Bundesanleihen verzeichnen moderate Kursgewinne


05.01.18 11:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die unverändert gute Stimmung im Dienstleistungssektor der Eurozone unterlegt den soliden Wirtschaftsaufschwung, berichten die Analysten der Helaba.

In den Vereinigten Staaten setze der außerordentliche Stellenaufbau im Privatsektor unterdessen neue Maßstäbe für den heute anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht.

Die Anleger würden die Gemengelage nutzen, ihre Risikoprofile weiter zu schärfen. Während die Aktienbörsen in Übersee von einem Rekord zum nächsten jagen würden, würden Staatsanleihen der Kernländer etwas ins Hintertreffen geraten.

Bundesanleihen hätten sich angesichts zunehmender Risikobereitschaft schwergetan, am Ende aber trotz reger Aktivitäten am Primärmarkt moderate Kursgewinne verzeichnet. Frankreich habe langlaufende OATs im Volumen von 8,111 Mrd. Euro emittiert. Der Betrag habe am unteren Rand der anvisierten Spanne gelegen, die Nachfrage habe besonders bei 10-jährigen Titeln zu wünschen übrig gelassen. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 82 BP verringert. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,78%) und Belgien (0,64%) hätten ihren Abstand zu Bunds gehalten.

Anleihen der EU-Peripherie hätten nach Abschluss der Primärmarkttransaktionen ihre Erholung mit erhöhter Dynamik fortgesetzt. In Madrid habe die Versteigerung 5-, 10- und 28-jähriger SPGBs 3,8 Mrd. Euro in die Staatskasse gespült. Die Nachfrage sei angesichts der Zugeständnisse erfreulich gewesen, der Betrag habe am oberen Ende des geplanten Volumens gelegen. Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (2,00%), spanischer (1,52%) und portugiesischer Bonds (1,89%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 5, 5 bzw. 8,5 BP ermäßigt.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen kurzer Laufzeiten nach positiven Jobdaten an die Erwartung einer strafferen Geldpolitik angepasst worden. Der Stellenaufbau im Privatsektor habe mit 250.000 die Prognosen übertroffen und lege die Messlatte für den heutigen Arbeitsmarktbericht sehr hoch. Lange Fälligkeiten würden sich dagegen unbeeindruckt zeigen. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries habe sich auf 52 BP ermäßigt. In Fernost würden US-Treasuries angesichts freundlicher Aktienbörsen zur Schwäche neigen. Die Bereitschaft Nordkoreas, an Gespräche mit Südkorea zur Verbesserung der Beziehungen in der kommenden Woche teilzunehmen, habe außerdem für gute Laune gesorgt.

Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- (161,68) und Bobl-Kontrakt (131,69) hätten 15 bzw. 7 Stellen zugelegt, der Schatz (111,965) sei unverändert aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,43% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 104 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden kaum verändert bei 2,46% rentieren. Der Euro klettere auf 1,207 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle leicht auf 62 US-Dollar.

Zum Wochenschluss stehe die Inflationsentwicklung beiderseits des Atlantiks im Fokus. Die vorläufigen Verbraucherpreise Frankreichs (0,3%/1,2%), Italiens (0,2%/0,8%) sowie die Inflationsprognose für die Eurozone (1,4%; Kernrate 1%) dürften allerdings nur moderaten Preisdruck im Dezember aufzeigen.

In den USA richte sich die Aufmerksamkeit auf die Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne (0,3%/2,5%), die im Rahmen des Arbeitsmarktberichtes veröffentlicht würden. Glaube man den deutlich höheren Preiskomponenten aus dem ISM-Index, zeichne sich hier Überraschungspotenzial ab.

Die Zahl der offenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft (190K) und Arbeitslosenquote (4,1%) sollten nur am Rande interessieren. Das Handelsbilanzdefizit (-50 Mrd. USD), der ISM-Index aus dem Servicesektor (57,5) und die Auftragseingänge in der Industrie (1,1%) würden die Datenveröffentlichungen komplettieren.

Am Primärmarkt seien heute keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner geplant. Die kommende Woche starte mit der Versteigerung 10- und 30-jähriger Österreicher sowie 6-jähriger DSL im Volumen von 2,5 Mrd. Euro. Die Finanzagentur des Bundes trete erstmals in diesem Jahr mit der Versteigerung einer neuen 10-jährigen Bundesanleihe im Volumen von 5 Mrd. Euro am Mittwoch in Erscheinung. In der zweiten Wochenhälfte sei dann das italienische Schatzamt am Zug. Großbritannien biete 10- und 20-jährige Gilts im Volumen von jeweils 2,25 Mrd. GBP an, das amerikanische Schatzamt versteigere 3-, 10- und 30-jährige Papiere.

Die Republik Slowenien habe eine 10-jährige Anleihe im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap +13 BP emittiert. Westpac Banking Corporation habe 7- und 15-jährige australische Covered Bonds im Volumen von 1,25 Mrd. bzw. 500 Mio. Euro bei Midswap +2 bzw. +10 BP begeben. (05.01.2018/alc/a/a)