Bundesanleihen setzten ihren Aufwärtstrend fort


07.06.17 12:00
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Risikoampeln stehen auf "rot"! Vor EZB-Sitzung, der Parlamentswahl in Großbritannien und der Anhörung von Ex-FBI-Chef Comey halten Anleger ihr Pulver trocken, so die Analysten der Helaba.

Zudem sei die Lage am Persischen Golf nach der Isolation Katars unübersichtlich. Die als sicher geltenden Staatsanleihen seien der bevorzugte Rückzugsort.

Bundesanleihen hätten ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Ein Großteil der Umsätze sei jedoch dem morgigen Wechsel in den September-Kontrakt an der EUREX geschuldet gewesen. In der Kasse seien nur geringe Aktivitäten zu beobachten gewesen. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln sei auf 87 BP gestiegen. Überdurchschnittlich gut gesucht seien Anleihen aus Frankreich (0,665%) und Belgien (0,60%) gewesen. Der Renditeabstand 10-jähriger Bonds unserer Nachbarländer ermäßigte sich gegen Bunds um knapp 2 BP, so die Analysten der Helaba.

Anleihen aus der EU-Peripherie würden sich trotz der aufflammenden Risikoaversion und der Ankündigung Italiens, in Kürze eine 30-jährige Benchmarkanleihe (März 2048) anzubieten, achtbar aus der Affäre ziehen. Nur PGBs stünden unter permanentem Verkaufsdruck heimischer Investoren. Der Risikoabstand 10-jähriger spanischer Bonds (1,51%) ermäßige sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 1,5 BP, der portugiesischer (3,04%) und italienischer Anleihen (2,24%) weite sich um 6 bzw. einen BP aus.

Am US-Bondmarkt hätten sich die Renditen in Erwartung wichtiger Ereignisse kaum von der Stelle bewegt. Kursgewinne am Heimatmarkt würden heute in Fernost wieder abgegeben. In Ermangelung frischer Impulse von konjunktureller Seite hätten sich Anleger zurückgehalten. Die asiatischen Aktienbörsen würden überwiegend kleinere Gewinne verzeichnen.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (164,86) habe 38 Stellen zugelegt, Bobl (133,19) und Schatz (112,305) seien 17 bzw. 3,5 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe falle auf 0,25%, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 98 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden unverändert bei 2,16% rentieren. Der Euro klettere auf 1,127 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige auf 48,1 Dollar.

Heute würden die deutschen Industrieaufträge (-0,3%/4,7%) Aufschluss darüber geben, wie harte Fakten mit der guten Stimmungslage korrelieren würden. Einzelhandelsumsätze Italiens (0,2%/0,9%) und die Kreditvergabe in den USA würden den Datenkranz abrunden. Die OECD veröffentliche den Wirtschaftsausblick für den Euroraum.

Zentrales Thema in dieser Woche sei aber die Sitzung der EZB. Spannend bleibe die Frage, ob Wachstumsrisiken jetzt als ausgeglichen beschrieben würden und wie stark die Notenbank die Projektionen für die Inflation nach unten angepasst habe. Auch könnte im neuen Kommuniqué der Hinweis auf weitere Zinssenkungen fehlen. In Summe dürften alle Hinweise zu der Erkenntnis führen, dass die EZB ihre Anleihekäufe ab 2018 vorsichtig reduzieren werde, einen langsamen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik vorbereite.

Am Primärmarkt stocke die Finanzagentur des Bundes 5-jährige Bundesobligationen um 3 Mrd. Euro auf. FADE habe unter Garantie des Königreichs Spanien eine 3-jährige Anleihe im Volumen von 1 Mrd. Euro +14 BP über vergleichbaren Staatsanleihen begeben. Italien habe die Syndizierung einer 30-jährigen Benchmarkanleihe angekündigt.

Die Provinz Ontario sei mit einer 7-jährigen Benchmarkanleihe am Markt, die im mittleren bis hohen einstelligen Bereich über Midswap angeboten werde. Die EAA (Erste Abwicklungsanstalt) habe eine 3-jährige Anleihe im Volumen von 1 Mrd. Euro angekündigt, weitere Einzelheiten würden folgen. Der ESM stocke eine im November 2046 fällige Anleihe auf. Die WL BANK AG habe einen 9-jährigen Hypothekenpfandbrief im Volumen von 250 Mio. Euro bei Midswap -16 BP gepreist. (07.06.2017/alc/a/a)





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