Bundesverfassungsgericht stuft den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB als teilweise verfassungswidrig ein


06.05.20 09:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Sah es vergangenen Freitag noch so aus, als kann der Euro seine wohletablierte Handelsspanne der vergangenen Wochen doch nach oben verlassen, so hat sich das Blatt mittlerweile wieder gewendet, so die Analysten von Postbank Research.

Grund hierfür sei zum einen gewesen, dass mit einem rhetorischen Wiederaufflammen des Handelskonflikts USA-China der US-Dollar als sicherer Hafen nachgefragt worden sei. Zum anderen sei der Euro gestern unter Druck geraten, nachdem das Bundesverfassungsgericht den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB als teilweise verfassungswidrig eingestuft habe. Explizit ausgenommen worden seien im Urteil die aktuellen Corona-Programme. Auch wenn dies somit keine unmittelbaren Konsequenzen nach sich ziehen sollte, sondern wenn überhaupt, dann eher mittelfristig, sei das Urteil an den Märkten als belastend für den Euro gewertet worden. Nicht hilfreich sei hier insbesondere der vorübergehend deutliche Anstieg der Renditen zehnjähriger italienischer Staatsanleihen gewesen, der wie schon oft auf dem Kurs des Euro gelastet habe. Stützend für den Euro erscheinen zurzeit die vielfältigen Ankündigungen von Lockerungsmaßnahmen, so die Analysten von Postbank Research.

Heute dürften zunächst neue Negativrekorde der Einkaufsmanagerindices im Dienstleistungsbereich veröffentlicht werden, bevor aus den USA die ADP-Daten zur Beschäftigungsänderung neue Negativstandards setzen dürften. Beides sollte allerdings bereits im EUR/USD-Kurs (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) eingepreist sein. (06.05.2020/alc/a/a)