Bundesanleihen unter Verkaufsdruck - US-Bondrenditen kaum von der Stelle bewegt


05.12.17 10:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nachdem der Gesetzentwurf zur Steuerreform den US-Senat passiert hat, hellte sich die Stimmung an den internationalen Finanzmärkten wieder auf, berichten die Analysten der Helaba.

Zwar hätten die Verluste vom Freitag ausgeglichen werden können, die Skepsis bei Anlegern bleibe aber angesichts der anstehenden Aussage von Ex-Sicherheitsberater Flynn zur Russland-Affäre hoch. Für zusätzliche Unruhe sorge der Beginn eines großen Luftwaffenmanövers Südkoreas und der USA. In Deutschland sei die SPD zu Sondierungsgesprächen mit der Union bereit, die "ergebnisoffen" in der kommenden Woche beginnen sollten. Dagegen würden sich die "Brexit-Verhandlungen weiterhin zäh gestalten, bis zum EU-Gipfel Mitte des Monats müssten noch wichtige Punkte geklärt werden.

Mit Rückkehr der Anleger an die Aktienbörsen sei der Zuspruch für qualitativ hochwertige Staatsanleihen geschwunden. Allerdings habe ein Großteil der Gewinne von Ende letzter Woche verteidigt werden können.

Bundesanleihen seien mit nachlassender Risikoaversion unter Verkaufsdruck geraten, der aber gemessen an den Aufschlägen an den Aktienbörsen recht moderat ausgefallen sei. Die Umsätze seien unterdurchschnittlich geblieben und überwiegend dem kommenden Kontraktwechsel geschuldet gewesen. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 82,5 BP ausgeweitet. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,64%) und Belgien (0,515%) hätten ihren Abstand zu Bunds gehalten.

Anleihen der EU-Peripherie hätten sich in einem Umfeld zunehmender Risikobereitschaft besser als ihre Pendants in den Kernländern gehalten. Auch hier sei es in der Kasse nur vereinzelt zu Abschlüssen gekommen. Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (1,71%), spanischer (1,40%) und portugiesischer Staatsanleihen (1,87%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 2, 4 bzw. 2 BP ermäßigt.

Am US-Bondmarkt hätten sich die Renditen kaum von der Stelle bewegt. Nach Absegnung der Steuerpläne durch den Senat würden am kurzen Ende weitere Zinserhöhungen eingeplant. Niedrigere Steuern müssten gegenfinanziert werden und dürften den Haushalt belasten. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries habe sich weiter auf 62 BP verringert. In Fernost würden US-Treasuries deutlich nachgeben. Die asiatischen Aktienbörsen würden uneinheitlich tendieren. Der Caixin PMI für den Servicesektor Chinas sei von 51,2 auf 51,9 Punkte gestiegen, in Japan sei der Vergleichswert deutlich von 53,4 auf 51,2 Punkte abgerutscht.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (163,28) habe 26 Stellen verloren, Bobl (131,72) und Schatz (112,25) seien 5 bzw. einen Tick niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,34% gestiegen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 104 BP ausgeweitet. 10-jährige US-Treasuries würden einen BP niedriger bei 2,39% rentieren. Der Euro verharre bei 1,187 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle auf 57,5 US-Dollar.

Heute liege das Augenmerk auf den Umfragen bei den Einkaufsmanagern aus dem Dienstleistungssektor dies und jenseits des Atlantiks. Während in der Eurozone (56,2) die Daten aus Spanien (55) und Italien (53,2) kaum zu Verzerrungen der letzten Erhebung führen sollten, werde in Großbritannien (55 nach 55,6) nur mit einem geringen Rückgang gerechnet. In den Vereinigten Staaten dürfte sich der ISM-Index (59 nach 60,1) nur wenig von seinem Rekord-Niveau zurückgebildet haben. Das US-Handelsbilanzdefizit (-47 Mrd. USD) runde den Datenkranz ab.

Am Primärmarkt stocke die Finanzagentur des Bundes die 10-jährige Bundesanleihe zur Wochenmitte um 2 Mrd. Euro auf. Spanien biete am Donnerstag 5-, 10- und 24-jährige SPGBs sowie 4-jährige Linker um voraussichtlich 3,25 bis 4,75 Mrd. Euro an. Frankreich versteigere 4 Mrd. Euro in Laufzeiten November 2026, April 2029 und Juni 2039. Großbritannien biete 6-jährige Gilts im Volumen von 2,75 sowie 30-jährige über 2,25 Mrd. GBP an.

Crédit Agricole Cariparma habe einen italienischen Covered Bond mit einer Laufzeit bis Januar 2026 im Volumen von 750 Mio. Euro bei Midswap +15 BP begeben. Das Land NRW habe das Mandat für eine im Februar 2043 fällige Landesschatzanweisung vergeben. (05.12.2017/alc/a/a)





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