Bundesanleihen teilweise erholt - US-Bondrenditen weiter gestiegen


01.12.17 10:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Bär ist noch nicht erlegt und Anleger verteilen bereits die Beute, so die Analysten der Helaba.

Ungeachtet der Ungewissheit über Ausmaß und Auswirkungen der geplanten Steuerreform würden sich die Aktienmärkte von einem Rekordhoch zum nächsten schwingen. Dabei sei gerade wieder einmal eine Abstimmung über die Steuerpläne des US-Präsidenten im Senat verschoben worden. Dennoch wachse die Hoffnung, dass ein wie auch immer gearteter Kompromiss die Kammer passieren werde.

Hierzulande bleibt die Stimmung an den Börsen eher unterkühlt, so die Analysten der Helaba. Nach dem Treffen der Spitzen von Union und SPD bei Bundespräsident Steinmeier gebe es keine Resultate. Die Unfähigkeit, nach der Bundestagswahl eine regierungsfähige Mehrheit zu bilden, dürfte viele Anleger in ihrer Zurückhaltung bestätigen. Wenig Bewegung bei Dividendentiteln lasse nur geringen Spielraum für festverzinsliche Titel. Die steigenden Verbraucherpreise im Euroraum von 1,4% auf 1,5% bei einer unveränderten Kernrate von 0,9% könnten Erwartungen an eine straffere Geldpolitik auch nicht unbedingt beflügeln.

Bundesanleihen hätten sich von ihren Verlusten teilweise erholen können. Lange und ultralange Fälligkeiten hätten nach schwachen CPI-Zahlen aus Italien die stärksten Zuwächse verzeichnet. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 82 BP verringert. Indexgewichtete Laufzeitverlängerungen zum Monatsultimo hätten sicherlich auch Rolle gespielt. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,68%) und Belgien (0,56%) hätten gegen Bunds einen BP aufgeholt.

Die Bondmärkte der EU-Peripherie hätten sich wie schon die vergangenen Tage besser gehalten als ihre Pendants der Kernländer. Die Bewegung finde aber überwiegend an den Terminmärkten statt, in der Kasse bleibe es verhältnismäßig ruhig. BTPs würden SPGBs den Rang ablaufen und jetzt im 10-Jahres-Segment mit 138 BP gegen Bunds auf Jahrestief handeln. Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (1,73%), spanischer (1,43%) und portugiesischer Bonds (1,85%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 2 bis 3 BP ermäßigt.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen aus Sorge vor einer höheren Staatsverschuldung infolge der Steuerreform weiter gestiegen. Konjunkturdaten hätten ob ihrer geringen Abweichung von den Prognosen bei Anlageentscheidungen kaum eine Rolle gespielt. Der Preisdruck bleibe angesichts des Anstiegs der PCE-Kernrate im Oktober um 0,2% moderat. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries habe sich geringfügig auf 69 BP ermäßigt. In Fernost würden US-Treasuries angesichts uneinheitlicher Vorgaben von den Aktienbörsen wenig verändert tendieren.

Die Verbraucherpreise Japans seien im Oktober gegenüber dem Vorjahr mit 0,2 Prozent (0,8% YoY).im Rahmen der Erwartungen gestiegen. Die Arbeitslosenquote sei unverändert bei 2,8% geblieben. Der Einkaufsmanagerindex von Caixin für das Verarbeitende Gewerbe Chinas sei im November von 51,0 auf 50,8 Punkte gefallen.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (162,68) habe 7 Stellen zugelegt, Bobl (131,48) und Schatz (112,175) seien 3 bzw. 1,5 Ticks niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,37% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 105 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden höher bei 2,41% rentieren. Der Euro klettere auf 1,193 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige leicht auf 57,6 US-Dollar.

An der Datenfront würden die Einkaufsmanager des Verarbeitenden Gewerbes aus Italien (58,3) und Spanien (56,5) letzte Informationen liefern, die das Stimmungsbild in der Eurozone (60) abrunden würden. Vergleichszahlen aus Großbritannien (56,5) würden mit näher rückendem Brexit zunehmend negatives Überraschungspotenzial bergen. In den Vereinigten Staaten stehe am Nachmittag mit dem ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe (58,3 nach 58,7) das Datenhighlight der Woche auf dem Fahrplan. Der PKW-Absatz im November (17,5 Mio.) runde den Datenkranz ab.

Am Primärmarkt seien zum Wochenschluss keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner geplant. In der kommenden Woche stocke die Finanzagentur des Bundes die 10-jährige Bundesanleihe um 2 Mrd. Euro auf. Spanien und Frankreich würden Marktauftritte in der zweiten Wochenhälfte planen. Großbritannien biete 30-jährige Gilts im Volumen von 2,25 Mrd. GBP an. (01.12.2017/alc/a/a)






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