Bundesanleihen verbuchten moderate Kursverluste, Anleihen aus der EU-Peripherie lebhaft nachgefragt


14.05.18 10:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Stimmung bei US-Verbrauchern bleibt nach Erhebungen der University of Michigan auch im Mai gut und signalisiert unverändert hohe Konsumbereitschaft, so die Analysten der Helaba.

Zunehmender Preisdruck sei dagegen gemessen an Importpreisen, die im April mit einer unveränderten Jahresrate von 3,3% gestiegen seien, nicht auszumachen.

Den Handel an den internationalen Finanzmärkten würden derzeit aber ganz andere Themen antreiben. Da seien zum einen der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran und die Angst von einer weiteren Eskalation der Gewalt im Mittleren Osten. In Europa richte sich der sorgenvolle Blick auf Italien. Dort hätten sich die europakritische Lega Nord sowie die Fünf-Sterne-Bewegung grundsätzlich auf eine Regierungsbildung geeinigt. Sie wollten sich gegen ein "Diktat" aus Brüssel stemmen und eine "Neuverhandlung der EU-Verträge" erzwingen.

Dennoch habe der hiesige Aktienmarkt seine Wochengewinne weitestgehend verteidigen und den DAX über der Marke von 13.000 Punkten ins Wochenende verabschieden können. Auch die Aktien in Übersee würden den freundlichen Vorgaben aus den USA folgen und mit Aufschlägen in die neue Börsenwoche starten. Staatsanleihen der Kernländer hätten sich zum Wochenschluss nur knapp behauptet präsentiert. Bundesanleihen hätten nach einem ausgesprochen ruhigen Handelsverlauf moderate Kursverluste verbucht. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe bei 68 BP verharrt. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,78%) und Belgien (0,82%) hätten auf Bunds knapp einen BP aufgeholt.

Anleihen aus der EU-Peripherie seien dagegen lebhaft nachgefragt worden. Besonders BTPs hätten es Anlegern nach Abschluss der Auktionen und mit Blick auf eine mögliche Regierungsbildung angetan. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer (1,26%), italienischer (1,86%) und portugiesischer Bonds (1,66%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 3, 6 bzw. 5 BP ermäßigt.

Am US-Bondmarkt hätten sich die Renditen zum Wochenschluss kaum von der Stelle bewegt. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries habe sich auf 27 BP verringert. In Fernost würden US-Treasuries trotz freundlicher Vorgaben von den Aktienbörsen gut behauptet tendieren.

Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- (158,92) und Bobl-Kontrakt (131,07) hätten 15 bzw. 9 Stellen verloren, der Schatz (111,915) sei 1,5 Ticks niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,56% gestiegen, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen habe bei 114 BP verharrt. 10-jährige US-Treasuries würden bei 2,96% rentieren. Der Euro klettere auf 1.197 Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle auf 70,4 Dollar.

Datenseitig sei mit einem ruhigen Wochenauftakt zu rechnen. Deutsche und europäische Wachstumszahlen des ersten Quartals, Stimmungsindikatoren von dies- und jenseits des Atlantiks sowie Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion in den Vereinigten Staaten dürften aber im Verlauf ausreichend Ansatzpunkte liefern.

Am Primärmarkt stocke die Finanzagentur des Bundes die 10-jährige Bundesanleihe um 2 Mrd. Euro auf. Frankreich und Spanien seien in der zweiten Wochenhälfte in überwiegend kurzen und mittleren Fälligkeiten aktiv. Das amerikanische Schatzamt versteigere zum Wochenschluss 10-jährige TIPS im Volumen von 11 Mrd. USD. (14.05.2018/alc/a/a)