Bundesanleihen schlossen nahezu unverändert - US-Bondmarkt mit wenig Bewegung


11.09.17 10:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zum Wochenschluss wurden die Aussagen des EZB-Präsidenten Mario Draghi nochmals unter die Lupe genommen, berichten die Analysten der Helaba.

Allerdings seien sie auch bei genauerem Hinsehen gehaltlos geblieben, vor dem 26. Oktober werde es kaum Aufschluss über den weiteren gelpolitischen Kurs geben. Unklar bleibe, wie stark sich der starke Euro auf die konjunkturelle Entwicklung auswirke. Die Gemeinschaftswährung habe sich auch am Tag nach der Sitzung hartnäckig über der Marke von 1,20 US-Dollar gehalten.

Zum Wochenstart herrsche an den internationalen Finanzmärkten Aufbruchsstimmung. Zwar seien die Auswirkungen und Zerstörungen von Wirbelsturm "Irma" immens, aber zumindest aus Nordkorea seien über das Wochenende keine neuen Hiobsbotschaften gekommen. Nach verhaltendem Handel am Ende der vergangenen Woche würden die asiatischen Aktienbörsen heute Morgen mit kräftigen Kursgewinnen glänzen. Den Rentenmärkten sollte das die Auftriebskräfte nehmen.

Bundesanleihen hätten am Freitag nach freundlichem Start mit einsetzenden Gewinnmitnahmen kontinuierlich verloren und nahezu unverändert geschlossen. Ultralange Laufzeiten hätten mit nachlassender Umsatztätigkeit stärker unter Druck gestanden. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 80 BP ausgeweitet, 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,61%) und Belgien (0,62%) hätten ihren Abstand zu Bunds gehalten.

Auch an den Bondmärkten der EU-Peripherie seien zum Wochenschluss Gewinne mitgenommen worden. Gerüchte, wonach bei der Sitzung am Vortag vier Ausstiegsszenarien aus den Kaufprogrammen diskutiert worden seien, hätten die Laune vermiest. Favorisiert würden zwei Vorgehensweisen, wonach die Beträge auf 40 Mrd. Euro pro Monat reduziert und das Programm um sechs Monate bzw. 20 Mrd. Euro und neun Monate verlängert werde. Die Wahrheit liege wahrscheinlich in der Mitte. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer (1,52%), italienischer (1,95%) und portugiesischer Bonds (2,75%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 5, 4 bzw. 5 BP ausgeweitet.

Am US-Bondmarkt habe es zum Wochenschluss nur wenig Bewegung gegeben. In Fernost würden US-Treasuries dagegen mit zunehmender Risikobereitschaft an den Aktienbörsen sehr schwach tendieren. In China seien die Verbraucherpreise im August (1,8%) stärker als erwartet gestiegen. Die japanischen Maschinenaufträge hätten im Juli (8%/-7,5%) über den Prognosen gelegen.

Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- (163,06) und Bobl-Kontrakt (131,85) hätten jeweils 7 Stellen verloren, der Schatz (112,245) sei 2 Ticks niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe habe bei 0,31% verharrt, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 107 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden 5 BP höher bei 2,09% rentieren. Der Euro verbillige sich auf 1,201 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle auf 47,9 US-Dollar.

Die doch recht dünne Datenlage gebe in dieser Woche kaum Anhaltspunkte für die Märkte. Allerdings würden Verzerrungen wegen des Hurrikans "Harvey" Überraschungspotenzial bergen. Das gelte besonders für Inflationszahlen der Vereinigten Staaten, die am Donnerstag veröffentlicht würden. Daneben stünden Erzeugerpreise, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Einzelhandelsumsätze, Produktionszahlen sowie ein erstes Stimmungsbarometer für September im verarbeitenden Gewerbe des Distriktes New York auf der Agenda.

Zum Auftakt liefere die italienische Industrieproduktion (0%) einen weiteren Mosaikstein für die Vergleichszahl der Eurozone (0%) zur Wochenmitte. Preis- und Arbeitsmarktdaten aus Großbritannien würden den Datenkranz abrunden. Am Donnerstag tage die Bank von England, Entscheidungen seien nicht zu erwarten.

Am Primärmarkt würden die Niederlande am Dienstag eine 10-jährige DSL um bis zu 3 Mrd. Euro aufstocken. Die Finanzagentur des Bundes begebe zur Wochenmitte10-jährige Titel im Volumen von 3 Mrd. Euro. Außerdem würden Italien und Irland Kapitalmarktauftritte planen. Das amerikanische Schatzamt versteigere 3-, 10- und 30-jährige Anleihen. Großbritannien sei mit 10-jährigen Gilts im Volumen von 2,5 Mrd. GBP am Start. (11.09.2017/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
162,89 € 163,06 € -0,17 € -0,10% 24.11./19:08
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 166,40 € 158,73 €