Bundesanleihen verzeichnen moderate Kursverluste - US-Bondrenditen steigen weiter


08.01.18 10:44
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zum Jahreswechsel präsentiert sich der US-Arbeitsmarkt in robuster Verfassung, berichten die Analysten der Helaba.

Obwohl außerhalb der Landwirtschaft nicht ganz so viele Stellen wie erwartet geschaffen worden seien, habe die Arbeitslosenquote bei 4,1% verharrt. Die lange von der Notenbank herbeigesehnte Lohndynamik gewinne dagegen mit einem Anstieg von 0,3% und einer Jahresrate von 2,5% an Fahrt. Im Markt eingepreiste Zinserwartungen seien allerdings nicht weiter forciert worden. Die Stimmungseintrübung im Dienstleistungssektor sei durch höhere Auftragseingänge in der Industrie aufgefangen worden.

In der Eurozone sei auch weiterhin kein Inflationsdruck erkennbar. Die Kernteuerung verharre unter einem Prozent, Erwartungen an eine straffere Geldpolitik würden verhalten bleiben. Entsprechend hätten die Aktienkurse am letzten Handelstag der ersten Börsenwoche des neuen Jahres nochmals kräftig zugelegt.

Der Nachfrage nach Staatsanleihen habe dies allerdings keinen Abbruch getan. Bundesanleihen hätten sich angesichts zunehmender Risikobereitschaft schwer getan und am Ende moderate Kursverluste verzeichnet. Mit zunehmender Laufzeit seien die Abschläge bei dünnen Umsätzen größer ausgefallen. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 83 BP ausgeweitet. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,79%) und Belgien (0,65%) hätten ihren Abstand zu Bunds gehalten.

Anleihen der EU-Peripherie würden nach schwierigem Jahresauftakt wieder ins Visier der Investoren rücken. Die inzwischen ausgesprochen attraktiven Renditeniveaus würden echte Alternativen zu Anlagen in den Kernländern bieten. Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (1,99%), spanischer (1,50%) und portugiesischer Bonds (1,90%) habe sich gegenüber vergleichbaren um 2, 3 bzw. 1 BP verringert.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen trotz nur durchwachsener Konjunkturdaten weiter gestiegen. Das höhere Handelsbilanzdefizit (-50,5 Mrd. USD), der ISM-Index aus dem Servicesektor (55,9 nach 57,4) und die Auftragseingänge in der Industrie (1,3%) hätten nach dem Arbeitsmarktbericht kaum neue Impulse setzen können. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries habe bei 52 BP verharrt. Aus Fernost würden US-Treasuries wegen des erneuten Feiertages in Japan keine Vorgaben liefern. Die anderen asiatischen Aktienbörsen würden überwiegend freundlich tendieren.

Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- (161,62) und Bobl-Kontrakt (131,65) hätten 6 bzw. 4 Stellen verloren, der Schatz (111,945) sei 2 Ticks niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,44% gestiegen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich unmerklich auf 104,5 BP ausgeweitet. 10-jährige US-Treasuries würden 2 BP höher bei 2,48% rentieren. Der Euro gebe auf 1,202 US-Dollar nach, der Preis für das Barrel Öl falle auf 61,5 US-Dollar.

In dieser Woche richte sich Aufmerksamkeit auf die Schnellschätzung zum Wachstum des vergangenen Jahres in Deutschland. Zuvor dürften Auftragseingänge bei der Industrie (-1%/7,6%) und Produktionszahlen für November (1,6%/3,8%) den positiven Gesamteindruck untermauern.

In der Eurozone stünden heute Wirtschaftsvertrauen (115), Industrievertrauen (8,5) sowie das sentix-Investorenvertrauen (31,1) auf der Agenda. Im Wochenverlauf würden Arbeitslosenquote und Industrieproduktion auf nur geringes Interesse stoßen.

In den Vereinigten Staaten dürfte die Hoffnung auf anziehende Teuerungsraten erneut einen Dämpfer erhalten. Import-, Erzeuger- und besonders Verbraucherpreise sollten keinen verstärkten Inflationsdruck anzeigen. Einzelhandelsumsätze für Dezember würden Hinweise auf das Konsumverhalten vor den Feiertagen liefern.

Am Primärmarkt gehe es mit Volldampf in die zweite Börsenwoche. Am Dienstag versteigere Österreich 10- und 30-jährige RAGBs im Volumen von 1,5 Mrd. Euro sowie die Niederlande 6-jährige DSL im Volumen von 2 Mrd. Euro. Die Finanzagentur des Bundes trete erstmals in diesem Jahr mit einer neuen 10-jährigen Bundesanleihe im Volumen von 5 Mrd. Euro am Mittwoch in Erscheinung. In der zweiten Wochenhälfte sei dann das italienische Schatzamt am Zug.

Portugal stehe in den Startlöchern mit einer 10-jährigen Anleihe im Volumen von 3 Mrd. Euro, das Königreich Belgien werde ebenfalls einen 10-jährigen Bond syndizieren. Finnland werde dagegen im 5-jährigen Segment mit 3 Mrd. Euro erwartet. Großbritannien biete 10- und 20-jährige Gilts im Volumen von jeweils 2,25 Mrd. GBP an, das amerikanische Schatzamt versteigere 3-, 10- und 30-jährige Papiere. (08.01.2018/alc/a/a)