Bundesanleihen in stabiler Verfassung - US-Renditen gestiegen


06.10.17 09:18
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der EZB-Rat hat auf seiner Sitzung im September Möglichkeiten für die Anpassung des geldpolitischen Kurses und Drosselung der Anleihekäufe diskutiert, so die Analysten der Helaba.

Einig gewesen seien sich die Mitglieder, dass ein erheblicher Stimulus weiterhin vonnöten sei. Die Rekalibrierung des Ankaufprogramms dürfte sich überwiegend auf Dauer und Tempo beschränken.

Die verhärteten Fronten im Streit um die Unabhängigkeit Kataloniens hätten jedoch weiter zur Zurückhaltung gemahnt. Während sich der DAX weiterhin an der Marke von 13,000 Punkten schwer tue, würden die Sicherheitsanforderungen der Anleger hoch bleiben.

Bundesanleihen hätten sich in stabiler Verfassung gezeigt, könnten aber angesichts wachsender Risikobereitschaft ihre Gewinne wieder nicht ins Ziel retten. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln sei stabil bei 84 BP geblieben. Die Versteigerung der neuen 10-jährigen OATs sei eher schleppend verlaufen und habe nur das Mindestvolumen einer Benchmarkanleihe von 4 Mrd. Euro in die Staatskasse gespült. Aufgefangen worden sei das Auktionsergebnis durch gute Nachfrage nach 8- (2,7 Mrd. Euro) und 30-jährigen Titeln (1,8 Mrd. Euro). 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,72%) und Belgien (0,71%) hätten im Anschluss etwas mehr als einen BP gegen Bunds gutgemacht.

An den Bondmärkten der EU-Peripherie habe nach der doch recht erfolgreichen Versteigerung spanischer Bonos die Zuversicht wieder zugenommen. Das spanische Schatzamt habe angesichts üppiger Konzessionen im Vorfeld insgesamt 4,6 Mrd. Euro der neuen 5-jährigen Anleihe sowie der im Januar 2029 fälligen Bonds am Markt unterbringen können. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer (1,69%), italienischer (2,14%) und portugiesischer Bonds (2,37%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 7, 4 bzw. 1 BP ermäßigt. Banco Sabadell verlagere aufgrund der Katalonien-Krise seinen juristischen Sitz in die spanische Stadt Alicante, Caixabank entscheide heute über einen Umzug.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen am Tag vor dem Arbeitsmarktbericht infolge positiver Konjunkturdaten und zunehmender Zinsängste gestiegen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (260K) und das etwas geringere Handelsbilanzdefizit (-42,4 Mrd. US-Dollar) hätten die Marktteilnehmer nicht beeindrucken können, die höher als erwarteten Auftragseingänge bei der Industrie (1%) im August hätten jedoch die Zuversicht am Aktienmarkt geschürt. Der Präsident der FED von San Francisco, Williams, gehe von einer Zinserhöhung in diesem und noch drei weiteren im kommenden Jahr aus. In Fernost würden US-Treasuries angesichts überwiegend steigender Aktiennotierungen knapp behauptet tendieren.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (161,35) habe 8 Stellen zugelegt, Bobl (131,24) und Schatz (112,145) seien 4 bzw. 2,5 Ticks niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei leicht auf 0,45% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich geringfügig auf 114,5 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden 3 BP höher bei 2,35% rentieren. Der Euro verbillige sich auf 1,17 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige auf 50,7 US-Dollar.

Der Auftragseingang bei der deutschen Industrie (0,7%/4,7%) im August gebe Aufschluss darüber, ob die gute Stimmung durch harte Fakten belegt werden könne. Zum Wochenschluss stehe aber der offizielle US-Arbeitsmarktbericht im Vordergrund. Allerdings sollten die Daten mit dem Wissen über Verzerrungen durch die Wirbelstürme nicht überbewertet werden. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft (80K) erscheine selbst vor diesem Hintergrund recht konservativ. Die Arbeitslosenquote werde unverändert bei 4,4% erwartet. Mit Blick auf das Inflationsziel der FED seien die durchschnittlichen Stundenlöhne (0,3%/2,5%) von größerer Bedeutung.

Am Primärmarkt seien heute keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner geplant. In der kommenden Woche biete Finnland einen im April 2022 fälligen Bond über 1 Mrd. Euro an. Die Aufstockung der 5-jährigen Bundesobligation, 7-jährige Titel aus den Niederlanden sowie das turnusmäßige Angebot aus Italien würden das Spektrum abrunden. Das amerikanische Schatzamt versteigere 3-, 10- und 30-jährige Papiere, Großbritannien verkaufe am Dienstag 20-jährige Gilts im Volumen von 2,5 Mrd. GBP. Société Générale SFH habe einen 10-jährigen französischen Covered Bond im Volumen von 1 Mrd. Euro 4 BP unter Midswap begeben. (06.10.2017/alc/a/a)





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