Bundesanleihen relativ gut unterstützt - US-Bondrenditen trotz höherer Inflationserwartungen nur wenig gestiegen


11.04.18 11:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Versprechen des chinesischen Präsidenten Xi, die Wirtschaft des Landes weiter öffnen zu wollen, Importzölle auf Autos zu senken und geistiges Eigentum ausländischer Firmen zu schützen, hat die Lage an den Aktienmärkten leicht entspannt, so die Analysten der Helaba.

Ängste und Sorgen bereite dagegen die zunehmende Eskalation im Syrien-Konflikt und die Erwartung einer militärischen Reaktion der USA auf den Giftgasangriff.

Besondere Aufmerksamkeit genossen hierzulande Aussagen des österreichischen Notenbankchefs Ewald Novotny, so die Analysten der Helaba. Er erwarte, dass die Anleihekäufe bis zum Jahresende auslaufen würden, und könne sich vor einer Leitzinserhöhung die Anpassung des Einlagensatzes von minus 0,4% auf 0,2% Prozent vorstellen. Von offizieller Seite sei sofort dementiert worden. Aus dem Haus der EZB habe es geheißen, die Äußerungen seien Novotnys persönliche Meinung und würden nicht die Ansicht des Rats widerspiegeln. Ungewöhnlich und absolut unüblich!

Zwar hätten Anleger an den Aktienbörsen wieder zugegriffen, die Handbremse sei angesichts der unübersichtlichen Lage jedoch angezogen geblieben. Gemessen an den Aufschlägen für Dividendentitel seien deshalb die Abschläge für sichere Staatsanleihen nur verhalten ausgefallen. Allerdings habe das hohe Volumen neuer Emissionen belastet.

Bundesanleihen seien relativ gut unterstützt geblieben und hätten moderate Kursverluste verkraften müssen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei geringfügig auf 0,52 Prozent gestiegen. Die Umsätze hätten sich am Terminmarkt spürbar belebt, was sicherlich zu einem Großteil den regen Aktivitäten am Primärmarkt geschuldet gewesen sei. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 65 BP verringert. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,75%) und Belgien (0,80%) hätten sich gegen Bunds um einen BP ausgeweitet.

Anleihen aus der EU-Peripherie seien nach den Kommentaren von Novotny etwas stärker unter Druck geraten. Umsätze seien aber gering geblieben. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer (1,245%), portugiesischer (1,70%) und italienischer Bonds (1,79%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 1 bis 2 BP ausgeweitet. Portugal kündige eine neue 16-jährige Anleihe an, die Verkäufe neuer BTPs am Donnerstag würden sich auf über 9 Mrd. Euro summieren.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen trotz höherer Inflationserwartungen nur wenig gestiegen. Die Erzeugerpreise (0,3%/3%) seien im März stärker als erwartet gestiegen. Kurze Fälligkeiten stünden nach einer nur mäßig erfolgreichen Versteigerung 3-jähriger Notes (b/c 2,85) stärker unter Druck, lange Laufzeiten würden sich besser halten. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries habe sich auf 39 BP ermäßigt. In Fernost würden US-Treasuries infolge nachgebender Aktienkurse in Japan gut behauptet tendieren. Die Verbraucherpreise Chinas hätten im März mit einem Anstieg von 2,1% gegenüber dem Vorjahr deutlich unter den Erwartungen gelegen. Die japanischen Maschinenaufträge (2,1%/2,4%) hätten dagegen positiv überrascht.

Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- (159,15) und Bobl-Kontrakt (131,01) hätten 31 bzw. 15 Stellen verloren, der Schatz (111,88) sei 4 Ticks niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,52% gestiegen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 109 BP ausgeweitet. 10-jährige US-Treasuries würden einen BP niedriger bei 2,79% rentieren. Der Euro klettere auf 1,237 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige auf 65,3 US-Dollar.

Zur Wochenmitte richte sich die Aufmerksamkeit auf die Verbraucherpreise (0,0%/2,4%) in den Vereinigten Staaten. Der Sprung in der Kernrate (0,2%/2,1%) über die kritische Zielmarke von 2% könnte den Handlungsdruck auf die Notenbank erhöhen. Auch das Protokoll der letzten geldpolitischen Sitzung der FED dürfte Zinssorgen nicht ausräumen. Britische Produktionszahlen (0,4%/2,9%) würden den Datenkranz komplettieren.

Am Primärmarkt versteigere die Finanzagentur des Bundes 1,5 Mrd. Euro der im Oktober 2046 fälligen Bundesanleihe. Das amerikanische Schatzamt biete 10-jährige Notes im Volumen von 21 Mrd. US-Dollar an. Die Erste Bank Group AG habe unter Mitführung der Helaba einen 8-jährigen österreichischen Hypothekenpfandbrief im Volumen von 750 Mio. Euro bei Midswap -3 BP emittiert.

AXA Bank Europe SCF habe 7- und 15-jährigen Covered Bonds begeben, gedeckt durch belgische und französische Hypotheken, im Volumen von 750 bzw. 500 Mio. Euro bei Midswap -3 bzw. +14 BP. HSBC SFH (France) habe einen 7-jährigen französischen Covered Bond im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap -7 BP platziert. Die Provinz Ontario habe eine 7-jährige Anleihe im Volumen von 1,5 Mrd. Euro bei Midswap +2 BP gepreist. Irland habe einen 15-jährigen Bond im Volumen von 4 Mrd. Euro bei Midswap +4 BP angeboten. Der EFSF habe eine Anleihe mit Laufzeit bis Oktober 2026 im Volumen von 3 Mrd. Euro bei Midswap -17 BP platziert. Die Provinz von Alberta biete eine 7-jährige Anleihe im Benchmarkformat im Bereich Midswap +7 BP an. Swedisch Covered Bond Corporation (SCBC) habe zu 5- bzw. 15-jährigen schwedischen Covered Bonds eingeladen. Portugal komme in Kürze mit einer 16-jährigen Anleihe. (11.04.2018/alc/a/a)