Benchmark Emission noch in diesem Kalenderjahr wahrscheinlich sein dürfte. Auch bei der Oberbank AG gebe es Neuigkeiten. Der Emittent habe sich einem Ratingprozess von S&P unterzogen. Dieser sei mittlerweile abgeschlossen. Das S&P Oberbank Rating liege bei A mit einem stabilen Ausblick. Dieses Rating sollte den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern. Somit seien zukünftige unbesicherte Emissionen des Emittenten wahrscheinlicher geworden.

Das noch relativ frische neue Jahr bringe auch im Real Estate Sektor bereits einen möglichen österreichischen Anleiheemittenten hervor. So habe Immofinanz AG die Emission einer Senior Anleihe im mittleren Laufzeitensegment und mit einem Volumen von EUR 500 Mio. angekündigt. Das Unternehmen sei vorläufig von S&P mit einem langfristigen Emittentenrating von BBB- und einem stabilen Ausblick versehen worden. Vor diesem Hintergrund begebe sich der auf Büro- und Retailimmobilien spezialisierte Konzern ab kommenden Montag auf Roadshow. Unterdessen habe UBM Development AG einen voll vermieteten Bürokomplex in Wien für EUR 69 Mio. an einen koreanischen Fond verkauft. Für den Wiener Immobilienentwickler sei dies nach dem Verkauf des Zalando-Headquarters in Berlin der zweite Verkauf an einen koreanischen Investor binnen kurzer Zeit.

Nennenswertes gebe es aus Sicht der Analysten auch aus dem Versorger-Sektor. In einer Presseaussendung von dieser Woche habe die Verbund AG (Verbund) mitgeteilt, dass man mit weiteren Stakeholdern (austropapier, voestalpine AG und der österreichischen Energiebörse EXAA) einen Antrag auf Abstellung des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung gegen den deutschen Netzbetreiber TenneT TSO GmbH am Oberlandesgericht Wien einbringen werde. Aus Sicht der vier österreichischen Unternehmen nütze der deutsche Übertragungsnetzbetreiber seine marktbeherrschende Stellung aus, indem er innerdeutsche Netzengpässe mit der Einführung einer Engpassbewirtschaftung an der österreich-deutschen Grenze beheben möchte. Diese Marktverzerrung führe laut Presseaussendung u.a. zu einer Mehrbelastung innerhalb Österreichs die beim österreichischen Endkunden zu Mehrbelastungen von rund EUR 180 Mio. jährlich führen solle.

Des Weiteren habe der Verbund bereits am 10. Dezember 2018 mit einer Fremdkapitaltransaktion aufhorchen lassen. Nachdem der Emittent bereits 2014 als erster österreichischer Emittent einen Green Bond begeben habe, welchem dann 2018 der erste grüne digital Schuldschein gefolgt sei, erweitere dieser das "grüne" Fundingportfolio mit einem ESG (Environmental Social Governance) syndizierten Kredit im Volumen von EUR 500 Mio. Es habe sich dabei um den ersten Kredit weltweit gehandelt, dessen Zinssatz über die gesamte Laufzeit nicht mehr nach dem Rating einer etablierten Ratingagentur sondern nach dem Nachhaltigkeits-Rating einer Nachhaltigkeits-Ratingagentur bestimmt werde. (10.01.2019/alc/a/a)